Pflanzenschutztipp vom 25. September 2020

Stauden im September zurückschneiden und teilen, Blumenzwiebeln setzen

Blattschneidebiene beim Nestbau, von Mattes David (Quelle: Naturgartenfreunde)
Blattschneidebiene beim Nestbau, von Mattes David (Quelle: Naturgartenfreunde)

Wenn der erste Niederschlag nach Wochen die Erde etwas aufweicht und man mit dem Spaten oder der Grabegabel wieder in die Erde kommt, kann man nach Belieben seine Stauden und Gräser teilen und umsetzen. Ausdauernde Gartenstauden wie verschiedene Gräser, Rittersporn, Margeriten und Lupinen lassen sich im September durch Teilung mit einem guten Spaten unkompliziert vermehren. Offensichtlich kranke Stauden die mit Rost oder Blattflecken befallen sind – sollten nicht vermehrt und umgesetzt werden. Kurzlebige Staudenblumen wie Kokardenblume, Mädchenauge und Sonnenbraut werden bodennah eingekürzt – auch dann, wenn sie noch blühen. Auf diese Weise kann die Pflanze etwas Energie sparen und dieses stattdessen in ihre Winterorgane investieren um die kalte Jahreszeit besser zu überstehen. Stängel die hohl oder mit Mark gefüllt sind, können geschnitten und zusammengebunden werden. Diese Bündel können dekorativ gestapelt werden und dienen als Unterschlupf für Insekten und Nützlinge. Insbesondere sind hierfür auch Bambusgräser, Schilfgras und Königskerze geeignet.

Maden der Narzissenfliege in Narzissenzwiebel
Maden der Narzissenfliege in Narzissenzwiebel

Blumenzwiebeln können jetzt und bis hinein in den Oktober gesetzt werden. Bei gekauften und eigenen Blumenzwiebeln – die man umsetzen möchte – muss man darauf achten, dass sie schön fest und unverletzt sind. Falsch gelagerte Zwiebeln oder zwiebeln die an einem feuchten Standort kultiviert wurden können faulen. Sie sind dann weich, mit Schimmelrasen überzogen oder schrumpelig – verantwortlich ist oftmals der Schimmelpilz Botrytis. Auch die Narzissenfliege kann die Blumenzwiebeln schädigen. Die Larven der Narzissenfliege fressen in der Blumenzwiebel und schädigen diese. Sie sind weich und wenn man die äußere Haut abzieht, kann man die kleinen bis zu 1 cm langen Maden vorfinden.

Krankheiten und Schäden an Kürbis

Viruserkrankung an Kürbis
Viruserkrankung an Kürbis

Die Kürbisernte ist in vollem Gang und stimmt uns bereits auf den Herbst ein. Die angebotene Vielfalt der essbaren Kürbisarten und Formen für die Herbstküche und die bunte Vielfalt an Zierkürbissen scheint jedes Jahr zahlreicher zu werden. Die letzten Wochen im Spätsommer haben manchmal dazu geführt, dass sogar der Kürbis sich noch einen Sonnenbrand geholt hat – auf der Schale sind typische helle, leicht eingesunkene Strukturen erkennbar. Die typische Krankheit an Kürbis – der echte Mehltau – nahm in den letzten Wochen auch stark zu und hat zu der typischen anfänglichen weiß Färbung der Blätter geführt. Infizierte Blätter welkten schneller und färbten sich dann grau-braun. Zudem treten an Kürbissen verschiedene Viruserkrankungen auf: die Kürbisse bleiben kleiner oder auf der Schale bilden sich ringförmige, pünktchenförmige oder fleckige Strukturen aus. Die Viruserkrankungen werden meist durch Blattläuse übertragen – und Blattläuse gab es in diesem Jahr im Übermaß.

Nützlinge im Fokus

In den kommenden Pflanzenschutztipps werden vermehrt Tipps und Informationen zu Nützlingen und ihrer Überwinterung gegeben. Neben Marienkäfer, Florfliegen, Schwebfliegen und Schlupfwespen gibt es noch weiteres zu entdecken. Ein schönes Beispiel sind die Raupen des Blutbär Schmetterlings die zur Bekämpfung des Jakobskreuzkrautes auf Pferdeweiden genutzt werden. Das Prinzip ist einfach aber effektiv. Die Raupen werden auf die für Pferde schädlichen Jakobskreuzpflanzen gesetzt und diese fressen sie ab.

Florfliege
Florfliege
Raupe des Blutbären an Jakobskreuzkraut (Quelle: www.blutbaer.de)
Raupe des Blutbären an Jakobskreuzkraut (Quelle: www.blutbaer.de)

Wie kann man sich selber Nützlinge heranzüchten? Eine naturnahe Gartenbewirtschaftung mit unterschiedlichen Blühpflanzen und Nahrungspflanzen für die Schädlinge – z.B. Kapuzinerkresse lockt Blattläuse an – sorgen dafür, dass sich Marienkäfer und Co. im eigenen Garten gut vermehren können.

Aktuell:

  • Einen ernüchternden und nachdenklich machenden Beitrag über die Landwirtschaft und die Landwirte hat nun das ZDF-Ratgeber Magazin veröffentlicht, das Video “Landfrust – Bauern unter Druck” finden sie hier.
  • Wer sich über eine große Apfelernte dieses Jahr freut und nicht alles verbraucht, kann seine überzähligen Äpfel wieder bei den hiesigen Keltereien abgeben, oder aber man verschenkt sie: einfach eine Kiste mit Sortenhinweis vor dem Haus abstellen und die Nachbarn erfreuen.

Quelle: Regierungspräsidium Gießen, Dezernat Pflanzenschutzdienst

Pflanzenschutztipp vom 15. September 2020

Rasenpflege und Maulwürfe im Rasen

Ausschnitt grüner Rasen von Quelle: EM-Chiemgau.de
Ausschnitt grüner Rasen von
Quelle: EM-Chiemgau.de

Wenn man seinem Rasen nach dem trockenen Sommer wieder etwas gutes tun möchte und ihn optimal für den Winter vorbereiten will, ist nun eine gute Zeit. Der Rasen wird noch regelmäßig etwa 5 cm tief gemäht, bis es nicht mehr wärmer als 10 °C wird – dann wächst der Rasen nicht mehr nennenswert. Der Rasenschnitt eignet sich hervorragend für den Kompost – da er schnell verrottet. Zudem kann man mit dem Rasenschnitt auch die Beete abdecken, die in die Winterpause gehen, auf diese Weise wird das Unkrautwachstum unterdrückt und die Auswaschung der Nährstoffe im Winter verringert. Mit einem Vertikutierer wird der alte Rasenfilz entfernt, um den Luftaustausch sowie die Aufnahme des Bodens von Wasser und Nährstoffen zu verbessern. Mit einem kalibetonten organischen Dünger werden die Gräser gegen Krankheiten gestärkt – ein sehr Stickstoff- oder Phosphorhaltiger Dünger würde das Wachstum zu sehr anregen und führt zu anfälligeren weichen Blättern. Am besten erfolgt die Düngung vor dem nächsten Regen, damit die Nährstoffe schnell eindringen können. Kleine Lücken im Rasen können mit einem Rasenreperaturset nun behoben werden.

Ansammlung von mehreren Maulwurfshügeln
Ansammlung von mehreren Maulwurfshügeln
Maulwurf (Quelle: NDR-Ratgeber)
Maulwurf (Quelle: NDR-Ratgeber)

Rasenreperatursets im Test vom ZDF-Magazin WISO

Zudem ist es sehr wichtig, das herabfallende Laub regelmäßig zu entfernen, da sich darunter leichter Pilzkrankheiten im Rasen entwickeln können. Wer in seinem Garten eine wildere, natürlichere Ecke hat, kann hier einen Laubhaufen anhäufen – zur Überwinterung des Igels, für Insekten und Regenwürmer. Laubsauger die gleichzeitig das Laub kleinhäckseln können, sind eine tödliche Gefahr für die Insekten und sollten deshalb und auch wegen dem dabei entstehenden Lärm nicht eingesetzt werden.

Auf manchem Rasen sind wieder die typischen vulkanartigen Maulwurfshügel zu erkennen. Der Maulwurf ist durch die Bundesartenschutzverordnung § 1 Satz 1 streng geschützt. Ein Maulwurf darf nicht gefangen, verletzt oder getötet werden, siehe Bußgeldkatalog. Nun gibt es 2 Möglichkeiten.

1. Man lernt mit dem Maulwurf zu leben – der Maulwurf frisst vor allem Insekten, Regenwürmer und lockert durch seine Grabtätigkeit den Boden auf. Maulwürfe sind meist Einzelgänger und dulden keine Wühlmäuse in ihrer Umgebung. Die fein krümelige Erde der Maulwurfshügel kann man auf ein Beet bringen.

2. Sie versuchen ihn zu vertreiben, da Maulwürfe empfindlich auf Gerüche und Geräusche reagieren kann z.B. folgendes ausprobiert werden: Brühe aus Knoblauch, Holunderblättern, Brennnesseln oder Essig oder Zweige der Thuja in die Gänge einbringen.

Vertreibungsmethoden zum Maulwurf im Test vom NDR-Ratgeber

Video aus der ARD-Mediathek: Hilfe! Der Maulwurf ist da!

Echter Mehltau an Möhren

Echter Mehltau auf Möhrenblatt
Echter Mehltau auf Möhrenblatt

Aus den Betrieben kommen vermehrt Rückmeldungen zur Erkrankung der Möhren mit dem Echten Mehltau. Auf den Blättern entstehen blattoberseits weiße, puderige Blattflecken. Sie stören die Fotosynthese der Blätter und vermindern auf diese Weise die Qualität der Möhren. Bei starkem Befall sterben die Blätter ab und werden welk. In trockenen und warmen Jahren tritt die Krankheit stärker auf, meist ab September. Für den Pilz ist sonniges Wetter kombiniert mit Taunässe am Morgen optimal – genau die Wetterbedingungen, die wir aktuell haben. Die Sporen des Echten Mehltaus haben einen hohen Gehalt an Wasser und Fett. Sie können auf trockenen Blättern gut keimen, dafür reicht eine relative Luftfeuchte von 70 – 80 % aus. Tropfbares Wasser beeinträchtigt die Ausbildung des Pilzes, daher kann kurzes, regelmäßiges Gießen die Ausbreitung verringern. Die Bestände dürfen aber auch nicht zu nass sein und müssen schnell abtrocknen können, damit andere Krankheiten wie die Möhrenschwärze nicht gefördert werden. Es gibt für den Hausgarten u.a. zugelassene Präparate auf Schwefelbasis.

Forschung – wie kann man den Borkenkäfer austricksen?

abgestorbene Fichtenbäume nach Borkenkäferbefall
abgestorbene Fichtenbäume nach Borkenkäferbefall

Der Borkenkäfer hat unsere Wälder stark geschädigt. 3 trockene Sommer in Folge haben die Bäume geschwächt und gestresst – so sind sie anfälliger für den Befall des Borkenkäfers geworden. Zudem konnten sich die Borkenkäfer in diesen Sommern massenhaft vermehren und ausbreiten. Überall kann man mittlerweile die braunen, abgestorbenen Nadelhölzer – vorrangig Fichten, sehen. Sie stehen häufig in Gruppen und sind teils auch schon umgefallen oder abgebrochen. Auch die Aufräum- und Abholzarbeiten sind in vollem Gange. Natürlich ist auch die Forschung in diesem Bereich intensiviert worden. So gibt es nun ein Projekt, indem die Fressfeinde, z.B. der Ameisenbuntkäfer mit Hilfe von speziellen Pheromonen angelockt werden.

Aktuell:

Weiterhin finden im Kohl Eiablagen und die Entwicklung der Raupen der Kohlweißlinge und bestimmter Eulenarten statt – siehe dazu den Pflanzenschutztipp vom 1. September.

Pflanzenschutz im Gartenbau | Digitale After-Work-Vortragsreihe

Die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf veranstaltet eine abendliche digitale Vortragsreihe zum Pflanzenschutz im Gartenbau. An vier Terminen präsentieren Experten aus Pflanzenschutzämtern und Hochschulen Hintergrundwissen und konkrete Handlungstipps zu aktuellen Pflanzenschutzthemen aus der gartenbaulichen Praxis. Die Vorträge dauern 45 Minuten, im Anschluss gibt es eine etwa 15minütige Diskussion mit der Möglichkeit, Fragen zu stellen.

23. September 2020 | Beginn: 18.30 Uhr

Die Top 10 der Beratungsfälle zum Pflanzenschutz im Haus- und Kleingarten

Link

Quelle: Regierungspräsidium Gießen, Dezernat Pflanzenschutzdienst

Pflanzenschutztipp vom 9. September 2020

Pflanzzeit – naturnahes Gärtnern

Projekt Tausende Gärten - Tausende Arten
Projekt Tausende Gärten – Tausende Arten

Nun beginnt sie wieder – die Pflanzzeit. Leider sind wohl auch in diesem Sommer wieder ein paar Einpflanzungen vertrocknet oder eingegangen. Vielleicht möchten Sie ja auch Mal etwas anderes Ausprobieren und nehmen am Projekt “Tausende Gärten – Tausende Arten” teil. Ziel des Projektes ist, die biologische Vielfalt in Deutschland (im besiedelten Raum) durch die Produktion und Verbreitung von echt einheimischen Wildpflanzen zu fördern.

Anregungen und Tipps bietet das Projekt Tausende Gärten- Tausende Arten

Infos zum Projekt

Rebpockenmilben

Filzgallen von Rebpockenmilbe
Filzgallen von Rebpockenmilbe

Auf den Blättern findet man runde buckelige Verformungen und blattunterseits ist unter den Verformungen anfangs weißlicher – später bräunlicher Filzbelag. Diese Pockenartigen Verformungen werden von den Rebpockenmilben ausgelöst. Bevorzugt findet man die Filzgallen auf den älteren Blättern jedoch können auch jüngere Blätter befallen sein. Bei roten Rebsorten sind diese Pocken oftmals rötlich gefärbt. Durch die Saugtätigkeit des Schädlings bildet das Weinblatt den feinen Filz aus, in dem die Rebenpockenmilben gut geschützt leben.Eine Bekämpfung ist in der Regel nicht notwendig.

Salatwurzelläuse

Schäden durch Salatwurzellaus
Schäden durch Salatwurzellaus

Die äußeren Blätter des Salates liegen flach, vergilben und welken. An den Wurzeln und unten am Stamm von Salat, Endivien, Chicorée haben sich weiße puderartige Flöckchen gebildet. Diese weißen Strukturen werden nicht von Pilzen sondern von Wurzelläusen gebildet, oft sind auch Ameisen zu finden – sie versuchen die Wurzelläuse zu schützen. Eine chemische Bekämpfung der Wurzelläuse ist nicht möglich. Bei ausreichender Bewässerung wachsen die Salate dennoch gut und die Schäden halten sich in Grenzen.

Absatz an Pflanzenschutzmitteln auch 2019 gesunken

Absatz an Pflanzenschutzmitteln in der Bundesrepublik Deutschland (Quelle BVL)
Absatz an Pflanzenschutzmitteln in der Bundesrepublik Deutschland (Quelle BVL)

So steht es in dem im August veröffentlichten Jahresbericht zum Absatz an Pflanzenschutzmitteln erstellt durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Der Rückgang zum Vorjahr 2018 beträgt 6,7 %. Dieser Rückgang ist auch auf die trockene Wetterlage zurückzuführen. Demnach sank der Absatz von Herbiziden um 6,5% und von Fungiziden um 10%.

Aktuell:

“Obst&Gemüse – 1000 gute Grüne” ist eine Werbeinitiative, die uns mit Pflanz-, Gestaltungs- und Kochideen verführen will, für den Konsum von frischem Obst und Gemüse, Schnittblumen und Pflanzen. . Die Aktion wird unterstützt durch viele Blogger die es schaffen, die Pflanzen und das Essen schön in Szene zu setzen und zum Nachmachen und selber Ausprobieren anregen. Zudem gibt es viele Infos zu u.a. einzelnen Obst- und Gemüsearten unter der Rubrik Wissenswertes. Wer neugierig geworden ist, kann sich hier verführen lassen: 1000 gute Gründe

Quelle: Regierungspräsidium Gießen, Dezernat Pflanzenschutzdienst

Pflanzenschutztipp vom 1. September 2020

Apfelernte startet durch – auch Äpfel mit einem kleinen Makel können geerntet werden

Frassschaden an Apfel - Wespe
Frassschaden an Apfel – Wespe
Schorfflecken an Apfel
Schorfflecken an Apfel

Die Apfelernte ist im vollen Gange. Die ersten Sorten konnten bereits im August geerntet werden, nun reifen nach und nach die auch im Handel wichtigen Sorten Elstar, Gala, Jonagold usw. . Die Äpfel sind reif, wenn sie ihre sortentypische Farbe bekommen haben, die Äpfel lassen sich mit einer leichten Drehbewegung ernten und im Inneren des Apfels sind die Kerne bereits braun gefärbt und nicht mehr weißlich. Die Äpfel hatten es auch in diesem Jahr nicht leicht: Spätfrostschäden, Sonnenbrand, große Populationen an Schaderregern wie z.B. die Monilia-Fäule und der Apfelwickler. Auch Äpfel mit kleinen Makeln wie kleinen Schorfflecken, kleinem Sonnenbrand usw. können geerntet werden. Sie sollten jedoch in extra Behältnissen gesammelt werden – abseits von den gesunden Früchten – und schnell verarbeitet werden zu Apfelmus, Kuchen, Saft, … . Fallobst muss zügig aufgesammelt werden, damit von Ihnen aus keine Infektion mit Fäulniserregern auf die noch am Baum hängenden Früchte übergeht.

Einen Überblick über die Erntezeitpunkte gängige Sorten im Hausgarten und Tipps zur Lagerung bietet u.a. die Seite Selbstversorger.

Raupenfraß an Kohlpflanzen

Raupen des Großen Kohlweißling an Rosenkohl
Raupen des Großen Kohlweißling an Rosenkohl

Die Schmetterlinge wie der Große und Kleine Kohlweißling waren sehr aktiv und haben in die Bestände mit Kohlpflanzen ihre Eier gelegt und nun fressen die hungrigen Raupen Löcher in die Blätter, größere Raupen fressen die Blätter bis zur Mittelrippe ab. Auffallend sind auch die grünen oder braunen Kotkrümel. Es gibt noch andere Raupenarten wie die Kohleule oder die Kohlmotte. Bei wenigen Kohlpflanzen können die Raupen schnell abgesammelt und entsorgt werden. Bei kleinen Raupen kann z.B. auch ein Präparat auf Basis von Bacillus thuringensis genutzt werden. Zum Schutz können im nächsten Jahr auch Netze über die Kohlpflanzen gelegt werden.

Rost an den Ruten und Blättern der Brombeere

Brombeerrost an Rute
Brombeerrost an Rute

Auf der Unterseite der Brombeerblätter sind gelbe Rostpusteln, blattoberseits können rotbraune Flecken sichtbar sein. Auf der gesamten Länge der Ruten können längliche gelbe bis braune Flecken entstehen, die später aufreißen. Ruten die stark durch den Rostpilz geschwächt sind, können auch die Früchte nicht mehr versorgen – die Brombeeren vertrocknen am Strauch. Nach der Ernte müssen die befallenen Ruten, zu dicht stehende Ruten und auch sehr schattig stehende Ruten entfernt werden. Der Erreger überwintert an den befallenen Blättern und im Frühjahr kommt es dann zur Neuinfektion der frischen Ruten.

Ausblick: Dach- und Fassadenbegrünung

Begrünte Hausfassade mit wildem Wein (Quelle: Helge May für Nabu)
Begrünte Hausfassade mit wildem Wein (Quelle: Helge May für Nabu)

Der Sommer ist nun langsam auf dem Rückzug. Dennoch haben wir auch dieses Jahr wieder gespürt, wie stark sich Gebäudefassaden und Asphalt an sonnigen Tagen aufheizen und die Temperatur nach oben treiben. In vielen Städten wird diskutiert, wie Dach- und Fassadenbegrünung hier Abhilfe schaffen können – und es gibt auch schon viele schön gestaltete, moderne und effektive Umsetzungen. Beim Online-Kongress zum Thema wurde hervorgehoben, dass die Dach- und Fassadenbegrünung zur Verbesserung der Lebensqualität in Städten immer wichtiger wird. Immer mehr Grün- und Brachflächen werden bebaut – Stichwort Nachverdichtung. Somit müssen für Pflanzen – die nachweislich die Luftqualität verbessern und der Aufheizung in Städten entgegenwirken – neue Räume gefunden werden, eben auch losgelöst vom Erdboden. Jeder kann einen Beitrag zu mehr Grün in der Stadt beitragen.

  • Informationen und Anregungen für zu Hause bietet der Nabu.
  • Information und fachkundige Firmen bietet der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau mit der neuen Broschüre „Grüne Dächer und Fassaden – Wir machen das!” Einzelexemplare sind kostenlos in der BGL Geschäftsstelle zu beziehen. Bestellung über: das Kontaktformular.
  • Inspiration bietet der Bundesverband Gebäudegrün e.V. mit seiner sehenswerten Homepage

Aktuell:

Nun im September kann man noch auf die abgeernteten Beete eine Gründüngung aussäen. Gründüngungspflanzen sorgen dafür:

  • dass Nährstoffe wie Stickstoff nicht ausgewaschen werden – Leguminosen wie Bohnen, Wicken, Lupinen, Kleearten können sogar Stickstoff binden
  • dienen der Bodenverbesserung durch ihre tiefgehenden Wurzeln: Ackerbohne, Bitterlupine, Winterwicke

Vor der Samenreife werden die Gründüngungspflanzen gemäht/abgeschnitten und auf dem Beet liegen gelassen. Diese Mulchschicht unterdrückt das Unkrautwachstum und wirkt einer Bodenverschlämmung durch den Regen vor.

Quelle: Regierungspräsidium Gießen, Dezernat Pflanzenschutzdienst

Pflanzenschutztipp vom 21. August 2020

Unkrautbekämpfung auf Gehwegen, Einfahrten und Terrassen

Die Unkrautbekämpfung auf befestigten Flächen ist mühsam und oft ein lästiges Übel. Der Einsatz von chemischen Mitteln wie Herbizide ist verboten. Auch die Verwendung von Hausmittelchen wie Salz, Essig und ähnlichem ist verboten. Dennoch gibt es je nach Art des Bodenbelages einfache und effektive Methoden.

Image
Unkraut auf dem Gehweg
  • Abflammgeräte, thermische Geräte (Vorsicht bei trockenem Laub, Nadelgehölzhecken, Holzeinfassung- auch diese können Feuer fangen, insbesondere an heißen Tagen)
  • heißes Wasser (bei kleinen Flächen) – hier wird derselbe Effekt wie beim Abflammen erzielt.
  • hartborstige Besen
  • Hochdruckreiniger (bei geeignetem Untergrund)
  • Fugenkratzer und Fugenbürsten – wenn nichts mehr hilft

Tipp vom Umweltbundesamt bei der Neuanlage:

Unkraut auf befestigten oder versiegelten Flächen beseitigen

Am wenigsten Ärger hat man mit Wildkräutern, die sich gar nicht erst ansiedeln. Vorbeugend kann bei der Neuanlage oder Renovierung von Pflasterflächen zum Beispiel unkrauthemmender Pflastersand verwendet werden. Er bildet eine besonders dichte Oberfläche, in dem Pflanzen kaum Fuß fassen können. Auch Zement- oder Kunstharzfugen machen es Wildkräutern schwer. Kiesflächen wiederum sollten im Unterbau stets ein Unkrautvlies enthalten.

Link zur Homepage vom Umweltbundesamt.

Buchsbaumzünsler – die Raupen sind wieder da

Schäden durch den Buchsbaumzünslerfrass
Schäden durch den Buchsbaumzünslerfrass

Die nächste Generation an Buchsbaumzünslerlarven frisst sich durch den geschundenen und von Hitze und trockenheit geplagten buchsbaum und lässt die oftmals schon nicht mehr ganz ansehnlichen Exemplare noch trauriger aussehen. Einige Beobachtungen geben uns Hoffnung. Da wo genügend kleine Vogelarten wie z.B. der haussperling (der Spatz) oder andere Kleinfinkenarten leben, kommt es zu einer deutlichen reduktion des Befalls. Sind die raupen noch klein genug, kann auch mit einem Präparat auf Basis des Bacillus thruringensis eine Behandlung erfolgen.

Kirschessigfliegen u.a. in Brombeere und Holunder

Schäden durch Kirschessigfliege
Schäden durch Kirschessigfliege

Die Brombeeren und die Beeren des Holunders und einiger Wildobstarten befinden sich gerade in der Ernte. Wo die Kirschessigfliege bereits vorkommt, sind nun diese Früchte besonders attraktiv für diese kleine Fruchtfliegenart, sie legt vornehmlich ihre Eier in die fast reifen Früchte. Die schnelle Larvenentwicklung führt dazu, dass die Früchte schnell faulig werden und vergären (sie riechen nach Essig). Eine chemische Bekämpfung ist nicht möglich, da die Wartezeit nict eingehalten werden kann. Für kleine Sträucher besteht die Möglichkeit, sie kurz vor der Ernte mit einem engmaschigen Schutznetz abzudecken. Faulende Früchte sollten schnell entfernt und entsorgt werden, bitte nicht auf dem Kompost werfen, um die Vermehrung der Fliegen einzudämmen.

Aktuell:

Blick über den Tellerand: Unsere Kollegen vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen LLH haben einen Youtube-Kanal auf dem immer wieder neue Videos zum Thema Landwirtschaft gepostet werden.

Quelle: Regierungspräsidium Gießen, Dezernat Pflanzenschutzdienst

Pflanzenschutztipp vom 14. August 2020

Kohlerdflöhe und Kohlmottenschildlaus an Kohlpflanzen

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist grafik.png
Erdflohschäden an Kohlrabiblatt

Die kleinen Erdflöhe haben sich stark ausgebreitet in den letzten Wochen. Sie fressen kleine Löcher in die Blätter und fressen am Blattrand. Betroffen sind vorrangig verschiedene Kohlpflanzen. Auch die kleine weiße Kohlmottenschildlaus, die auch als weiße Fliege bezeichnet wird, konnte sich stark ausbreiten, sie sitzen meist auf der Blattunterseite. Die weißen Fliegen saugen an den Blättern und führen durch ihre klebrigen Ausscheidungen zu Verschmutzungen der Blätter.




Sonnenbrand an Kernobst

Sonnenbrandschaden an Apfel (Foto: ESTEBURG)
Sonnenbrandschaden an Apfel (Foto: ESTEBURG)

Die reifenden Äpfel und Birnen stehen kurz vor der Ernte und zeigen nun auf der zur Sonne zu gewandten Seite kleine bis große meist runde braune Flecken. Auch die Früchte können Sonnenbrand bekommen. Auch andere Obstarten wie z.B. Stachelbeeren sind betroffen. Stark betroffene / verbrannte Früchte reißen auf, faulen und fallen vorzeitig ab, dies lockt insbesondere Wespen an. Scheinbar sind grüne Sorten oder kräftig rotgefärbte Sorten anfälliger für Sonnenbrand. Früchte mit kleinen Sonnenflecken können dennoch geerntet und gegessen werden. Eine ausführliche Ausarbeitung zum Thema Sonnenbrand an Äpfeln (2019) hat Hr. Wiebusch dazu erarbeitet.

Nach der Ernte: Pflegemaßnahmen im Obst

Bei den Erdbeerpflanzen sollte nun spätestens das alte Laub entfernt werden, nur die Jungblätter bleiben stehen. Nun im August (bei genügender Bodenfeuchte) ist auch eine sehr gute Zeit neue Erdbeerpflanzen zu setzten. Die Jungpflanzen die sich an Seitentrieben gebildet haben kann man zunächst wurzeln lassen, bevor man die Seitentriebe entfernt. Auch das Beerenobst freut sich nun über etwas Pflege und Rückschnitt. Bei Johannisbeeren, Stachelbeeren usw. sind die meisten Früchte an den Zweigen, die nicht älter als 3 bis 4 Jahre sind. Abgetragenes Holz wird nach der Ernte bodennah entfernt, damit sich neue ertragreiche Triebe bilden können. Bei Himbeeren entfernt man die diesjährigen abgetragenen Ruten bodennah. Eine gute Anleitung bietet das Gartenjournal zu den einzelnen Beerenobstgehölzen.

Aktuell:

In den vergangenen Tagen fiel der lang ersehnte Regen auch die kommenden Tage bringen Regenwolken mit. Auch die Taubildung setzt nun durch die kühler werdenden Nächte ein – dies führt zu Infektionen mit den Falschen Mehltau Pilzen.

Ausstellung "Unkraut vergeht nicht" in Kassel
Ausstellung “Unkraut vergeht nicht” in Kassel


Ausgehtipp: In Kassel wird ab diesem Wochenende eine Karikaturenausstellung zum Thema Garten eröffnet. Sie trägt den schönen Titel “Unkraut vergeht nicht”. Obwohl es ja eigentlich nicht mehr Unkraut heißt, so erfahren wir in der Ausstellung z. B. dass es sich dabei um Pflanzen mit Integrationsbedarf handelt. Zur Einstimmung kann man beim HR-Info in das Interview mit der beteiligten Künstlerin Katharina Greve reinhören: Podcast.











Quelle: Regierungspräsidium Gießen, Dezernat Pflanzenschutzdienst

Pflanzenschutztipp vom 24. Juni 2020

Blattwespen an Rosen und Blumen

Blattwespenfraß an Rosen
Blattwespenfraß an Rosen

Die Blätter der Rosen und verschiedener Blumen wie Pfennigkraut und Salomonsiegel weisen unterschiedliche Fraßschäden auf: Fraß am Blattrand, Lochfraß, Fensterfraß – dabei bleibt die durchscheinende Kutikula bestehen und Skelettierfraß, hier bleiben nur vereinzelte Blattadern übrig. Hervorgerufen werden diese durch Blattwespen. Bei massenhaftem Auftreten kann man nur die befallenen Blätter und Triebe entsorgen. Bei geringem Befall sind die Schäden in der Regel tolerierbar.

Pilze im Rasen

Pilze im Rasen
Pilze im Rasen

Die feuchte Witterung der letzten Woche hat dazu geführt, das auf dem Rasen die Pilze sprießen. Verschiedene Pilzarten durchziehen den Boden mit ihren wurzelähnlichen Fäden, dem Myzel. Unter günstigen Witterungsbedingungen bilden diese feuchtigkeitsliebenden Pilze ihre Fruchtkörper, die sog. Pilzhüte oder Schwämme mitten im Rasen. Meist schon nach wenigen Tagen, wenn die Pilze ausreichend Sporen gebildet haben, sterben die Fruchtkörper ab, und das auffällige Pilzwachstum verschwindet häufig genauso schnell, wie es gekommen ist. All diese Hutpilze schaden dem Rasen nicht, da sie die Gräser nicht befallen, sondern sich meist von abgestorbener organischer Substanz ernähren. So können zum Beispiel Wurzelreste in der Erde starkes Pilzwachstum begünstigen.

Kübel- und Balkonbepflanzung

Die nächsten Tage wird es sommerlich heiß und trocken werden. Besonders die Pflanzen in Kübeln und Töpfen auf Balkon und Terrasse bedürfen nun einer intensiven Pflege. Sie sind meist direkter und langer Sonneneinstrahlung ausgesetzt und haben nur einen kleinen begrenzten Raum für ihre Wurzeln. Daher verdunsten diese Pflanzen viel Wasser, haben aber nur eine begrenzte Menge an Wasser zur Verfügung. Hier muss man regelmäßig gießen, an besonders heißen Tagen auch früh und abends. Die verblühten Blüten regelmäßig entfernen, damit die Pflanze nicht zusätzliches Wasser und Energie in die Samenbildung investiert. Auch die auf der Erde liegenden alten, braunen Blätter entfernen, um einer Besiedlung mit Schimmelpilzen wie Botrytis vorzubeugen. Für Kübel- und Balkonbepflanzungen kann sich auch der Einsatz von kleinen Wasserspendern oder Ventilen, auf die gefüllte Wasserflaschen geschraubt werden, lohnen.

Zustand des Waldes

Der Wald vielerorts hat sehr gelitten. Zwei Dürrejahre in Folge hat zur massenhaften Vermehrung des Borkenkäfers geführt und die Nadelhölzer – insbesondere Fichten absterben lassen. Die abgestorbenen braunen Nadelbäume sind weithin sichtbar. Derzeit werden viele Fichten gerodet. Die Eisheiligen haben an einigen Stellen dazu geführt, dass die frisch ausgetriebenen Blätter von Buchen, Eichen und Ahorn braun geworden sind. Von weitem sind sie bereits erkennbar. Langsam erholen sich diese Bäume und treiben neu aus.

Waldzustandsbericht von 2019

Aktuell:

Die Schnecken haben während der feuchten Witterung für Fraßschäden an Gemüse, Erdbeeren und Zierpflanzen gesorgt.

Quelle: Regierungspräsidium Gießen, Dezernat Pflanzenschutzdienst

Pflanzenschutztipp vom 3. Juni 2020

Raupen im Kohl

Kohlweißling
Kohlweißling

Die Schmetterlinge des kleinen und großen Kohlweißlings, der Kohleule und der Kohlmotte sind wieder in den Kohlbeständen aktiv. Die Eiablage findet nun statt. Um seinen Bestand zu schützen, kann man Schutznetze über die jungen Kohlpflanzen legen. Zudem kann man die Pflanzen, besonders die Blattunterseiten regelmäßig auf Eigelege oder kleine Raupen kontrollieren. Befallene Blätter zügig aus dem Bestand entfernen. Bei ersten Symptomen können Mittel mit dem Wirkstoff Bacillus thuringiensis (nicht bei Eulenarten – Noctuidae) oder Spinosad (außer Blattkohl und Kohlrabi) eingesetzt werden.

Blattläuse in Kräutern und Gemüse

Blattläuse an Dill
Blattläuse an Dill

Die Blattläuse können sich derzeit gut vermehren. Die Bedingungen durch die gemäßigten Temperaturen und die moderaten Niederschläge fördern ihre Ausbreitung. Besonders störend sind sie derzeit in Kräutern wie Dill, Petersilie, Salbei und in Gemüsen wie Salat, Möhre und Erbse. Bei geringem Befall können betroffene Pflanzenteile entfernt werden. Bei bestimmten gemüsearten kann zudem ein geringer Befall toleriert werden. Es kann ein Sud aus Brennnesseln Zubereitung siehe: EU-Beurteilungsbericht angewandt werden. Auch verschiedene Präparate auf Rapsölbasis oder mit Kaliseife sind dafür einsetzbar (nicht im Salat).

Gallmilben an Walnuss

Schadbild durch Filzgallmilben an Walnuss
Schadbild durch Filzgallmilben an Walnuss

An Walnuss sind derzeit an den Blättern die Veränderungen durch Gallmilben auffällig. Insbesondere findet man blasige Blattdeformationen durch Filzgallmilben und helle bis braune “Knötchen” oder Pocken durch die Pockengallmilben. Da in der Regel nur vereinzelte Blätter und Triebe befallen sind, ist eine Bekämpfung nicht notwendig. Wenn die Schadsymptome den Zierwert beeinträchtigen, ist ein Rückschnitt der befallenen Triebe am effektivsten. Eine chemische Bekämpfung ist derzeit nicht zulässig.



Mitmachen und Marienkäfer zählen – welcher ist häufiger?

Asiatischer Marienkäfer und Siebenpunkt-Marienkäfer - Foto: NABU/Helge May
Asiatischer Marienkäfer und Siebenpunkt-Marienkäfer – Foto: NABU/Helge May

Der Nabu hat wieder den Insektensommer ausgerufen und die diesjährige Entdeckerfrage lautet:

“Seit ungefähr 20 Jahren lebt der Asiatische Marienkäfer schon in Deutschland. Mit Ihrer Hilfe wollen wir herausfinden, wie weit sich die invasive Art verbreitet hat und ob der Asiatische Marienkäfer oder der Siebenpunkt-Marienkäfer häufiger zu finden ist. Dafür brauchen wir Ihre Hilfe: Wie viele Marienkäfer konnten Sie zählen? Dafür müssen Sie einfach während des Insektensommers (29. Mai bis 7. Juni und vom 31. Juli bis 9. August) unsere Entdeckungsfrage beantworten.” Einzelheiten zur Aktion finden sie unter www.nabu.de .

Bestimmungshilfe für Marienkäfer - Grafik: NABU
Bestimmungshilfe für Marienkäfer – Grafik: NABU

Aktuell:

Massenhaft treten schwarze Holunderblattläuse im Holunder auf, insbesondere in wildwachsenden Holundersträuchern. Wer die Holunderblüten zum Verzehren nutzen möchte muss bei der Ernte darauf achten.

Quelle: Regierungspräsidium Gießen, Dezernat Pflanzenschutzdienst

Pflanzenschutztipp vom 25. Mai 2020

Gespinstmotten an verschiedenen Obst- und Ziergehölzen

Raupen der Gespinstmotte an Weißdorn
Raupen der Gespinstmotte an Weißdorn

An Apfelbäumen, Süßkirschen und an Ziersträuchern wie Pfaffenhütchen, Felsenbirne, Traubenkirsche und Weißdorn sind ein paar bis viele einzelne Gespinstnester zu entdecken. In Spinnfäden eingewoben. befinden sich mehrere Raupen die an den Blättern fressen und ihre Ausscheidungen. Die Verpuppung findet ebenfalls in dem Nest statt. Im Sommer schlüpfen weiße Motten mit schwarzen Punkten. Eine Bekämpfung ist möglich, indem man die Triebe mit Gespinsten entfernt und entsorgt. Manchmal sind große Teile der Hecke befallen, hier kann es zur Schwächung der Pflanze führen, in der Regel kann die Pflanze sich davon gut wieder erholen.

Mehltau an Apfel

Apfelmehltau
Apfelmehltau

Durch den weiterhin großen Unterschied zwischen der Tag- und Nachttemperatur bildet sich ein weißer Belag auf den Blättern des Apfels. Verursacht werden die weißen Flecken durch den Pilz Echter Mehltau. Im Vergleich zu gesunden Trieben sind erkrankte Triebe gestaucht. Bei starkem Befall können sie sogar von der Spitze her absterben. Der Apfelmehltau befällt ausschließlich Apfelbäume und gelegentlich Quittenbäume. Eine chemische Bekämpfung ist möglich, aber im kleinstrukturierten Garten nicht sinnvoll und die Gefahr der Abdrift auf andere Kulturen ist in Anbetracht der Baumhöhe nicht vermeidbar. Stark befallene Triebe sollten entfernt und entsorgt werden.

Minierfliegen und Miniermotten an Ziergehölzen

Minierfliege an Geißblatt
Minierfliege an Geißblatt

Auf den Blättern verschiedener Ziergehölze, u.a. Geißblatt und Flieder oder Stechpalme, aber auch an Blättern des Apfelbaumes und an verschieden Blumen/Stauden findet man helle feine Gänge. Die Miniergänge befinden sich zwischen der Blattober- und Blattunterseite, das grüne Blattgewebe wurde von den Larven der Minierfliege oder der Miniermotte gefressen. Eine chemische Bekämpfung ist jetzt nicht mehr möglich, da sie nur im Anfangsstadium erfolgreich ist. Da es sich aber in der Regel nur um vereinzelt befallene Blätter handelt, ist ein Befall tolerierbar. Größere Schäden entstehen nicht durch Minierfliegen und Miniermotten, mit Ausnahme der Kastanienminiermotte.

Nützlinge fördern

Insektenhotel
Insektenhotel
heimische Blumenwiese
heimische Blumenwiese
Honigbiene an Riesenlauch
Honigbiene an Riesenlauch

Letzte Woche wurde nun zum 3. Mal der Weltbienentag gefeiert und hat auf die Probleme der kleinen Bestäuber hingewiesen. Bienen und andere Nützlinge finden im eigenen Garten durch seine hohe Vielfalt an Pflanzen kleine Oasen. Um es den Nützlingen und Bienen – hier sind natürlich auch die artenreichen wilden Schwestern der Honigbiene, die Wildbienen gemeint – noch etwas schöner zu machen, kann man den Garten an ein paar ausgewählten Plätzen naturnahe gestalten:

  • Wildblumenmischungen aussäen, bzw. den Rasen an einer ausgewählten Stelle höher wachsen lassen und die Ansiedlung von heimischen Pflanzen (auch Unkräuter genannt) tolerieren. So kann man an z.B. bei einem Hanggrundstück durchaus eine kleine Wieseninsel lassen – die nur 1-2 Mal in Jahr gemäht wird.
  • Ein selbstgebautes oder gekauftes Insektenhotel aufstellen, besonders für die Nachkommen der Wildbienen sind diese meist gut geeignet.
  • Wenn man eine Hecke anlegen möchte, wie wäre es dann mit einer gemischten Hecke mit verschieden blühenden Heckenpflanzen. Hecken bieten viele Versteckmöglichkeiten und Rückzugsgebiete für Insekten.
  • Auch kleinere aufgeschichtete Steinhaufen oder Trockenmauern bieten Versteckmöglichkeiten für Insekten, im Herbst hilft ein Laubhaufen nicht nur dem Igel beim überwintern.
  • Stauden erst im Frühjahr zurückschneiden, um den Insekten Orte zum überwintern zu lassen.

Weitere Informationen zu Nützlingen und einzelne Steckbriefe finden sie unter www.hortipendium.de .

Aktuell:

Die App Flora incognita für das Smartphone ist ein schöner Begleiter bei ihrem nächsten Sparziergang in der Natur. Die automatische Pflanzenbestimmung für mehr als 4800 Pflanzenarten der mitteleuropäischen, wildwachsenden Flora von der Technischen Universität Ilmenau erkennt an Hand von einzelnen Fotos, welche Pflanze da am Wegesrand, im Wald oder auf der Wiese wächst.

Weiterhin findet man an vielen Kulturen große Blattlauskolonien, siehe auch den letzten Tipp vom 18. Mai 2020.

Quelle: Regierungspräsidium Gießen, Dezernat Pflanzenschutzdienst

Pflanzenschutztipp vom 18. Mai 2020

Blattläuse

wollige Geißblattlaus
wollige Geißblattlaus

An sehr vielen Kulturen kann man, durch die milde Witterung begünstigt, kleine und größere Blattlauskolonien finden. An verschiedenen Gemüsepflanzen wie Salat, an Obstkulturen wie z.B. Apfel und an vielen Blumen und Ziergehölzen. Teilweise können Blattläuse auch zu Wuchsveränderungen führen wie z.B. bei Ulmen. Es gibt sehr viele Blattlausarten, die derzeit aktiv sind, grüne, schwarze, weiß bestäubte oder auch “verkleidet” wie die wollige Geißblattlaus. Oftmals lassen sich vereinzelte Blattlauskolonien leicht entfernen bzw. die betroffen Stellen können abgeschnitten werden. Mit biologischen Präparaten auf Basis von Rapsöl oder Kali-Seife eignen sich im Anfangsstadium, auch eine selbsthergestellte Brennnesselbrühe kann die Blattläuse dezimieren.

Pflaumenwickler mit Lockstofffallen fangen

Image

Der Pflaumenwickler tritt derzeit verstärkt auf. Die kleinen, graubraunen, unscheinbaren Schmetterlinge legen ihre Eier an den jungen Früchten ab. Die frisch geschlüpften Larven bohren sich alsbald in die Frucht ein und fressen in der Nähe des Kerns am Fruchtfleisch.  Die befallenen Früchte werden vorzeitig abgeworfen. Um das Auftreten des Pflaumenwicklers zu beobachten und evtl. für eine kleine Dezimierung des Befalles können Pheromonlockfallen eingesetzt werden.

Rosenkrankheiten

Blattläuse an Rose
Blattläuse an Rose

Die frischen Rosentriebe und Knospen sind derzeit besonders attraktiv für eine Vielzahl an Krankheitserregern und Schädlingen. Besonders auffällig sind wie auch bei vielen anderen Kulturen die Blattläuse und Zikaden. Bei manch anfälligen Sorten ist Echter Mehltau präsent, er tritt durch den großen Temperaturunterschied von Tag und Nacht und der damit verbunden Luftfeuchteschwankungen auf. Vereinzelt sind orange bis rote Rostpusteln auf den Blattoberflächen erkennbar. Auch der Sternrußtau tritt bei den frischen Blättern auf, wenn sich noch erkrankte Blätter an der Rose befinden oder in deren Nähe. Bei gut gepflegten und regelmäßig zurückgeschnittenen Rosen ist der Krankheits- und Schädlingsdruck deutlich geringer. Auch die Sorten sind unterschiedlich anfällig gegen Krankheiten. Die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Landwirtschaft hat eine Empfehlung für schöne und robuste Sorten zusammengestellt.

Zwergzikaden

Zwergzikade an Hainbuche
Zwergzikade an Hainbuche

Ähnlich wie Blattläuse sind auch Zwergzikaden und das durch ihre Saugtätigkeit entstehende Schadbild an vielen Kulturen wie Kräuter und Ziergehölze zu finden. Die Blätter sind flächig mit silbrig bis weißen Punkten übersät. Die kleinen – sie sind oft nur 2-5 mm groß, oft hellgefärbten Zwergzikaden saugen an der Blattunterseite, indem sie mit ihren Mundwerkzeugen in das Blattgewebe einstechen. Sie sind sehr beweglich und können mit ihren Flügelchen schnell flüchten. Auf den Blättern bleiben kleine weiße Häutungsreste zurück. Eine Bekämpfung ist in der Regel nicht erforderlich und zudem mit den vorhanden Präparaten auf Rapsölbasis schwierig – bitte auf die ausgewiesenen Kulturen der Präparate achten.

Aktuell:

Bei einem Spaziergang durch den Park oder die heimische Natur kann man immer wieder sein Wissen über die hier wachsenden Bäume testen. Auf dem übersichtlichen und umfangreichen Portal www.baumkunde.de kann man an Hand einzelner Merkmale wie Blätter, Früchte oder Rinde die gefundenen Bäume und Sträucher gut bestimmen.

Quelle: Regierungspräsidium Gießen, Dezernat Pflanzenschutzdienst