Pflanzenschutztipp vom 22. Oktober 2018

Leimringe gegen Frostspanner

Frostspanner
Frostspanner

Ab Mitte Oktober können Leimringe zur Bekämpfung des Frostspanners angebracht werden. Mit Beginn der ersten Frostnächte sind die hellen Faltermännchen in der Abenddämmerung und nachts auf der Suche nach einem Weibchen. Im Scheinwerferlicht der Autos kann man die fliegenden Kleinschmetterlinge besonders gut erkennen. Die Frostspanner schlüpfen aus ihren Kokons die sich im Boden befinden. Die Weibchen sind flugunfähig und kriechen die Baumstämme hinauf, um an jungen Trieben ihre Eier abzulegen. Auf diesem Weg in die Baumkronen kann man die weiblichen Frostspanner mit Hilfe von Leimringen fangen, bevor sie ihre Eier ablegen. Sie werden nach Gebrauchsanleitung fest am Stamm der Gehölze und ggf. auch am Baumpfahl befestigt. Die Leimringe sollten regelmäßig auf festen Sitz und ausreichende Funktionstüchtigkeit kontrolliert werden. Verschmutzte oder eingetrocknete Leimringe sind zu erneuern.

Topfpflanzen fertig fürs Winterquartier machen
Nun sinken die Temperaturen merklich und es wird herbstlich. Besonders nachts sinken die Temperaturen stark ab. Die Topfpflanzen müssen jetzt auf ihr Winterquartier vorbereitet werden. Hier haben wir ein paar allgemeine Tipps vorbereitet. Dürre Blätter und Zweige sowie die Blüten und das Unkraut in den Töpfen werden gründlich entfernt. Die meisten Kübelpflanzen können auch um 1/3 zurückgeschnitten werden siehe Übersicht. Kontrollieren Sie ihre Kübelpflanzen auf Schädlinge wie Blattläuse, Schildläuse, Wollläuse und Spinnmilben sowie auf Ameisennester. Zur Bekämpfung können Sie bei Tagestemperaturen um 15 °C noch systemisch wirkende Präparate mit den Wirkstoffen Thiacloprid und Acetamiprid einsetzen, Kontaktmittel mit den Wirkstoffen Rapsöl und Pyrethrine sind noch bis 5 °C verwendbar. Der Topfballen darf nicht durchnässt sein. Da die Pflanzen in ihrem Winterquartier in der Ruhephase sind, verbrauchen sie nur sehr wenig Wasser, ist die Erde zu feucht entstehen Wurzelfäulen die zum Absterben der Pflanze führen können. Die Pflanzen sollten hell und nicht zu dicht gedrängt im Winterquartier stehen. Der Raumtemperatur im Winterquartier richtet sich nach der Herkunft der Pflanzen: mediterrane Pflanzen 5-10 °C, tropische Pflanzen 10-15 °C.

Quelle: Regierungspräsidium Gießen, Dezernat Pflanzenschutzdienst

Pflanzenschutztipp vom 04. September 2018

Ansicht von Paris aus dem Weltraum von Alexander Gerst/ESA
Ansicht von Paris aus dem Weltraum von Alexander Gerst/ESA

Schäden durch Trockenheit

Die anhaltende Trockenheit hat eine Reihe von Schäden in der Landwirtschaft aber auch im städtischen Grün und im Wald hinterlassen. Die Pflanzen die nicht bewässert wurden, hatten ausgeprägten Trockenstress – dies wirkte sich auf die Blüten- und Fruchtbildung aus und die Erträge sanken deutlich. Junge Gehölze und Pflanzen die erst im letzten Herbst bzw. in diesem Frühjahr gepflanzt wurden, sind bei unzureichender Bewässerung vertrocknet. Einige Pflanzen nahmen auch Schaden durch die anhaltende Hitzeperiode trotz Bewässerung. Bei Stauden und Zierpflanzen kam es zu Sonnenbrand auf den Blättern und bei Obstgehölzen trat Sonnenbrand auf den Früchten zu, im  Beerenobst – z.B. die Brombeeren – vertrockneten die Beeren am Strauch ohne richtig auszureifen. Gerade bei Gehölzen kann die Dürre auch noch Folgen für die nächsten Jahre haben, da im Sommer die Knospen fürs nächste Jahr angelegt werden. In den Wäldern sind Holzschädlinge wie der Borkenkäfer auf dem Vormarsch. 

Sonnenbrand auf Apfel
Sonnenbrand auf Apfel

Apfelwickler

Die warme und trockene Witterung führte zu besten Entwicklungsbedingungen für Insekten. So konnten sich diverse Wickler-Schmetterlinge bestens vermehren und dies führte zu einem hohen Anteil an madigen Früchten im Steinobst. Auch im nun erntereifen Kernobst sind vielen Maden des Apfelwicklers zu finden. Der Flug der 2. Apfelwicklergeneration geht in Hessen gerade zu Ende, sodass in den Äpfeln die ab September geerntet werden auch Maden enthalten können. Durch Pheromonfallen die die männlichen Wickler-Falter einfängt, kann man den Flug im eigenen Garten beobachten. Eine Minderung des Befalls im nächsten Jahr kann durch den Einsatz des Wellpapperings gelingen. Durch den langen heißen Sommer können sich auf den Früchten auch Sonnenbrandflecken gebildet haben. Diese Flecken sind typischerweise rund, dunkelbraun bis schwarz und nur an Früchten aus dem äußeren Kronenbereich zu finden.

 

Aktuell:

Die EU hat nun beschlossen die Anwendung der in letzter Zeit umstrittenen neonicotinoiden Wirkstoffe Imidacloprid, Clothianidin und Thiamethoxam im Erwerbsanbau nur noch im Gewächshaus zu zulassen. Die Anwendung im Freiland wird zum 18. September 2018 widerrufen. Im Zusammenhang mit diesen Wirkstoffen stehen Fälle von Bienenvergiftung. Für den Hobbyanbau sind diese Wirkstoffe seit einiger Zeit nicht mehr zugelassen.

Quelle: Regierungspräsidium Gießen, Dezernat Pflanzenschutzdienst

Pflanzenschutztipp vom 28. Mai 2018

Krankheiten und Schädlinge an Rosen

Derzeit kann man in den Rosen ist eine Vielzahl an Krankheiten und Schädlingen finden. Der Schönwetterpilz Echter Mehltau breitet sich verstärkt aus und auch Rosenrost ist häufig. Die Rosen sind dabei von einem weißen mehligen Belag überzogen, sowohl Blätter, Knospen als auch der Trieb sind betroffen. Bei Rosenrost sind besonders an den Blättern und Trieben orange rote Pusteln verteilt. Befallene Pflanzenteile großzügig abschneiden und entsorgen. Bei ersten Symptomen können Fungizide eingesetzt werden. Auch viele verschiedene Raupen und Blattläuse fressen und saugen an den Pflanzenteilen. Die Raupen der Blattrollwespe verursachen das Einrollen der Rosenblätter, in den eingerollten Blättern sitzen die Larven der Blattrollwespe. Die Larven des Rosentriebbohrers bohren sich unterhalb der Knospe in den Trieb und führen zum Welken und Absterben der Knospe. Für beides stehen derzeit keine Insektizide zur Verfügung, jedoch verursachen diese in der Regel nur geringe Schäden.

 

 

Kirschfruchtfliege in Süßkirsche

Einstichloch von Kirschfruchtfliege

In den heranreifenden Früchten der Süßkirsche können sich Kirschfruchtfliegen einnisten. Die Fliegen legen in der reifenden Frucht ihre Eier ab, die Maden ernähren sich vom Fruchtfleisch. Zur Bekämpfung stehen keine Insektizide zur Verfügung. Das Aufstellen von gelben Leimtafeln ist eine Möglichkeit zur Überprüfung, ob Kirschfruchtfliegen vorhanden sind und kann die Anzahl der befallenen Kirschen evtl. verringern. Die Kirschessigfliege ist eine eingewanderte Verwandte der Kirschfruchtfliege, diese legt ihre Eier in die reifen Früchte ab, die Maden entwickeln sich sehr schnell und verursachen schnell faulende Früchte. Sie breiten sich immer weiter in Deutschland aus. Hier können Sie Monitoringstandorte in Hessen mit den Fangzahlen einsehen.

 

 

Gallmilben an Ahorn

Gallmilben an Ahorn

Auf den Blättern verschiedener Ahornarten und anderer Laubbäume sind eigenartige, oft röhrenförmige oder auch kugelige oder filzige Gebilde blattober- oder blattunterseits. Sie werden durch sehr kleine Gallmilben verursacht, die mit bloßem Auge nicht erkennbar sind. Eine Bekämpfung ist meist nicht nötig, da es sich nur um eine optische Beeinträchtigung der Bäume handelt.

 

Quelle: Regierungspräsidium Gießen, Dezernat Pflanzenschutzdienst

Pflanzenschutztipp vom 15. Mai 2018

Durch die anhaltend warme Witterung im April und Mai haben sich nicht nur die Pflanzen in kürzester Zeit entwickelt. Auch  Insekten treten wieder verstärkt auf. Blattläuse und Raupen treten in vielen Kulturen auf.

Apfelgespinnstmottennest

Gespinstmotten im Apfel- und Birnenbaum

In den Zweigen und an den Blättern sind Gespinste zu finden. Es sind Raupennester mit vielen Raupen der Apfelbaumgespinstmotte. Oftmals treten viele Raupennester in unterschiedlichen Stadien auf einem Baum auf. Die Raupen fressen die Blätter bis auf die Blattrippen ab. Der Schmetterling ist recht unscheinbar und tritt ab Juli auf. Wenn die Raupen noch ganz klein sind kann ein Bacillus thuringiensis-Präparat eingesetzt werden.

Buchsbaumzünsler

Buchsbaumzünsler

Die jungen Buchsbaumzünslerlarven beginnen nun mit ihrem Fraß, an einigen Standorten wurden sie bereits gesichtet. In den befallsgefährdeten Regionen sollten die Buchsbaumpflanzungen auf Befall kontrolliert werden. Der Buchsbaumzünsler breitet sich stetig von Süddeutschland in Richtung Norden aus und ist bereits in Hessen vertreten. Zur Bekämpfung im Garten stehen die chemischen Präparate Dipel ES Raupen-Frei und Schädlingsfrei Careo Konzentrat zur Verfügung. Wichtig ist ein frühzeitiger Bekämpfungstermin gegen die jungen Larven.

Quelle: Regierungspräsidium Gießen, Dezernat Pflanzenschutzdienst

Pflanzenschutztipp vom 04. April 2018

Moos im Rasen und Tipps zur Rasenpflege

Endlich kommt der Frühling in Schwung und die Temperaturen steigen wieder an. Damit sich der Rasen nach dem Winter wieder gut entwickelt, kann jetzt mit den Pflegearbeiten begonnen werden: Laub und Moos entfernen, Rasenfilz entfernen und düngen um das Wachstum des Rasens zu fördern. Zunächst wird der Rasen kurz gemäht im Anschluss wird das Moos im Rasen und der Rasenfilz entfernt. Mit einem Vertikutierer wird die oberste Bodenschicht gelockert, Rasenfilz, Moos und Unkräuter entfernt. Bei stärkerem Moosbewuchs kann zusätzlich ein Moosvernichtungspräparat aus dem Handel eingesetzt werden. Es gibt auch Kombipräparate mit Dünger. In den derzeit zugelassenen Moosvernichtern ist einer der drei folgenden Wirkstoffe enthalten: Eisen-II-Sulfat, Essigsäure und Pelargonsäure. Mit keinem der Präparate kann das Moos nachhaltig entfernt werden. Die Wirkstoffe töten zwar das Moos ab, aber im Laufe weniger Wochen wächst in der Regel erneut das Moos auf der behandelten Rasenfläche. Besonders auf schattigen Flächen unter Gehölzen lässt sich Moosbewuchs nur kurzzeitig bekämpfen.

Sind die Rasenflächen sehr stark vermoost, so dass nur noch wenige Rasengräser vorhanden sind, kann eine Rasenneuanlage erwogen werden.

Pflanzenschutztipp vom 07. März 2018

Rot- und Weißfleckenkrankheit an Erdebeere
Rot- und Weißfleckenkrankheit an Erdebeere

Gesunderhaltung der Erdbeeren

Jetzt vor dem Neuaustrieb kann man noch die Pflanzengesundheit der Erdbeerpflanzen fördern, indem man das alte Laub entfernt. Auf diese Weise kann man die Ausbreitung der Rot- und Weißfleckenkrankheit und anderer Pilzerkrankung wie dem Mehltau eindämmen. Zudem können Sie im Frühjahr auch weniger anfällige Sorten wie ‘Fraroma’, ‘Daroyal’ oder die Spätreife ‘Malwina’ ausprobieren. Weitere Tipps zur Erdbeerkultur finden Sie in der Broschüre “Erdbeeren im Garten” vom sächsischen Pflanzenschutzdienst. Auch das alte Laub unter den Obstbäumen und Obststräuchern sollte jetzt noch entfernt und entsorgt werden. Damit wird eine Neuinfektion der bald austreibenden Kulturen mit den evtl. im letzten Jahr vorhandenen Pilzkrankheiten  verringert.

Aussaat auf der Fensterbank

Nun kann langsam mit der Gemüsejungpflanzenanzucht auf der eigenen Fensterbank begonnen werden. Das Substrat sollte gedämpft und feinkrümelig sein um die Infektion mit bodenbürtigen Pilzen wie z.B. Rhizoctonia zu verhindern und das Keimen zu erleichtern. Im Handel gibt es spezielle Aussaaterde. Ein weiterer wichtiger Punkt um Auflauf- und Umfallkrankheiten zu vermeiden, ist die Substratfeuchtigkeit. Staunässe und unregelmäßiges Gießen schaden der Entwicklung der Jungpflanzen. Der richtige Standort des Anzuchtkastens ist sonnig und die Temperatur ist für das gewählte Saatgut geeignet. Die Keimtemperatur für Fruchtgemüse wie Tomate und Paprika liegt bei ca. 22-25°C, Wurzelgemüse und Kohl bevorzugt zum Keimen 15-20°C und Salat keimt bei Temperaturen unter 15°C. Nachdem die Saat aufgegangen ist sollte die Temperatur etwas abgesenkt werden, damit sich kurze und kräftige Jungpflanzen entwickeln können. Die Auswahl der Gemüsesorten erfolgt nach individuellen Kriterien wie der Reifezeit, Farbe und Größe und der Anfälligkeit gegenüber Krankheiten und Witterung. Die Mitarbeiter der Landwirtschaftskammer Niedersachsen haben eine Liste mit resistenten und toleranten Gemüsesorten für den Hausgarten zusammengestellt.

 

Aktuell: Bei den zur Zeit herrschenden frostigen Temperaturen kann die kommende Gartensaison in Ruhe vorbereitet werden. Für einen guten Start sollten nun die Werkzeuge gepflegt werden. Die Gartengeräte können jetzt gründlich gereinigt und auf Funktionstüchtigkeit überprüft werden. Die Scheren sollten desinfiziert, geschärft und nach Bedarf geölt werden.

Quelle: Regierungspräsidium Gießen, Dezernat Pflanzenschutzdienst

Pflanzenschutztipp vom 06. Februar 2018

Image
Übersicht zur Mischkultur Quelle: www.gartenbauvereine.de

Fruchtfolge und Mischkultur – Gartenplan anlegen

Bevor die Aussaat und Pflanzung in den Beeten wieder beginnt, ist es empfehlenswert, einen Gartenplan anzulegen. Erstellen Sie dazu eine Skizze mit den vorhandenen Nutzflächen im Garten und tragen Sie die Kulturen ein, die Sie dort im letzten Jahr angebaut haben. Ein Fruchtwechsel bietet sich an, um sowohl einem einseitigen Entzug bestimmter Nährstoffe, als auch der Anreicherung von wachstumshemmenden Stoffen aus Pflanzenresten und insbesondere die Vermehrung von bestimmten Krankheitserregern und Schädlingen im Boden vorzubeugen.
In der Fruchtfolge sollten stets Kulturen aus verschiedenen Pflanzenfamilien nacheinander auf einer Fläche angebaut werden um die Bodenfruchtbarkeit und ein Gleichgewicht bei den bodenbürtigen Schaderregern zu fördern. Die gleichen Kulturen sollten frühestens nach 3 Jahren auf derselben Fläche angebaut werden, bei Kohlgewächsen sollte der Abstand mindestens 6 Jahre betragen, um eine mögliche Infektion mit der Kohlhernie zu vermeiden.

Auch der Anbau von Kulturen aus verschiedenen Pflanzenfamilien in einer Mischkultur auf einer Fläche ist empfehlenswert, da diese sich in Ihrer Entwicklung positiv beeinflussen können und somit den Ertrag steigern und den Befall mit Schaderregern verringern. Jedoch ist zu beachten, dass chemischer Pflanzenschutz in einer Mischkultur oftmals nicht eingesetzt werden kann, da eine Abdrift des Mittels auf die benachbarten erntereifen Kulturen unvermeidbar ist.

Genauere Infos zur Fruchtfolge bietet z.B. die Landwirtschaftskammer Schleswig Holstein.

Sortenwahl bei einjährigen Kulturen

Nun steht die neue Gartensaison und die damit verbundenen ersten Aussaaten im Frühbeet, Gewächshaus oder auf der Fensterbank kurz bevor. An die Aussaatplanung gibt es wie so oft verschiedene Herangehensweisen. Manche bevorzugen die altbewährten Sorten, von denen sie vielleicht auch selbst das Saatgut ziehen. Andere experimentieren gern und wählen besonders alte, rare oder exotische Sorten oder setzen auf Hybridsaatgut das bessere Erträge verspricht. Da man die vorherrschenden Witterungen in diesem Jahr nicht voraus ahnen kann, ist es sinnvoll frühe, mittlere und späte Sorten bei den verschiedenen Gemüsekulturen zu nutzen. Zudem ist der Anbau toleranter, robuster und für den Standort geeigneter Sorten ratsam.

Hinweis zu resistentem Saatgut: Bei vielen gängigen Gemüse- und Zierkulturen gibt es Saatgut oder Pflanzen, die resistent gegen bestimmte Pilzkrankheiten sind wie z.B. echter und falscher Mehltau, Fusarium oder die Kraut- und Braunfäule (Phytophthora infestans – bei Tomaten). Diese Resistenz betrifft jedoch nur einzelne Rassen dieser Pilzkrankheiten. Wenn an Ihrem Standort andere Pilzrassen vorkommen oder sich die Pilzrassen geringfügig weiterentwickelt haben, kann die bestehende Resistenz der Pflanze gegen diesen Erreger aufgehoben sein und die Pflanze wird von der Krankheit befallen. Bei toleranten Sorten kann es ebenso zur Infektion mit der Pilzkrankheit kommen, jedoch kann die Pflanze trotz Befalls noch gute Erträge liefern.

Bei altem Saatgut kann jetzt vor der eigentlichen Aussaat eine Keimprobe gemacht werden, um die Keimrate des Saatgutes festzustellen. Bei geringer Keimrate muss die Aussaatstärke dementsprechend erhöht werden. Die Lagerzeit des Saatgutes ist artspezifisch und kann von einem Jahr bis zu mehreren Jahrzehnten reichen. Generell gilt, öl- und eiweißreiches Saatgut ist länger haltbar als anderes Saatgut.

Umfassende und nützliche Broschüre zum Thema “Integrierter Pflanzenschutz im Haus- und Kleingarten” vom landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augsburg.

 

Aktuell: Durch die wechselhaft feuchte kühle und zum Teil frostige Witterung ist die diesjährige Überwinterung der Insekten und demnach auch der Schadinsekten deutlich erschwert. Die Insekten werden vielfach von Pilzen besiedelt und dies führt zu einer Dezimierung der Insektenpopulationen. Inwieweit der Befall mit Schadinsekten im nächsten Frühjahr dadurch zurückgeht, wird sich jedoch noch zeigen müssen.

Quelle: Regierungspräsidium Gießen, Dezernat Pflanzenschutzdienst

Pflanzenschutztipp vom 24. November 2017

Lagerfäule an Äpfeln
Lagerfäule an Äpfeln

Obstlager kontrollieren

Spätreifende Sorten von Äpfeln und Birnen können, je nach Sorte und Lagerbedingungen, bis weit in den Winter gelagert werden. Damit sich nicht unbemerkt die Fäulnis im Lager ausbreiten kann, sollten die eingelagerten Früchte regelmäßig auf Faulstellen kontrolliert werden. Befallenes Obst kann über den Kompost entsorgt werden, da es hier normalerweise schnell verrottet und somit keine Ansteckungsgefahr für das nächste Jahr besteht.

So lange die Lagerung bei geringen Nachtfrösten noch in Gartenhäusern oder Schuppen erfolgt, ist besonders auf entsprechenden Schutz vor Mäusen zu achten, da diese nicht nur an Lagerobst und Lagergemüse fressen, sondern es auch mit Kot und Urin verschmutzen.

Pflanzenschutzmittel frostfrei lagern

Wenn die Temperaturen unter 0°C absinken müssen Pflanzenschutzmittel in frostfreie Räume gebracht werden. Dabei können die Präparate auf ihre Verwendbarkeit für das kommende Gartenjahr überprüft werden.
Ein Mindesthaltbarkeitsdatum für Pflanzenschutzmittel gibt es nicht. Flüssige Produkte sollten nicht mehr verwendet werden, wenn sie flockig werden oder ihre Struktur deutlich verändert haben. Pulverförmige Mittel werden unbrauchbar, wenn sie stark verklumpen oder verkrusten. Im Zweifelsfall ist es besser, ältere Pflanzenschutzmittel über die Sondermüllsammlungen zu entsorgen.

Pflanzenschutzmittel, deren Zulassung abgelaufen ist, dürfen noch 18 Monate nach Zulassungsende verwendet werden und können im Handel noch 6 Monate nach Zulassungsende erworben werden. Informationen zum Zulassungsende und der Aufbrauchfrist geben die Pflanzenschutzmitteltabellen in der Pflanzenschutzinfothek.

Unter anderem läuft die Zulassung für die Fungizide Bayer Garten Rosen-Pilzfrei Spray mit dem Wirkstoff Tebuconazol die Zulassung zum 31.12.2017 aus. Die Zulassungen verschiedener Rodentizide – Präparate gegen Wühlmäuse mit den Wirkstoffen Aluminiumphosphid (Zulassungsende 31.10.2017) und Zinkphosphid (Zulassungsende 31.12.2017) und Molluskizide -Präparate gegen Nacktschnecken mit den Wirkstoffen Eisen-III-phosphat (Zulassungsende 31.12.2017 bzw. die Compo-Präparate bis zum 31.10.2017) sowie Metaldehyd (Zulassungsende 31.12.2017) laufen aus.

Mithilfe der Pflanzenschutzmitteldatenbank der Zulassungsbehörde BVL können Sie nachschauen, wie lang ihre Pflanzenschutzmittelpräparate noch zugelassen sind.

Winterschutz für empfindliche Gehölze im Freiland

Gehölze die tiefe Temperaturen unter 0°C nicht gut vertragen wie z.B. Feigen, winterharte Palmen und bestimmte Pinienarten benötigen bei uns im Freiland im Winter Schutz. Für Bodendecker und kleine Gehölze eignen sich Vliesabdeckungen. Größere einzelnstehende Gehölze werden im unteren Bereich mit Reisig oder Stroh abgedeckt. Immergrüne empfindliche Gehölze müssen im Winter vor Frost, starkem Wind und Schneelast geschützt werden. Zudem besteht die Gefahr das an sonnigen Wintertagen die Pflanzen Trockenstress haben – die sogenannte Frosttrocknis, da sie über ihre Blätter viel Wasser verdunsten und im gefroren Boden die Wurzeln kaum Wasser aufnehmen können. Mit Schattiernetzen, Schilfmatten oder Reisig wird diese Gefahr minimiert.

Nicht nur der Schutz vor Frost ist für diese Kulturen wichtig, sondern auch die regelmäßige Kontrolle zur Pflanzengesundheit dieser eingepackten Gehölze ist erforderlich.

Der Winterschutz ist über die gesamte Frostperiode beizubehalten, im Frühjahr bei den ansteigenden Temperaturen muss der Winterschutz jedoch rechtzeitig entfernt werden, damit die Pflanzen erneut austreiben können.

Quelle: Regierungspräsidium Gießen, Dezernat Pflanzenschutzdienst

Pflanzenschutztipp vom 08. November 2017

Empfindliche Knollen- und Zwiebelpflanzen ausgraben

Gladiolen, Gartenamaryllis und weitere empfindliche Knollen- und Zwiebelpflanzen werden nun ausgegraben und kommen in ihr Winterquartier. Da Dahlien erst ausgegraben werden, wenn das Laub welkt und abstirbt, wartet man in der Regel bis zum ersten leichten Frost ab. Um das Eingraben im nächsten Jahr zu erleichtern, sollte an eine kurze Beschriftung der einzelnen Pflanzen gedacht werden. Beim Einlagern sollten folgende Punkte beachtet werden, um das Durchfaulen der Knollen und Zwiebeln zu vermeiden: nur intakte und unverletzte Pflanzenteile einlagern, die Teile von anhaftender Erde reinigen und die Pflanzenteile müssen möglichst trocken sein. Die Pflanzenteile kommen in mit Zeitungspapier ausgelegte Kisten. Die Knollen der Dahlie können zusätzlich mit Sand abgedeckt werden.

Zwiebelgewächse wie Tulpen, Narzissen und Krokusse können jetzt noch eingegraben werden.

Beetvorbereitung im Herbst

Die nun abgetragenen und verwelkten Pflanzen werden mitsamt den größeren Wurzeln entfernt, ebenso das größere Unkraut und die Samenstände de Unkrautes. Sie können eingesammeltes Laub und krautiges bzw. dünnes Häckselgut auf dem Beet verteilen oder Sie geben grobzersetzte Komposterde hinzu. Nun kann das Beet grob umgegraben werden, die eingegrabenen Pflanzenteile verrotten langsam bis ins nächste Frühjahr und werden zu organischem Dünger für die Frühjahrsbepflanzung. Die grobschollige Erde wird nur etwas zerkleinert, den der Frost im Winter führt dazu, dass die Schollen aufbrechen. Dann muss im Frühjahr nur noch das Saatbett bereitet werden, da die Vorarbeiten bereits erledigt sind.

Kontrolle der eingelagerten Pflanzen im Winterquartier

Blattläuse an Oleander
Blattläuse an Oleander

Die Pflanzen im Winterquartier sollten regelmäßig auf Befall mit Schaderrergern kontrolliert werden. Häufig kann man den Befall mit Blattläusen, Spinnmilben, Wollläusen oder Thripsen feststellen. Bei Befall muss die befallene Pflanze separat gestellt werden und auch die nebenstehenden Pflanzen sind besonders zu kontrollieren. Bei leichtem Befall können die Schädlinge abgewischt werden bzw. die Pflanzen in der Dusche gut abgebraust werden, allerdings muss dieses Vorgehen in den Folgetagen mehrfach wiederholt werden. Im Handel gibt es eine Auswahl an anwendungsfertigen Präparaten u.a. mit den Wirkstoffen Rapsöl, Thiacloprid, Acetamiprid.

Zudem ist darauf zu achten, dass die Pflanzen nicht zu feucht stehen, da sie oftmals zurückgeschnitten sind und ohnehin aufgrund der geringeren Tageslänge weniger Wasser benötigen, kann es im Winterquartier schnell zu Staunässe mit anschließender Wurzelfäulnis kommen. Aber auch das Austrocknen der Töpfe ist zu vermeiden, da die Pflanzen aufgrund des geringeren Lichtes und der neuen klimatischen Bedingungen oftmals unter Stress stehen.

Aktuell: Der Flug der männlichen Frostspanner hat nun begonnen, jetzt ist die allerletzte Möglichkeit den Befall im nächsten Jahr zu mindern, indem man an den Stamm des Obstgehölzes einen Leimring anbringt. Somit werden die flugunfähigen Weibchen gehindert, in die Krone des Baumes zu klettern und dort ihre Eier abzulegen. Die (männlichen) Schmetterlinge fliegen ab Beginn der Dämmerung und sind zumeist die einzigen größeren Schmetterlinge die derzeit noch fliegen.

Quelle: Regierungspräsidium Gießen, Dezernat Pflanzenschutzdienst

Pflanzenschutztipp vom 13. Oktober 2017

  Rote Box Pflanzenschutztipp vom 13. Oktober 2017  
 
Kohlmottenschildlaus an Grünkohl
Kohlmottenschildlaus an Grünkohl

Kohlmottenschildlaus an Winterkohl

Derzeit kann man vielerorts die kleinen weißen Fliegen der Kohlmottenschildlaus fliegen sehen. Sie bevorzugen Kreuzblüttengewächse als Wirtspflanze, darunter sind auch die Kohlpflanzen. Besonders Grün-, Rosen-, und Wirsingkohl sind als Wirtspflanzen beliebt. Hier legen sie auf der Blattunterseite ihre Eier ab und hier findet auch die Larvenentwicklung statt. Die Blattunterseiten sehen dabei stellenweise weiß bepudert aus, da mit der Eiablage und Larvenentwicklung weiße Wachsauscheidungen auftreten. Die Kohlmottenschildlaus schädigt die Pflanze nicht durch Ihre Saugtätigkeit, jedoch führen die zuckerhaltigen Ausscheidungen zu einer Ansiedelung schwarzer Rußpilze. Eine Bekämpfung ist oftmals nicht notwendig. Wenn eine Bekämpfung erfolgen soll, muss diese beim ersten Sichtbarwerden der Symptome im Sommer durchgeführt werden, z.B. mit Produkten die Kali-Seife oder den Wirkstoff Azadirachtin enthalten.

Rußfleckenkrankheit an Apfel
Rußfleckenkrankheit an Apfel

Rußfleckenkrankheit an Apfel

Auf den erntereifen oder frisch geernteten Äpfeln ist ein grauer abwischbarer Belag. Hierbei handelt es sich um die Rußfleckenkrankheit oder auch Regefleckenkrankheit. Sie tritt witterungsbedingt nach einem feuchten Sommer oder Frühherbst auf und wird durch Pilze verursacht. Diese Pilze dringen jedoch nicht durch die Schale ins Fruchtfleisch ein und schädigen so die Früchte nicht. Bei der Lagerung können die befallenen Früchte schneller verschrumpeln. Je schneller die Früchte nach einem Regenguss abtrocknen können, desto geringer ist das Befallsrisiko, aus diesem und weiteren Gründen sind regelmäßige Schnittmaßnahmen erforderlich um eine luftige und lichtdurchflutete Krone zu erhalten. 

Einräumen der Topfpflanzen ins Winterquartier

Für die nächsten Tage ist durch Hoch “Tanja” nochmals schönes Wetter vorausgesagt. Danach sollten aufgrund der fallenden Tages- und Nachttemperaturen die ersten empfindlichen Topflanzen auf ihr Winterquartier vorbereitet werden. Hier haben wir ein paar allgemeine Tipps vorbereitet. Dürre Blätter und Zweige sowie die Blüten und das Unkraut in den Töpfen werden gründlich entfernt. Die meisten Kübelpflanzen können auch um 1/3 zurückgeschnitten werden siehe Übersicht. Kontrollieren Sie ihre Kübelpflanzen auf Schädlinge wie Blattläuse, Schildläuse, Wollläuse und Spinnmilben sowie auf Ameisennester. Zur Bekämpfung können Sie bei Tagestemperaturen um 15 °C noch systemisch wirkende Präparate mit den Wirkstoffen Thiacloprid und Acetamiprid einsetzen, Kontaktmittel mit den Wirkstoffen Rapsöl und Pyrethrine sind noch bis 5 °C verwendbar. Der Topfballen darf nicht durchnässt sein. Da die Pflanzen in ihrem Winterquartier in der Ruhephase sind, verbrauchen sie nur sehr wenig Wasser, ist die Erde zu feucht entstehen Wurzelfäulen die zum Absterben der Pflanze führen können. Die Pflanzen sollten hell und nicht zu dicht gedrängt im Winterquartier stehen. Der Raumtemperatur im Winterquartier richtet sich nach der Herkunft der Pflanzen: mediterrane Pflanzen 5-10 °C, tropische Pflanzen 10-15 °C.

Quelle: Regierungspräsidium Gießen, Dezernat Pflanzenschutzdienst