Pflanzenschutztipp vom 28. Juli 2023

Wicklerraupen

Im Obstbau, insbesondere im Apfel ist der Flug der zweiten Generation des Apfelwicklers hoch. An den Äpfeln findet man Einbohrungen durch die Raupen in die jungen Äpfel. Besonders zwischen aneinanderhängenden Äpfeln findet man die typischen Löcher die durch den Apfelwickler entstehen. Auch in den Pflaumen kommen verstärkt Pflaumenwickler vor. Durch die derzeit feuchte Witterung besteht zudem eine hohe Infektionsgefahr mit Zwetschenrost und Fruchtfäule. In vielen weiteren Kulturen kommen ebenfalls spezialisierte Wicklerarten vor, derzeit auffällig ist z.B. auch der Erbsenwickler. Die Raupen des Erbsenwicklers fressen an den kleinen Erbsen in den Schoten.

Buchsbaumzünsler

Mittlerweile fressen wieder Raupen der 2. Generation des Buchsbaumzünslers an den Blättern des Buchsbaumes. Es kommt zu einer weiteren Schwächung des Ziergehölzes, wenn er bereits im Frühjahr stark befallen war. Teilweise picken kleine Singvögel die grünen schwarz gemusterten Raupen aus dem Gehölz. Bei Hecken und kleineren Formgehölzen kann man versuchen, die Raupen mittels eines Hochdruckreinigers oder eines Industriestaubsaugers zu entfernen.

Zwergzikaden

Auf den Blättern vieler Kulturen findet man pünktchenartige Aufhellungen blattoberseits und bei genauerem Hinsehen kann man auch längliche, sehr kleine helle bis hellgrüne Zwergzikaden. Sie sind sehr mobil und flugfähig, bei kleinsten Bewegungen des Blattes flüchten sie. Die lang anhaltende warme bis heiße Witterung hat die Vermehrung der Zwergzikaden begünstigt. Sie saugen blattunterseits an den Blättern, dadurch entstehen Lufteinschlüsse im Blatt, die als weiße Sprenkeln erscheinen. Als Virusüberträger können sie für den Erwerbsanbau bedeutende Schädlinge darstellen. U.a. kommen Zwergzikaden an Himbeeren, Bohnen und Kräutern wie Salbei vor. Zwergzikaden kommen sehr artenreich in Deutschland vor (über 450 Arten) und haben einen großen Wirtspflanzenkreis. Ihrerseits sind sie selbst Nahrung für Nützlinge wie Blumenwanzen, Florfliegenlarven oder Marienkäfer.

Viruserkrankung an Kürbis und Zucchini

Es häufen sich die Meldungen von erkrankten Kürbispflanzen, insbesondere die Infektion mit dem Zucchinigelbmosaikvirus der sowohl an Kürbis als auch an Zucchini auftreten kann. Auf den Blättern sind gelbe linienförmige Ringmuster und Aufhellungen erkennbar. Auf den Früchten kommt es zu dunkelgrünen Scheckungen und Ringmustern. Die Viruserkrankung wird über Blattläuse übertragen, die an den Pflanzen saugen.


aktuell:

Das Land Hessen plant den Einsatz von Pestiziden sowohl in der Produktion als auch in Gemeinden und im Haus- und Kleingarten um 30 % bis zum Jahr 2030 zu reduzieren. Ziel ist es, nicht nur den Verbrauch der Umweltchemikalien zu senken, sondern auch die Biodiversität zu fördern und dem Artensterben entgegen zu wirken. Als Hauptgründe für den Artenrückgang gelten die zunehmende Versiegelung der Flächen, der Rückgang der Strukturvielfalt in der Landschaft und die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln und Bioziden in der Landwirtschaft, im Gartenbau aber auch im öffentlichen Raum und in prvaten Gärten.

Pestizid-Reduktionsplan Hessen 2023-2030

Um diesen Plan zu verwirklichen, sind auch die Haus- und Kleingärten ausdrücklich adressiert. Die Broschüre zum integrierten Pflanzenschutz im Haus- und Kleingartenbereich dient hier als hilfreiche Vorlage zur Umsetzung.

Gartentelefon – 0561 7299-377

Das Gartentelefon ist ein Beratungsangebot der Hessischen Gartenakade­mie. Bei Fragen zu einzelnen Kulturen oder dem Auftreten von Schädlingen und Krankheiten steht Ihnen das Team der hessischen Gartenakademie mit einer fundierten Beratung zur Seite. 

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  • montags bis freitags von 09:00 bis 11:00 Uhr
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Info zum Gartentelefon

Broschüre: Kauf, Anwendung und Lagerung von Pflanzenschutzmitteln – Tipps für Hobbygärtner vom BVL

Quelle: Regierungspräsidium Gießen – Pflanzenschutzdienst