30.06.2017 Engerlinge im Rasen…Kraut- und Braunfäule an Tomate… Trockenschäden an Bäumen und Hecken

Engerling im Rasen

Engerlinge Im Rasen

Als Engerling werden die Larven von Käfern bezeichnet, insbesondere von Käfern aus der Familie der Blatthornkäfer wie z.B. Mai- und Junikäfer. Auf sandigen Böden können sie größere Schäden verursachen. Die Engerlinge fressen die Wurzeln der Rasenpflanzen und beeinträchtigen damit die Wasser- und Nährstoffzufuhr der Pflanze erheblich. Der Rasen verbräunt stellenweise. Als Gegenmaßnahmen können die zu den Nützlingen zählenden Nematoden (Fadenwürmer) eingesetzt werden. Die Nematoden werden im Handel als HM-Nematoden bezeichnet. Sie können nur gegen kleinere Engerlinge bis ca. 1,5 cm Länge eingesetzt werden. Unter Umständen kann mit regelmäßigem Vertikutieren Der Befall gemindert werden. Bei starkem Befall kann eine Neuanlage des Rasens erwogen werden.

Kraut- und Braunfäule an Tomate

beginnende Kraut- und Braunfäule an Tomate

Die zurzeit vorherrschende Witterung begünstigt die Infektion mit der Kraut- und Braunfäule an Tomaten. Zuerst sind die Schäden auf den unteren Blättern der Tomatenpflanze sichtbar, die Krankheit verursacht zunächst grau-grüne später braune Flecken. Auch der Triebe und die unreifen Früchte der Tomate werden befallen, die Früchte reifen nicht mehr aus und das Fruchtfleisch ist verhärtet. Vorbeugen kann man, indem man die Tomaten vor Regen geschützt anbaut. Im Handel werden dafür spezielle Folienhäuser oder Folienhauben angeboten. Eine Behandlung mit einem Fungizid (Wirkstoff: Azoxystrobin oder Kupferoktanoat) ist möglich, muss jedoch in regelmäßigen Abständen wiederholt werden. Da diese Produkte eine Wartezeit haben, müssen vor der Behandlung alle reifen Tomaten geerntet werden. 

Trockenschäden an Bäumen und Hecken

vertrocknete Äste an Ahorn

Der Juni 2017 war im Schnitt deutlich wärmer und trockener als im langjährigen Mittel und gilt als der viertwärmste Juni seit Wetteraufzeichnung (Quelle). Dadurch sind an den Bäumen und Heckenpflanzen vermehrt Trockenschäden zu beobachten. Zuerst zeigen sich am Blattrand Verbräunungen, danach kommt es zum vorzeitigen Laubfall beginnend ab der Triebspitze der Äste. Im Folgejahr kann ein Einziehen der Krone sichtbar werden – die vertrockneten Äste können im Folgejahr kahl bleiben. Ursache ist eine unzureichende Wasserversorgung des Baumes bei gleichzeitig erhöhter Verdunstung über die Blätter. Zuerst sind die sensibleren diesjährigen Triebe betroffen. Die trockene und warme Witterung hat auch den Befall mit Spinnmilben begünstigt, z.B. an Rosen.

 

Aktuell Fliegt eine weitere Generation des Buchsbaumzünslers.

Aktuell Tritt Echter Mehltau an Kirschlorbeer auf.

Aktuell Fliegt die 1. Generation des Pflaumenwicklers.

Quelle: Regierungspräsidium Gießen, Dezernat Pflanzenschutzdienst

18.06.2017 Kirschfliegen -mehlige Kohlblattlaus – Bewässerung der Kübelpflanzen

Kirschfliegen

In den ersten reifen Sü

Made der Kirschessigfliege

ßkirschen wurden kleine weiße Maden der Kirschfruchtfliege bzw. Kirschessigfliege gefunden. Die kleinen Fliegen legen Ihre Eier in den reifenden Früchten ab, nach kurzer Zeit schlüpfen die Larven. In einer Frucht können auch mehrere Larven vorhanden sein. Die etwa 5 mm langen Larven der Kirschfruchtfliege und der Kirschessigfliege sind nur schwer voneinander unterscheidbar. Die Maden schädigen das Fruchtfleisch und insbesondere bei den Maden der Kirschessigfliege faulen die Früchte schnell. Erst seit ein paar Jahren ist die aus Asien stammende Kirschessigfliege in Deutschland, doch durch ihre kurze Entwicklungsdauer, die große Vermehrungsrate und die große Anzahl an Wirtspflanzen (viele heimische Obstarten aber auch wilde Obstarten) gilt sie als wichtiger Schädling. Eine direkte Bekämpfung ist nicht möglich. Mit gelben Leimtafeln kann man feststellen, ob Kirschfruchtfliegen vorhanden sind, eine wirksame Bekämpfung ist auf diese Weise nicht möglich.

mehlige Kohlblattlaus

Kolonie der mehligen Kohlblattlaus

Auf den Blättern der Kohlpflanzen haben sich kleine und größere Kolonien aus der weiß bepuderten mehligen Kohlblattlaus gebildet. Bei jungen Blättern entstehen auf Grund der Saugtätigkeit der Blattläuse ein krüppeliger Wuchs. Dies kann die Kopfbildung bei einigen Kohlarten beeinträchtigen. Eine Bekämpfung ist auf natürliche Weise möglich, indem im Garten vorhandene Schlupfwespen die Blattläuse parasitieren und in sie ihre Eier ablegen. Die parasitierten Blattläuse verfärben sich dann braun. Mit einem Insektizid (Wirkstoffe z.B.: Azadirachtin und Kaliseife) können stärker befallene Pflanzen behandelt werden.

Bewässerung der Pflanzen auf Balkon und Terrasse

Bei der anhaltend warmen und trockenen Witterung ist eine ausreichende und regelmäßige Bewässerung der Kübelpflanzen auf Balkon und Terrasse wichtig. Werden die Pflanzen zu wenig gegossen, trocknet die Erde bei der warmen Witterung in kurzer Zeit stark aus und der Wurzelballen zieht sich zusammen. Die Pflanzen sind dann gestresst und anfälliger für Krankheiten. Empfindliche Topfpflanzen vertragen Trockenstress nicht und gehen ein. An warmen Tagen kann es nötig sein, früh und abends die Pflanzen mäßig zu gießen. Zudem kann die Pflanze auch in ein größeres Gefäß umgesetzt werden, denn in einem größeren Topf kann auch mehr Wasser gespeichert werden. Auch Staunässe z.B. nach einem kräftigen Regenguss, führt zu Pflanzenschäden, die Wurzeln faulen und die Pflanze kann ebenfalls eingehen. Es ist daher wichtig, seine Kübelpflanzen regelmäßig zu kontrollieren, damit ihre Pflanzen gut gedeihen können.

 

Aktuell Kranzfäule an Salat. An Endivien verbräunt das junge Blattgewebe ringförmig, um das Zentrum entsteht ein brauner Rand. Es handelt sich hierbei um einen physiologischen Schaden der durch Kalziummangel entsteht. Er tritt typischerweise an heißen Tagen auf, da hier der Kalziumtransport innerhalb der Pflanze zum erliegen kommt. Vorbeugen kann man, indem man genügend bewässert.

 Quelle: Regierungspräsidium Gießen, Dezernat Pflanzenschutzdienst

09.06.2017 Blattläuse an Apfel – Kohlweißling – Förderung von Nützlingen

Minzekäfer

Minzekäfer

Im Kräuterbeet sind auf der Minze auffällig metallisch blau oder grün glitzernde Minzekäfer zu beobachten. Sie fressen an den Minzeblättern und verursachen Fraßschäden an den Blatträndern. Eine Bekämpfung wäre nur im Frühjahr möglich, wenn sich der Minzekäfer noch im Junglarvenstadium befindet. In der Regel sind die Fraßschäden im tolerierbaren Rahmen sodass eine Bekämpfung nicht notwendig ist.

Schneeballblattkäfer

Larven des Schneeballkäfers

Regional ist der Gemeine Schneeball – Viburnum massiv von den Larven des Schneeblattkäfers befallen. Sie fressen die Blätter  nahezu vollständig ab, übrig bleiben nur Teile der Blattadern. Die Larven verpuppen sich im Boden und im Herbst schlüpfen die adulten Käfer. Die jungen Larven können mit insektiziden Pflanzenschutzmitteln bekämpft werden, falls der Käfer bereits in den Vorjahren massiv aufgetreten war.

Feuerbrand an Quitte

Die jungen Triebe der Quitte welken rasch im Frühsommer ohne einen witterungsbedingten Einfluss. Die mit Feuerbrand befallenen Triebe färben sich anfänglich braun und werden dann schwarz – sie sehen dann wie verbrannt aus. Feuerbrand wird durch ein

mit Feuerbrand befallener Quitte-Trieb

Bakterium ausgelöst und kann den ganzen Baum befallen und zum Absterben bringen. Befallene Triebe sollten schnellstmöglich entfernt werden, dafür muss bis tief in das gesunde Holz geschnitten werden. Eine direkte Bekämpfung mit Pflanzenschutzmitteln ist derzeit nicht möglich.

Aktuell Blattläuse haben in vielen Obst-, Gemüse und Zierkulturen große Populationen gebildet.

Aktuell Die Symptome der Monilia-Spitzendürre treten regional auf, siehe dazu den Pflanzenschutztipp vom 14. April 2017.

 Quelle: Regierungspräsidium Gießen, Dezernat Pflanzenschutzdienst

 

02.06.2017 Apfelwickler – Dichmaulrüssler – Bienen

Apfelwickler

Ausbohrgang einer Apfelwicklerlarve

Die erste Generation des Apfelwicklers und des Apfelschalenwicklers fliegt momentan und hat mit der Eiablage an den jungen Früchten und den Blättern begonnen. Die Larven schlüpfen nach etwa 1 bis 2 Wochen und bohren sich in die Früchte ein und schädigen die Früchte von innen. Eine Bekämpfung ist schwierig. Eine Möglichkeit der Dezimierung der Apfelwickler besteht darin, ein Wellpappering ab Ende Juni an zubringen. Der Wellpappering wird von den Larven als Unterschlupf genutzt und die Larven verpuppen sich hier. Ende Juli wird der Wellpappering entfernt und in die Biomülltonne gegeben.

Dickmaulrüssler

An Rhododendron, Flieder, an Bodendeckern und an vielen anderen belaubten Ziergehölzen können jetzt die ersten typischen Fraßspuren des Dickmaul

Buchtenfraß durch adulten Dickmaulrüssler

rüsslers gefunden werden. Die adulten Käfer fressen am Rand der Blätter kleine Buchten aus. Die Käfer sind nachtaktiv und beginnen erst in der Dämmerung aus ihren bodennahen Verstecken die Pflanzen empor zu klettern. Die Käfer können über das Substrat aus gekauften Pflanzen eingeschleppt werden oder von angrenzenden Gartenflächen eingewandert sein. Die Larven leben im Boden und fressen die Feinwurzeln ab – bei starkem Befall und langer, trockener Witterung kann es zu Schäden bzw. zum Absterben kleiner Ziergehölze führen. Die Larven können mit Nützlingen, winzigen Fadenwürmern – Nematoden – dezimiert werden. In Pflanzkübeln können die Larven auch mit insektiziden Gießmitteln mit den Wirkstoff Azadirachtin bekämpft werden.

Bienen

Die Bienen, die Wildbienen und die Hummeln sind unverzichtbare Nutztiere für uns Menschen, da sie einen Großteil unserer

Nutzpflanzen, z.B. viele Obst- und Gemüsekulturen, bestäuben. Wichtige Nahrungsquellen wie die Obstblüten und die Rapsblüte sind bereits verblüht ode

r deren Blühzeit geht gerade zu Ende. Nun finden die Bienen kaum noch Nahrung auf den Feldern, wenn keine Ackerrandstreifen und Wiesen in der Nähe des Bienenstockes vorhanden sind. Jedoch kann jeder Garten- und Balkonbesitzer die Bienen bei Ihrer Nahrungssuche unterstützen, in dem er Pflanzen mit genügend Nektar und Pollen anpflanzt. Gemeinsam mit anderen Verbänden hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft die Initiative „Bienen füttern“ gestartet. Hier können Sie u.a. eine Liste mit „bienenfreundlichen“ Pflanzen finden.

 

Aktuell Lilienhähnchen legen derzeit an den Lilien ihre Eier ab. Die auffällig roten, länglichen Käfer sind leicht auf den Lilien zu finden.

Quelle: Regierungspräsidium Gießen, Dezernat Pflanzenschutzdienst

19.05.2015 Blattläuse an Apfel – Kohlweißling – Förderung von Nützlingen

Schadbild verursacht durch Apfelfaltenlaus

Blattläuse an Apfel

An den jungen Blättern und den sich gerade entwickelnden Früchten haben sich bereits kleine Blattlauskolonien gebildet. Am Apfel kommen verschiedene Blattlausarten vor, am auffälligsten sind die Schäden durch die mehlige Apfelblattlaus und die Apfelfaltenlaus. Blätter und Triebe kräuseln sich bzw. verkrüppeln durch den Befall der mehligen Apfelblattlaus. Die Blattläuse sind dunkel bis schwarz und mit einem weißen Wachspuder bestäubt. Die Blattläuse sitzen an der Blattinnenseite der gekräuselten Blätter und saugen dort gut geschützt vor Fressfeinden – den Nützlingen. Durch den Befall der Apfelfaltenlaus rollen sich die Blätter von den Seiten ein und sind anfangs gelb bis später auffällig Magentarot gefärbt. Jetzt sollte de Apfelbaum auf Blattlausbefall kontrolliert werden und ggf. ein Produkt mit Rapsöl, Pyrethrin oder Kaliseife eingesetzt werden.

 

Kohlweißling und weitere Schmetterlinge an Kohl

kleiner Kohlweißling

Die Schmetterlinge des kleinen und großen Kohlweißlings fliegen nun und haben bereits die ersten Eier abgelegt. Mit dem Flug begonnen haben gerade die Schmetterlinge der Kohleule, der Kohlmotte und der Gammaeule. Es wird damit gerechnet, dass auch diese Schmetterlinge demnächst mit der Eiablage beginnen. Nach etwa 10 Tagen je nach Witterung schlüpfen die jungen Raupen und beginnen mit dem Blattfraß. Um der Eiablage auf den jungen Kohlpflanzen vorzubeugen, können jetzt noch Kulturschutznetze ausgelegt werden. Bei wenigen Einzelpflanzen können Sie diese auch ggf. mit einer kleinen Lupe nach Eigelegen bzw. kleinen Raupen absuchen. Nach dem Schlupf der jungen Raupen können auch Präparate mit Bacillus thuringiensis oder Azadirachtin eingesetzt werden. Bitte beachten Sie dass die Präparate nicht in allen Kohlarten zugelassen sind, Hinweise finden Sie in der Gebrauchsanleitung. 

Nützlinge fördern

Im Garten sind eine Vielzahl an Tieren, darunter Insekten, Würmer, Spinnen und Schnecken anzutreffen. Der Mensch hat diese Tiere in verschiedene Kategorien unterteilt u.a. Sc

Schwebfliege

hädlinge und Nützlinge. Zu den Nützlingen zählen Tiere, die Schädlinge fressen, schädigen oder als Brutstätte für Ihre Nachkommen nutzen. Nützlinge tragen zur Reduktion des Schädlingsbesatzes bei, führen aber in der Regel nicht zur kompletten Beseitigung der Schädlinge im Garten – es entsteht ein natürliches Gleichgewicht zwischen der Nützlings- und Schädlingspopulation. Zu den bekannten Nützlingen zählen Marienkäfer, Schwebfliegen und Spinnen aber auch Singvögel, Eidechsen und kleine Säugetiere. Diese Tiere kann man im eigenen Garten fördern, indem man Ihnen Versteckmöglichkeiten und Plätze zur Aufzucht ihrer Nachkommen bietet. Dazu zählen heimische Sträucher, Stauden und Kräuter als Nahrungsquelle und Brutstätte für Insekten, Nistplätze für Vögel und ein Steinhaufen in sonniger Lage für Eidechsen. Ein Insektenhotel dient als Brutstätte und Überwinterungsquartier für eine Vielzahl an Wildbienen, Schlupfwespen und Florfliegen. Insektenhotels bestehen aus einzelnen Bauteilen – die den Ansprüchen verschiedener Insekten gerecht werden sollen, die Materialien sind z.B. Holz, Stroh, Bambus, Lehm und Backsteinen. Das Insektenhotel benötigt einen Schutz vor Regen und einen sonnigen Standort. Anregungen zum Bau eines Insektenhotels finden Sie u.a. beim NABU. Nützlinge werden auch durch den verantwortungsbewussten und sparsamen Umgang mit Pflanzenschutzmitteln gefördert.

 Quelle: Regierungspräsidium Gießen, Dezernat Pflanzenschutzdienst

12.05.2017 Frostspanner an Apfel – Blattläuse an Rosen – Drahtwurm an Salat

Frostspanner an Apfel

Raupe des großen Frostspanners

 Die jungen Apfelblätter und die Triebspitzen weisen Fraßstellen auf. Verursacht werden Sie häufig durch die Raupen des Frostspanners. Sie sind leicht an ihrer typischen Fortbewegungsweise zu erkennen, dass sie ihren Körper abwechselnd zum Buckel krümmen und ausstrecken. Bei starkem Befall kann es zu Kahlfraß kommen. Die Bekämpfung des Frostspanners sollte im Herbst mit Hilfe eines Leimringes erfolgen.

Blattläuse an Rosen

Blattläuse an Rosenknospe

Die großen Schwankungen zwischen Tag- und Nachttemperatur haben bisher die Vermehrung der Blattläuse gehemmt. Noch sind nur vereinzelt Blattläuse an Rosen und anderen Zierpflanzen zu finden. Jedoch sind Blattläuse bekanntlich in der Lage sich in kurzer Zeit stark vermehren zu können, deshalb sollte man bereits jetzt die Blütenknospen auf Befall kontrollieren und ggf. absammeln oder abwischen bzw. mit einem Produkt auf Rapsölbasis oder Kali-Seife behandeln: z.B. Naturen Bio-Schädlingsfrei (Rapsöl) oder Neudosan Neu (Kali-Seife). Alternativ können auch blattlausvertilgende Nützlinge im eigenen Garten gefördert werden, Tipps dafür bekommen Sie im nächsten Pflanzenschutztipp.

Drahtwurm an Salat

Drahtwurm, Larve des Schnellkäfers

 Wenn die Salatjungpflanzen welken oder absterben trotz guter Wasserversorgung, kann die Ursache im Wurzelfraß durch den Drahtwurm liegen. Mit der Bezeichnung „Drahtwurm“ sind die Larven des Schnellkäfers gemeint. Sie sehen gelb bis braun aus, sind 2-3 cm lang und weisen eine deutliche Bänderung oder Gliederung auf. Sie fressen an den Wurzeln und dem Strunk der Salatpflanze. Neben dem Drahtwurm fressen auch Erdraupen oder Wurzelbohrer in diesem Bereich und verursachen ähnliche Schäden. Die Familie der Schnellkäfer ist sehr umfangreich, in Deutschland werden nur wenige Arten aufgrund ihrer Lebensweise als bedeutsame Pflanzenschädlinge geführt, u. a zählt hierzu der Saatschnellkäfer Agriotes lineatus. Nur die Larven verursachen Schäden an den Pflanzen, die adulten Käfer ernähren sich meist von den Pflanzensäften ohne dabei Pflanzenschäden zu verursachen. Da eine Bekämpfung des Drahtwurms im Garten nicht möglich ist, sollte auf Flächen mit Drahtwurmbesatz keine anfälligen Kulturen wie Salat, Rüben oder Kartoffeln angebaut werden.

Quelle: Regierungspräsidium Gießen, Dezernat Pflanzenschutzdienst

30.04.2017: Falscher Mehltau an Spinat – Lauchminierfliege an Zwiebelgewächsen – Rhododendronzikade

Falscher Mehltau an Spinat

Falscher Mehltau an Spinat

Wenn die Spinatblätter blasige Aufwölbungen und zunächst Blattaufhellungen und anschließend grau-violette Flecken aufweisen, handelt es sich hier um Falscher Mehltau. Auch an Mangold kommt diese Pilzkrankheit vor. Die Krankheit wird durch die feuchte Witterungsperiode, die sich nach Ostern eingestellt hat, begünstigt. Zudem wird die Ausbreitung durch zu enge Pflanzabstände gefördert. Der Einsatz von Fungiziden ist nicht möglich. Der Anbau von resistenten Sorten (siehe Liste) kann erwogen werden, jedoch kommt es immer wieder vor, dass eine Resistenz durch den Schaderreger gebrochen wird.

Lauchminierfliege an Zwiebelgewächsen

Fraßspur der LauchminierfliegeFraßspur der Lauchminierfliege

An Schnittlauch sind bereits Fraßspuren der Lauchminierfliege gefunden wurden. Die Fraßspuren sind typischerweise an kleinen weißen Fraßpunkten zu erkennen, die wie bei einer Perlenkette in einer Reihe angeordnet sind. Nun ist an überwinternden Beständen von Schnittlauch, Porree, Knoblauch und Zwiebel mit dem

Auftreten der Lauchminierfliege zu rechnen. Gefährdet sind in der Nähe befindliche junge Lauch- und Zwiebelpflanzen. Die Lauchminierfliege legt ihre Eier an den Blattspitzen ab. Die geschlüpften Larven wandern ins Blattgewebe in Richtung des Pflanzenstammes. Durch den Larvenfraß kommt es zu verdrehten Blättern, die Blätter können entlang des Minierganges aufreißen und auch absterben. Als Schutz gegen die Lauchminierfliege können engmaschige Kulturschutznetze ausprobiert werden, jedoch lässt sich damit der Befall in der Regel nicht völlig unterbinden.

Rhododendronzikade

Larve der Rhododendronzikade

Auf der Blattunterseite der Rhododendronblätter sind kleine gelbgrüne Insekten vertreten, die Blattläusen ähnlich sehen können. Dies sind die Larven der Rhododendronzikade. Die adulten Rhododendronzikaden treten etwa Juli auf und sind durch ihre auffällige grün-rote Zeichnung leicht zu erkennen. Die Zikaden verursachen auf den Blättern kleine helle Pünktchen, in dem sie an den Stellen den Pflanzensaft aussaugen. Die Zikaden stehen im Verdacht den Erreger des Knospensterbens, den Pilz Pycnostysanus azaleae zu übertragen. Da die Zikaden sehr mobil sind und bei der kleinsten Berührung des Blattes aufspringen, ist eine

Bekämpfung nicht empfehlenswert.

Quelle: Regierungspräsidium Gießen, Dezernat Pflanzenschutzdienst

21.4.2017 Frostschäden an Obstblüten… Nacktschnecken… Blattläuse an überwinternden Zierpflanzen …

Frostschäden an Obstblüten
Frostschutzberegnung bei Apfelblüte Quelle: www.diesuedtiroler.it
Frostschutzberegnung bei Apfelblüte Quelle: www.diesuedtiroler.it

Die milde Witterung vor Ostern hat dazu geführt, dass sich die Blüten an Süßkirsche, Pflaume, Apfel und anderen Obstkulturen einige Tage früher geöffnet haben, als im langjährigen Mittel. Die letzten frostigen Nächte, in der kalte Polarluft nach Deutschland geströmt ist, haben der überall weit vorangeschrittenen Obstblüte zugesetzt. Bereits bei -2° C kann es zu Frostschäden in der Blüte kommen. In den Obstanlagen und in den Weinbergen wurden Maßnahmen ergriffen um die Frostschäden zu minimieren wie z.B. Frostschutzberegnung und das legen von kleinen Feuern oder das Aufstellen von Fackeln in den Weinbergen

Typische Frostschäden an der Obstblüte, aber auch an anderen empfindlichen Teilen wie den frisch austreibenden Blättern an Gehölzen und empfindlichen Stauden, frisch austreibenden Kräutern und jungen Gemüsepflanzen, sind an der bräunlichen Farbe und der eingefallenen Gewebsstruktur erkennbar.

Die entstandenen Schäden und damit einhergehende Ernteeinbußen im Obst können noch nicht abgeschätzt werden, da die Obstbäume immer sehr viel mehr Blüten ansetzen, als letztendlich benötigt werden.

Nacktschnecken

Spanische Wegschnecken
Spanische Wegschnecken

Das frische Grün der austreibenden Pflanzen und die neu gepflanzten und gesäten Gemüse- und Zierjungpflanzen locken die Nacktschnecken aus Ihren Überwinterungsquartieren im Boden. Sie fressen die jungen Pflanzen und Triebe fast komplett auf und führen so zu einer Schwächung bis hin zum Absterben der Pflanze. Tagsüber verkriechen sich die Nacktschnecken unter feuchte und schattige Nischen. Die zuletzt frostigen Nachttemperaturen können die Nacktschnecken zunächst wieder zurückgedrängt haben.

Zur Bekämpfung der Schnecken bzw. zur Vermeidung der Schäden gibt es verschiedene Strategien von denen hier nur ein paar Beispiele vorgestellt werden:

Bekämpfung:

  • Auslegen von Schneckenkorn mit dem Wirkstoffen Eisen-II-Phosphat oder Metaldehyd – bei dieser Methode werden alle Schnecken abgetötet, auch z.B. die Gehäuseschnecken die in der Regel kaum Schäden an den Kulturen verursacht
  • Auslegen von Brettern im Bett, am Morgen werden die Schnecken ab gesammelt

Vermeidung:

  •  Aufstellen von Barrieren für besonders gefährdete Kulturen, im Handel sind verschiedene Ausführungen der Schneckenzäune erhältlich

Nicht empfehlenswert ist die Bierfallen-Methode in direkt aneinandergrenzenden Kleingärten, hier werden nicht nur die Schnecken aus dem eigenen Garten sondern auch die Schnecken aus den umliegenden Gärten angelockt. Auch das Ertränken der Schnecken oder das bestreuen mit Salz sind unnötig grausame Bekämpfungsmethoden, da sie zu einem langsamen und für die Schnecken qualvollen Tod führen.

Blattläuse an überwinternden Zierpflanzen

Blattläuse an Oleander
Blattläuse an Oleander

Die überwinternden Kübelpflanzen sollten regelmäßig auf Blattlausbefall kontrolliert werden. Die Kübelpflanzen treiben erneut aus, können allerdings bei den aktuellen Temperaturen allenfalls vorübergehend rausgestellt werden. Die einzelne Blattlaus kann sich innerhalb einer kurzen Zeit stark vermehren und so schnell zu kleinen und größeren Blattlauskolonien an den aufbrechenden Knospen und frisch austreibenden Trieben und Blättern führen. Die Kulturpflanzen sind in diesem Stadium sehr empfindlich und können auf diese Weise geschwächt bzw. geschädigt werden. Bei leichtem Befall können die Blattläuse ab gesammelt oder robuste Pflanzen mit einer Wasserbrause abgeduscht werden. Bei stärkerem Befall gibt es im Handel verschiedene Pflanzenschutzpräparate als anwendungsfertiges Spray oder in Form von Stäbchen oder Pflanzenschutzmittelkonzentrate zum selbständigen ansetzen.

14.04.2017 Wacholderblasenrost/Birnengitterrost, Monilia-Spitzendürre an Sauerkirsche, Wildschweinschaden

Tipp vom 14. April 2017

Wacholderblasenrost und Birnengitterost

Fruchtkörper des Wacholderblasenrost
Fruchtkörper des Wacholderblasenrost

Ab April bilden sich an manche Wacholderarten, u.a.Juniperus sabinae und Juniperus chinensis auffällige gelb-orange gallertartige Gebilde an den dickeren Trieben. Es handelt sich hierbei um die Fruchtkörper des Wacholderblasenrostes, besser bekannt unter dem Namen Birnengitterrost. Vom Wacholder aus infiziert der Pilz die jungen Blätter der Birne.

 Ausführliche Informationen zum Wacholderblasenrost bietet ein Artikel von Thomas Lohrer.

Eine Bekämpfung der Krankheit mit Pflanzenschutzmitteln ist an Wacholder nicht möglich. Während der Infektionszeit, die etwa mit der Vollblüte der Birne beginnt, kann mit dem Fungizid Duaxo Universal Pilz-frei (Wirkstoff Difenoconazol) die Infektion mit dem Pilz vermindert werden. Eine chemische Bekämpfung im Haus- und Kleingarten ist jedoch abhängig von der Größe des Birnbaumes und nur bei jungen und kleinen Birnbäumen überlegenswert.

 

Monilia Spitzendürre an Sauerkirsche, vertrocknete Blüten
Monilia Spitzendürre an Sauerkirsche, vertrocknete Blüten

Monilia-Spitzendürre an Sauerkirsche

Zeigen die Blütenknospen des Sauerkirschen weiße Farbe muss mit Infektionen durch den Erreger der Monilia-Spitzendürre gerechnet werden. Befallsdruck besteht ab dem Stadium ‚Weiße Knospe‘ bis zum Abfallen der Blütenblätter. Wer Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung einsetzen will, muss diesen Zeitraum mit 2 bis 3 Spritzungen abdecken.
Einsetzbar sind  folgende Präparate:

  •  Duaxo Universal Pilz-frei (Difenoconazol)
  • Obst-Pilzfrei Teldor oder Steinobst-Pilzfrei Baycor T (Fenhexamid).

 

von Wildschweinen zerwühlte Weide
von Wildschweinen zerwühlte Weide

 Schäden durch Wildschweine

Im Frühjahr und Herbst zerwühlen Wildschweine auf der Suche nach Nahrung Ackerfläche, Grünland, Weiden und Gärten. Sie kommen in der Regel Nachts in kleinen Gruppen, der sogenannten Rotte. Im Garten zerwühlen sie Beete und Rasen, zerstören den Zaun und können Ziergehölze schädigen. Sie suchen in der Erde u.a. nach Käferlarven, Würmern Schnecken. Das die Wildschweine zunehmend in die Siedlungen kommen hat u.a. folgende Gründe: die ursprünglichen Reviere werden immer kleiner, in den Siedlungen wird im Allgemeinen nicht gejagt, in den Gärten ist die Nahrungssuche einfacher zudem werden die Wildschweine durch Essensreste auf dem Kompost unabsichtlich angelockt. Mit geeigneten Abgrenzungen wie Steinmauer oder stabileren Gitterzäunen kann das Eindringen der Wildschweine in den Garten verhindert werden. Für entstandene Schäden durch Wildschweine im eigenen Garten muss der Eigentümer selbst aufkommen (Urteil vom BGH). Schäden auf dem Grünland und auf weiden können unter Umständen ersetzt werden (siehe dazu „Wildschäden am Grünland korrekt regulieren“ vom DLR)

 

Demnächst wird zum Thema „Wildschäden durch Wildschweine“ ein eigener Artikel in der Infothek veröffentlicht.

Der Pflanzenschutzdienst Hessen wünscht Ihnen ein schönes Osterfest!