Aktuell

Die kühlen und nassen Witterungsbedingungen haben uns eine sehr lange Obstblüte und eine teils noch andauernde Rapsblüte. Die Insekten konnten sich bei dieser Witterung mehrheitlich nicht gut entwickeln. Z.B. sind Blattläuse vielerorts kaum zu finden, sie werden sich aber in den nächsten Tagen stärker ausbreiten und auch die Honigbienen sind mancherorts kaum aus ihren Stöcken ausgeflogen und darben oder sind leider verhungert. Dafür konnten sich viele Pilzkrankheiten gut ausbreiten, so ist z.B. der Mehltau in vielen Kulturen zu finden

Apfelschorf

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Beginnende Infektion mit Apfelschorf
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Apfelmehltau an Triebspitze

Die Infektionsbedingungen waren für den Apfelschorf sehr günstig, so dass es zu starken Schorfbefall an den Blättern und den sich entwickelnden Früchten kommen kann. Auch der Apfelmehltau kann in bestimmten Lagen zu sehr schweren Schadausprägungen führen. In beiden Fällen kann bei starkem Befall ein zeitiger Sommerschnitt erwogen werden.

Einige Hinweise zum Sommerschnitt bei Obstgehölzen bietet die Gartenakademie Rheinlandpfalz an.

Dagegen sind mehlige Apfelblattläuse, Apfelwickler und Frostspanner nur in geringem Maße anzutreffen. Die auffälligen Schadsymptome durch die Apfelfaltenlaus sind ebenso nur vereinzelt sichtbar. Die Apfelgespinnstmotten haben sich nun vielerorts bereits in kleinen Nestern eingesponnen und eine Bekämpfung mit einem Bacilus thuringesis-Präparat ist nun nicht mehr möglich.

Schrotschuss- und Sprühfleckenkrankheit

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Sprühfleckenkrankheit an Kirsche

In den Kirschen kam es zu Infektionen mit der Schrotschusskrankheit und der Sprühfleckenkrankheit. Begünstigt wurde das Auftreten der Krankheiten durch die regnerische Witterung nach der Blüte und Temperaturen von über 15°C. Die Schrotschusskrankheit tritt auch häufig an Kirschlorbeer und Zierkirschen auf. Dabei bilden sich auf den Blättern zunächst braune runde Punkte. Das braune abgestorbene Blattgewebe in der Mitte der Blätter fällt dann aus, zurück bleiben die charakteristischen runden Löcher in den Blättern. Bei der Sprühfleckenkrankheit sind die runden Blattflecken deutlich kleiner und zahlreicher auf den Blättern zu finden. Starker Befall führt zu vorzeitigem Blattfall.

In beiden Fällen kann die Krankheit eingedämmt werden, wenn die Kronen eher locker und licht gestalten sind und dadurch die Blätter schneller abtrocknen können. Fruchtmumien und befallene Triebe können – bei begrenztem Befall – entfernt werden, um eine Ausbreitung der Krankheit einzudämmen.

Zudem wird derzeit von einem regional starken Fruchtfall/Röteln berichtet. Als Röteln wird der Fruchtfall im Juni bezeichnet, bei der sich die erbsengroßen Früchte zunächst rot dann braun färben und abfallen. Begünstigt wurde das Röteln dieses Jahr vermutlich durch die kühle Witterung nach der Blüte.

Schneckenfraß

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Nacktschnecke

Das Vorkommen der Schnecken ist in diesem Frühjahr sehr ungleich verteilt. Mancherorts sind keine Schnecken trotz feuchter Witterung anzutreffen, andernorts wird von großen Fraßschäden an Kohl- und Salatjungpflanzen, in Erdbeeren und an den einjährigen Zierpflanzen berichtet. Diese großen Unterschiede kommen u.a. durch die für die Schnecke schwierigen Bedingungen in den letzten Jahren, sind die Schneckenpopulationen stark geschwächt. Wer seinen Garten in der Nähe vom Feld oder Wiesen hat, wird stärker mit Schnecken zu tun haben als andere Gartenbesitzer. Besonders Ackerschnecken richteten große Fraßschäden an.

Wer wissen möchte, wie groß das Schneckenvorkommen in seinem Garten ist, kann einen nassen Jutesack auf den Boden legen. Die Nacktschnecken sammeln sich bevorzugt unter Bodenschollen, Brettern und anderen geschützten feuchten Stellen – wie z.B. dem Jutesack. Am nächsten Tag kann man kontrollieren, wie viele Schnecken sich angesammelt haben und diese entfernen. Zur Bekämpfung eignen sich im Handel erhältliche Präparate auf Basis von Eisen-III-phosphat oder Metaldehyd.

Gartentelefon – 0561 7299-377

Das Gartentelefon ist ein Beratungsangebot der Hessischen Gartenakade­mie. Bei Fragen zu einzelnen Kulturen oder dem Auftreten von Schädlingen und Krankheiten steht Ihnen das Team der hessischen Gartenakademie mit einer fundierten Beratung zur Seite. 

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Quelle: Regierungspräsidium Gießen, Dezernat Pflanzenschutzdienst