Pflanzenschutztipp vom 24. Juni 2020

Blattwespen an Rosen und Blumen

Blattwespenfraß an Rosen
Blattwespenfraß an Rosen

Die Blätter der Rosen und verschiedener Blumen wie Pfennigkraut und Salomonsiegel weisen unterschiedliche Fraßschäden auf: Fraß am Blattrand, Lochfraß, Fensterfraß – dabei bleibt die durchscheinende Kutikula bestehen und Skelettierfraß, hier bleiben nur vereinzelte Blattadern übrig. Hervorgerufen werden diese durch Blattwespen. Bei massenhaftem Auftreten kann man nur die befallenen Blätter und Triebe entsorgen. Bei geringem Befall sind die Schäden in der Regel tolerierbar.

Pilze im Rasen

Pilze im Rasen
Pilze im Rasen

Die feuchte Witterung der letzten Woche hat dazu geführt, das auf dem Rasen die Pilze sprießen. Verschiedene Pilzarten durchziehen den Boden mit ihren wurzelähnlichen Fäden, dem Myzel. Unter günstigen Witterungsbedingungen bilden diese feuchtigkeitsliebenden Pilze ihre Fruchtkörper, die sog. Pilzhüte oder Schwämme mitten im Rasen. Meist schon nach wenigen Tagen, wenn die Pilze ausreichend Sporen gebildet haben, sterben die Fruchtkörper ab, und das auffällige Pilzwachstum verschwindet häufig genauso schnell, wie es gekommen ist. All diese Hutpilze schaden dem Rasen nicht, da sie die Gräser nicht befallen, sondern sich meist von abgestorbener organischer Substanz ernähren. So können zum Beispiel Wurzelreste in der Erde starkes Pilzwachstum begünstigen.

Kübel- und Balkonbepflanzung

Die nächsten Tage wird es sommerlich heiß und trocken werden. Besonders die Pflanzen in Kübeln und Töpfen auf Balkon und Terrasse bedürfen nun einer intensiven Pflege. Sie sind meist direkter und langer Sonneneinstrahlung ausgesetzt und haben nur einen kleinen begrenzten Raum für ihre Wurzeln. Daher verdunsten diese Pflanzen viel Wasser, haben aber nur eine begrenzte Menge an Wasser zur Verfügung. Hier muss man regelmäßig gießen, an besonders heißen Tagen auch früh und abends. Die verblühten Blüten regelmäßig entfernen, damit die Pflanze nicht zusätzliches Wasser und Energie in die Samenbildung investiert. Auch die auf der Erde liegenden alten, braunen Blätter entfernen, um einer Besiedlung mit Schimmelpilzen wie Botrytis vorzubeugen. Für Kübel- und Balkonbepflanzungen kann sich auch der Einsatz von kleinen Wasserspendern oder Ventilen, auf die gefüllte Wasserflaschen geschraubt werden, lohnen.

Zustand des Waldes

Der Wald vielerorts hat sehr gelitten. Zwei Dürrejahre in Folge hat zur massenhaften Vermehrung des Borkenkäfers geführt und die Nadelhölzer – insbesondere Fichten absterben lassen. Die abgestorbenen braunen Nadelbäume sind weithin sichtbar. Derzeit werden viele Fichten gerodet. Die Eisheiligen haben an einigen Stellen dazu geführt, dass die frisch ausgetriebenen Blätter von Buchen, Eichen und Ahorn braun geworden sind. Von weitem sind sie bereits erkennbar. Langsam erholen sich diese Bäume und treiben neu aus.

Waldzustandsbericht von 2019

Aktuell:

Die Schnecken haben während der feuchten Witterung für Fraßschäden an Gemüse, Erdbeeren und Zierpflanzen gesorgt.

Quelle: Regierungspräsidium Gießen, Dezernat Pflanzenschutzdienst

Pflanzenschutztipp vom 3. Juni 2020

Raupen im Kohl

Kohlweißling
Kohlweißling

Die Schmetterlinge des kleinen und großen Kohlweißlings, der Kohleule und der Kohlmotte sind wieder in den Kohlbeständen aktiv. Die Eiablage findet nun statt. Um seinen Bestand zu schützen, kann man Schutznetze über die jungen Kohlpflanzen legen. Zudem kann man die Pflanzen, besonders die Blattunterseiten regelmäßig auf Eigelege oder kleine Raupen kontrollieren. Befallene Blätter zügig aus dem Bestand entfernen. Bei ersten Symptomen können Mittel mit dem Wirkstoff Bacillus thuringiensis (nicht bei Eulenarten – Noctuidae) oder Spinosad (außer Blattkohl und Kohlrabi) eingesetzt werden.

Blattläuse in Kräutern und Gemüse

Blattläuse an Dill
Blattläuse an Dill

Die Blattläuse können sich derzeit gut vermehren. Die Bedingungen durch die gemäßigten Temperaturen und die moderaten Niederschläge fördern ihre Ausbreitung. Besonders störend sind sie derzeit in Kräutern wie Dill, Petersilie, Salbei und in Gemüsen wie Salat, Möhre und Erbse. Bei geringem Befall können betroffene Pflanzenteile entfernt werden. Bei bestimmten gemüsearten kann zudem ein geringer Befall toleriert werden. Es kann ein Sud aus Brennnesseln Zubereitung siehe: EU-Beurteilungsbericht angewandt werden. Auch verschiedene Präparate auf Rapsölbasis oder mit Kaliseife sind dafür einsetzbar (nicht im Salat).

Gallmilben an Walnuss

Schadbild durch Filzgallmilben an Walnuss
Schadbild durch Filzgallmilben an Walnuss

An Walnuss sind derzeit an den Blättern die Veränderungen durch Gallmilben auffällig. Insbesondere findet man blasige Blattdeformationen durch Filzgallmilben und helle bis braune “Knötchen” oder Pocken durch die Pockengallmilben. Da in der Regel nur vereinzelte Blätter und Triebe befallen sind, ist eine Bekämpfung nicht notwendig. Wenn die Schadsymptome den Zierwert beeinträchtigen, ist ein Rückschnitt der befallenen Triebe am effektivsten. Eine chemische Bekämpfung ist derzeit nicht zulässig.



Mitmachen und Marienkäfer zählen – welcher ist häufiger?

Asiatischer Marienkäfer und Siebenpunkt-Marienkäfer - Foto: NABU/Helge May
Asiatischer Marienkäfer und Siebenpunkt-Marienkäfer – Foto: NABU/Helge May

Der Nabu hat wieder den Insektensommer ausgerufen und die diesjährige Entdeckerfrage lautet:

“Seit ungefähr 20 Jahren lebt der Asiatische Marienkäfer schon in Deutschland. Mit Ihrer Hilfe wollen wir herausfinden, wie weit sich die invasive Art verbreitet hat und ob der Asiatische Marienkäfer oder der Siebenpunkt-Marienkäfer häufiger zu finden ist. Dafür brauchen wir Ihre Hilfe: Wie viele Marienkäfer konnten Sie zählen? Dafür müssen Sie einfach während des Insektensommers (29. Mai bis 7. Juni und vom 31. Juli bis 9. August) unsere Entdeckungsfrage beantworten.” Einzelheiten zur Aktion finden sie unter www.nabu.de .

Bestimmungshilfe für Marienkäfer - Grafik: NABU
Bestimmungshilfe für Marienkäfer – Grafik: NABU

Aktuell:

Massenhaft treten schwarze Holunderblattläuse im Holunder auf, insbesondere in wildwachsenden Holundersträuchern. Wer die Holunderblüten zum Verzehren nutzen möchte muss bei der Ernte darauf achten.

Quelle: Regierungspräsidium Gießen, Dezernat Pflanzenschutzdienst

Pflanzenschutztipp vom 25. Mai 2020

Gespinstmotten an verschiedenen Obst- und Ziergehölzen

Raupen der Gespinstmotte an Weißdorn
Raupen der Gespinstmotte an Weißdorn

An Apfelbäumen, Süßkirschen und an Ziersträuchern wie Pfaffenhütchen, Felsenbirne, Traubenkirsche und Weißdorn sind ein paar bis viele einzelne Gespinstnester zu entdecken. In Spinnfäden eingewoben. befinden sich mehrere Raupen die an den Blättern fressen und ihre Ausscheidungen. Die Verpuppung findet ebenfalls in dem Nest statt. Im Sommer schlüpfen weiße Motten mit schwarzen Punkten. Eine Bekämpfung ist möglich, indem man die Triebe mit Gespinsten entfernt und entsorgt. Manchmal sind große Teile der Hecke befallen, hier kann es zur Schwächung der Pflanze führen, in der Regel kann die Pflanze sich davon gut wieder erholen.

Mehltau an Apfel

Apfelmehltau
Apfelmehltau

Durch den weiterhin großen Unterschied zwischen der Tag- und Nachttemperatur bildet sich ein weißer Belag auf den Blättern des Apfels. Verursacht werden die weißen Flecken durch den Pilz Echter Mehltau. Im Vergleich zu gesunden Trieben sind erkrankte Triebe gestaucht. Bei starkem Befall können sie sogar von der Spitze her absterben. Der Apfelmehltau befällt ausschließlich Apfelbäume und gelegentlich Quittenbäume. Eine chemische Bekämpfung ist möglich, aber im kleinstrukturierten Garten nicht sinnvoll und die Gefahr der Abdrift auf andere Kulturen ist in Anbetracht der Baumhöhe nicht vermeidbar. Stark befallene Triebe sollten entfernt und entsorgt werden.

Minierfliegen und Miniermotten an Ziergehölzen

Minierfliege an Geißblatt
Minierfliege an Geißblatt

Auf den Blättern verschiedener Ziergehölze, u.a. Geißblatt und Flieder oder Stechpalme, aber auch an Blättern des Apfelbaumes und an verschieden Blumen/Stauden findet man helle feine Gänge. Die Miniergänge befinden sich zwischen der Blattober- und Blattunterseite, das grüne Blattgewebe wurde von den Larven der Minierfliege oder der Miniermotte gefressen. Eine chemische Bekämpfung ist jetzt nicht mehr möglich, da sie nur im Anfangsstadium erfolgreich ist. Da es sich aber in der Regel nur um vereinzelt befallene Blätter handelt, ist ein Befall tolerierbar. Größere Schäden entstehen nicht durch Minierfliegen und Miniermotten, mit Ausnahme der Kastanienminiermotte.

Nützlinge fördern

Insektenhotel
Insektenhotel
heimische Blumenwiese
heimische Blumenwiese
Honigbiene an Riesenlauch
Honigbiene an Riesenlauch

Letzte Woche wurde nun zum 3. Mal der Weltbienentag gefeiert und hat auf die Probleme der kleinen Bestäuber hingewiesen. Bienen und andere Nützlinge finden im eigenen Garten durch seine hohe Vielfalt an Pflanzen kleine Oasen. Um es den Nützlingen und Bienen – hier sind natürlich auch die artenreichen wilden Schwestern der Honigbiene, die Wildbienen gemeint – noch etwas schöner zu machen, kann man den Garten an ein paar ausgewählten Plätzen naturnahe gestalten:

  • Wildblumenmischungen aussäen, bzw. den Rasen an einer ausgewählten Stelle höher wachsen lassen und die Ansiedlung von heimischen Pflanzen (auch Unkräuter genannt) tolerieren. So kann man an z.B. bei einem Hanggrundstück durchaus eine kleine Wieseninsel lassen – die nur 1-2 Mal in Jahr gemäht wird.
  • Ein selbstgebautes oder gekauftes Insektenhotel aufstellen, besonders für die Nachkommen der Wildbienen sind diese meist gut geeignet.
  • Wenn man eine Hecke anlegen möchte, wie wäre es dann mit einer gemischten Hecke mit verschieden blühenden Heckenpflanzen. Hecken bieten viele Versteckmöglichkeiten und Rückzugsgebiete für Insekten.
  • Auch kleinere aufgeschichtete Steinhaufen oder Trockenmauern bieten Versteckmöglichkeiten für Insekten, im Herbst hilft ein Laubhaufen nicht nur dem Igel beim überwintern.
  • Stauden erst im Frühjahr zurückschneiden, um den Insekten Orte zum überwintern zu lassen.

Weitere Informationen zu Nützlingen und einzelne Steckbriefe finden sie unter www.hortipendium.de .

Aktuell:

Die App Flora incognita für das Smartphone ist ein schöner Begleiter bei ihrem nächsten Sparziergang in der Natur. Die automatische Pflanzenbestimmung für mehr als 4800 Pflanzenarten der mitteleuropäischen, wildwachsenden Flora von der Technischen Universität Ilmenau erkennt an Hand von einzelnen Fotos, welche Pflanze da am Wegesrand, im Wald oder auf der Wiese wächst.

Weiterhin findet man an vielen Kulturen große Blattlauskolonien, siehe auch den letzten Tipp vom 18. Mai 2020.

Quelle: Regierungspräsidium Gießen, Dezernat Pflanzenschutzdienst

Pflanzenschutztipp vom 18. Mai 2020

Blattläuse

wollige Geißblattlaus
wollige Geißblattlaus

An sehr vielen Kulturen kann man, durch die milde Witterung begünstigt, kleine und größere Blattlauskolonien finden. An verschiedenen Gemüsepflanzen wie Salat, an Obstkulturen wie z.B. Apfel und an vielen Blumen und Ziergehölzen. Teilweise können Blattläuse auch zu Wuchsveränderungen führen wie z.B. bei Ulmen. Es gibt sehr viele Blattlausarten, die derzeit aktiv sind, grüne, schwarze, weiß bestäubte oder auch “verkleidet” wie die wollige Geißblattlaus. Oftmals lassen sich vereinzelte Blattlauskolonien leicht entfernen bzw. die betroffen Stellen können abgeschnitten werden. Mit biologischen Präparaten auf Basis von Rapsöl oder Kali-Seife eignen sich im Anfangsstadium, auch eine selbsthergestellte Brennnesselbrühe kann die Blattläuse dezimieren.

Pflaumenwickler mit Lockstofffallen fangen

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Der Pflaumenwickler tritt derzeit verstärkt auf. Die kleinen, graubraunen, unscheinbaren Schmetterlinge legen ihre Eier an den jungen Früchten ab. Die frisch geschlüpften Larven bohren sich alsbald in die Frucht ein und fressen in der Nähe des Kerns am Fruchtfleisch.  Die befallenen Früchte werden vorzeitig abgeworfen. Um das Auftreten des Pflaumenwicklers zu beobachten und evtl. für eine kleine Dezimierung des Befalles können Pheromonlockfallen eingesetzt werden.

Rosenkrankheiten

Blattläuse an Rose
Blattläuse an Rose

Die frischen Rosentriebe und Knospen sind derzeit besonders attraktiv für eine Vielzahl an Krankheitserregern und Schädlingen. Besonders auffällig sind wie auch bei vielen anderen Kulturen die Blattläuse und Zikaden. Bei manch anfälligen Sorten ist Echter Mehltau präsent, er tritt durch den großen Temperaturunterschied von Tag und Nacht und der damit verbunden Luftfeuchteschwankungen auf. Vereinzelt sind orange bis rote Rostpusteln auf den Blattoberflächen erkennbar. Auch der Sternrußtau tritt bei den frischen Blättern auf, wenn sich noch erkrankte Blätter an der Rose befinden oder in deren Nähe. Bei gut gepflegten und regelmäßig zurückgeschnittenen Rosen ist der Krankheits- und Schädlingsdruck deutlich geringer. Auch die Sorten sind unterschiedlich anfällig gegen Krankheiten. Die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Landwirtschaft hat eine Empfehlung für schöne und robuste Sorten zusammengestellt.

Zwergzikaden

Zwergzikade an Hainbuche
Zwergzikade an Hainbuche

Ähnlich wie Blattläuse sind auch Zwergzikaden und das durch ihre Saugtätigkeit entstehende Schadbild an vielen Kulturen wie Kräuter und Ziergehölze zu finden. Die Blätter sind flächig mit silbrig bis weißen Punkten übersät. Die kleinen – sie sind oft nur 2-5 mm groß, oft hellgefärbten Zwergzikaden saugen an der Blattunterseite, indem sie mit ihren Mundwerkzeugen in das Blattgewebe einstechen. Sie sind sehr beweglich und können mit ihren Flügelchen schnell flüchten. Auf den Blättern bleiben kleine weiße Häutungsreste zurück. Eine Bekämpfung ist in der Regel nicht erforderlich und zudem mit den vorhanden Präparaten auf Rapsölbasis schwierig – bitte auf die ausgewiesenen Kulturen der Präparate achten.

Aktuell:

Bei einem Spaziergang durch den Park oder die heimische Natur kann man immer wieder sein Wissen über die hier wachsenden Bäume testen. Auf dem übersichtlichen und umfangreichen Portal www.baumkunde.de kann man an Hand einzelner Merkmale wie Blätter, Früchte oder Rinde die gefundenen Bäume und Sträucher gut bestimmen.

Quelle: Regierungspräsidium Gießen, Dezernat Pflanzenschutzdienst

Pflanzenschutztipp vom 11. Mai 2020

Echter Mehltau an Beet- und Balkonpflanzen

Echter Mehltau an Vergissmeinnicht
Echter Mehltau an Vergissmeinnicht

An Zierpflanzen der Frühjahrsbepflanzung wie Vergissmeinnicht, Bellis, Ranunkeln und andere Kulturen im Balkonkasten und Beet sind weiß bestäubt vom Echten Mehltau. Besonders bei dicht stehenden Pflanzen treten zuerst die typischen Schadsymptome auf. Da manche Mehltauarten ein sehr großes Wirtspflanzenspektrum haben, sollten die befallenen Pflanzen möglichst schnell entfernt werden um ein übergreifen der Krankheit auf andere Pflanzen zu vermeiden.


Buchsbaumblattsauger

Buchsbaumblattsauger
Buchsbaumblattsauger

An den Triebspitzen sind die jungen Blätter blasig verformt. In den löffelartig verformten Blättern und in deren Nähe findet man weiße wollartige Gebilde und die Larven des Buchsbaumblattsaugers. In der Regel treten sie nesterweise an Buchsbaum oder auch Lorbeer auf. Die befallenen Triebe können zurückgeschnitten und entsorgt werden. Eine Behandlung ist in der Regel nicht nötig. Wenn dennoch eine Bekämpfung angestrebt wird, können Präparate auf  Neem, Orangenöl, oder Rapsölbasis eingesetzt werden.

Gallmilben an Ahorn

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Gallmilben an Ahorn

Auf der Blattoberseite des Ahornblattes (oftmals Bergahorn oder Feldahorn) befinden sich meist rötliche runde knubbelige oder hörnchenartig spitze Verformungen des Blattes. Verursacht werden diese Wucherungen durch verschiedene Arten von Gallmilben. Auch an anderen Baumarten wie Eiche, Ulme, Hainbuche usw. kommen verschiedene Formen von Wucherungen, zumeist ausgelöst von Gallmilben vor. Im Inneren der Wucherungen entwickeln sich die Milben. Eine chemische Bekämpfung ist nicht erforderlich, da die Gallmilben das Wachstum nicht beeinträchtigen. Mit einem Rückschnitt im Frühjahr kann die Gallmilbenpopulation effektiv verringert werden.

Tipps im Umgang mit Trockenperioden

Current Drought Situation, uppermost 25cm.
UFZ-Dürremonitor/ Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung

Derzeit ist der Gesamtboden vielerorts trotz der vergangenen Regenfälle unterhalb der obersten Schicht zu trocken. Noch kann niemand seriös abschätzen ob der kommende Sommer wieder so trocken wird, wie die beiden letzten. Dennoch geht der Trend der letzten Jahre hin zu extremeren Wetterlagen und damit auch zu wärmeren und trockeneren Sommermonaten. Dies bedeutet für unsere Böden, dass der Anteil des pflanzenverfügbaren Wassers bedenklich sinkt und es zu Dürren kommen kann. Tiefere wissenschaftliche Betrachtungen zum Thema Klimaforschung und dem Dürrezustand des Bodens gibt das Helmholtz Zentrum für Umweltforschung in seiner Rubrik Dürremonitor. Ein paar kleine Tipps für den Umgang bei Trockenheit im Garten: Beete abdecken/mulchen mit Häckselgut, Rindenmulch um den Boden feucht zu halten und vor rascher Austrocknung durch direkte Sonneneinstrahlung zu schützen. Bei der langsamen Zersetzung der gehäckselten Zweige/des Rindenmulches wird zudem das Bodenleben gefördert und Nährstoffe werden freigesetzt. Bei geeigneten Beeten kann man mit der Anlage einer Tröpfchenbewässerung zielgenau und wassersparend die gewünschten Pflanzen bewässern. Mit einer programmierbaren Zeitschaltautomatik kann die Bewässerung auch während des Urlaubes organisiert werden. Mit dem unterirdischen Einbau von Zisternen  oder dem  Aufstellen von mehreren abgedeckten Wasserfässern (Wassertonnen, Container) kann das Regenwasser aufgefangen und gespeichert werden. Einige GaLa-Baufirmen haben sich auf die Anlage passgenauer Bewässerungen spezialisiert.

Aktuell:

Ab heute beginnen die Eisheiligen und die kommenden Nächte machen ihrem Namen diesmal alle Ehre. Es werden in den Nächten Kaltlufteinbrüche und mancherorts Minusgrade erwartet, die den empfindlichen Pflanzen schaden können. Darum gilt auch für dieses Jahr, empfindliche Pflanzen wenn möglich reinholen oder abdecken. Dieses Jahr sind die Eisheiligen vom 11. bis 15. Mai und zählen zu den bekanntesten Bauernregeln.

Eine Bauernregel besagt z.B.: “Die Pankrazi, Servazi und Bonifazi sind drei frostige Bazi und zum Schluss fehlt nie die kalte Sophie. Pankratius und Servatius bringen oft Kälte und Verdruss.”

Quelle: Regierungspräsidium Gießen, Dezernat Pflanzenschutzdienst

Pflanzenschutztipp vom 5. Mai 2020

Blattläuse an vielen Kulturen

Blattläuse
Blattläuse

An vielen Zierpflanzen wie z.B. Rosen, Beet- und Balkonpflanzen und an Gemüse und Kräuterpflanzen finden sich wieder kleine oder bereits größere Blattlauskolonien an den jungen Trieben. Wo es möglich ist, können die betroffenen Stellen abgeschnitten oder abgeknipst werden. Bei Zierpflanzen und Gemüsejungpflanzen (Achtung Wartezeit) können zudem auch Insektizide auf Basis von Rapsöl, Kali-Seife oder Neem, oder selbst gemischtes Brennnesselextrakt eingesetzt werden. 


Erdflöhe an Kohlpflanzen

Erdfloh an Radieschen

Die Blätter der jungen Kohlpflanzen im Beet weisen kleine siebartige Löcher auf. Die Löcher werden von kleinen schwarzen Käfern, den Erdflöhen verursacht. Besonders die jungen Blätter in Bodennähe werden befallen, daher sind frisch ausgekeimte Pflanzen am stärksten gefährdet. Durch die trockene und warme Witterung im April können Schäden wie Minderwuchs bis hin zum Ausfall einzelner Pflanzen aufgetreten sein. Durch das vorziehen der Jungpflanzen können die Schäden verringert werden. Durch den Einsatz eines engmaschigen Gemüseschutznetzes (Maschenweite 0,8 mm) kann dem Befall vorgebeugt werden.

Dickmaulrüssler

Dickmaulrüssler

An vielen Sträuchern wie Rhododendron, Flieder, Hortensie, Schneebeere usw. treten an den Blättern Fraßspuren am Blattrand auf (Buchtenfraß). Verantwortlich dafür sind etwa 1 cm große dunkle Rüsselkäfer – der Dickmaulrüssler. Die Käfer sind dämmerungsaktiv, sie klettern erst in den Abendstunden in die Sträucher zum fressen. Im Boden leben weiße, etwa 1 cm lange Larven, sie ernähren sich von den feinen Wurzeln der Pflanzen und führen somit zu einer verminderten Trockenheitstoleranz der Pflanzen. Ab einer Bodentemperatur von 12 °C können Nematoden (Fadenwürmer) mit dem Gießwasser ausgebracht werden, um die im Boden lebenden Larven zu infizieren. Zudem kann zur Bekämpfung der Käfer folgendes ausprobiert werden: ein mit Nuten versehenes Brett wird auf dem Boden abgelegt, die Nuten sind mit einem Gelfilm mit Nematoden versehen. Dahinter steckt die Idee, dass sich die Käfer tagsüber unter dem Brett mit den Nuten verstecken und somit lang genug mit den Nematoden in Berührung kommen damit eine Infektion stattfindet.

Unkraut auf Terrassen und Gehwegen entfernen

Unkraut entfernen mit Fugenkratzer
Unkraut entfernen mit Fugenkratzer

Dem frisch sprießenden Unkraut in den Fugen zwischen den Terrassenplatten und auf den Wegen wird nun wieder entgegen gewirkt. Dafür gibt es verschieden Wege und Werkzeuge. Gängig sind Fugenkratzer und Unkrautstecher, für kleine Flächen ist es die einfachste und schnellste Lösung, jedoch geht der Einsatz auf den Rücken und die Kniegelenke. Für feuerfeste Flächen eignen sich thermische Geräte wie Abflammgeräte oder Heißluft-Unkrautvernichter (diese gibt es nun auch preisgünstig für den Hobbyeinsatz). Diese Geräte dürfen nicht in Trockenperioden oder an heißen Tagen angewandt werden – Feuergefahr, zudem muss auch hier der Einsatz regelmäßig wiederholt werden. Bei geeigneten Flächen kann auch mittels Hochdruckreiniger oder Straßenkehrbesen kleinere Unkräuter in den Fugen mit entfernt werden. Der Einsatz von Herbiziden, Streusalz, “Hausmittelchen” oder Steinreingern zum Zweck der Unkrautentfernung auf befestigten Flächen ist verboten, siehe dazu das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit – BVL.

Aktuell:

Ein Diskussionsbeitrag zur Frühjahrsdürre ist hier in der Mediathek zu finden. An der Diskussion sind ein Meteorologe, ein Klimaforscher, eine Obstzüchterin, eine Landwirtin und ein Politiker beteiligt. U.a. wird der Zustand in der Landwirtschaft, in Gärten und Parks dargestellt und mögliche Strategien zum Umgang mit zukünftigen Trockenheitsperioden diskutiert.

Quelle: Regierungspräsidium Gießen, Dezernat Pflanzenschutzdienst

Pflanzenschutztipp vom 27. April 2020

Salatfäule bei Jungpflanzen

Salatfäule

Bei Jungpflanzen kann sich bei zu häufigem Gießen schnell eine Salatfäule entwickeln. Sie wird verursacht durch verschiedene Pilze, u.a. durch den Grauschimmel. Besonders bei Staunässe und dauerfeuchtem Boden in Verbindung mit hoher Luftfeucht, wie z.B. im Folientunnel, Frühbeetkasten oder unter den Salathauben entwickeln sich die Pilze schnell. Zuerst faulen die Blätter in Bodennähe. Um dem Befall vorzubeugen sollte der Pflanzabstand sollte nicht zu eng gewählt werden und die Salatpflanzen etwas höher gesetzt werden. Auch maßvolles Gießen ist wichtig.

Frostspanner an Pflaume, Kirsche, Birne und Apfel

Raupe des Frostspanners

An den frisch ausgetriebenen Blättern von Pflaume, Kirsche, Birne und Apfel findet man kleine Löscher und Fraßspuren von Raupen. Oftmals handelt es sich hier um Raupen des Frostspanners, die an den jungen Blättern gefressen haben. Auffällig ist die schiebende Art der Fortbewegung, bei der sich der Körper abwechselnd katzenbuckelartig krümmt und wieder streckt. Bei starkem Befall kann es zu Kahlfraß an einzelnen Zweigen kommen. Eine Bekämpfung zum jetzigen Zeitpunkt ist nur mit Bacillus thuringiensis Präparaten möglich. Auf geeignete Schutzkleidung ist zu achten!

Behandlung gegen den Eichenprozessionsspinner hat in Hessen begonnen

Raupe des Eichenprozessionsspinners

Derzeit werden aus der Luft und vom Bodenmittels Sprühlanzen oder Gebläsespritzen wieder Maßnahmen gegen den Eichenprozessionsspinner durchgeführt. Das Austreiben der Eichen führt dazu, dass auch die Raupen des Eichenprozessionsspinners ausschlüpfen. Diese Schmetterlingsraupen werden vor allem deshalb bekämpft, weil sie ab dem 3. Larvenstadium Brennhaare ausbilden, die beim Menschen schwere allergische Reaktionen auslösen können. Vorrangig werden biologische Insektizide mit Bacillus thuringiensis ausgebracht oder Präparate mit der Nematode Steinernema feltiae (in den Abendstunden) ausgebracht. Es sind Biozidmaßnahmen und unterliegen nicht dem Pflanzenschutz. Da es sich hier um Schutzmaßnahmen für die menschliche Gesundheit handelt und nicht zum Schutz der Eiche, die diese Fraßschäden in der Regel tolerieren kann.

Rhododendronzikade

Knospenfäule verursacht durch Rhododendronzikade

Auf der Blattunterseite der Rhododendronblätter sind kleine gelbgrüne Insekten vertreten, die Blattläusen ähnlich sehen können. Dies sind die Larven der Rhododendronzikade. Die adulten Rhododendronzikaden treten etwa Juli auf und sind durch ihre auffällige grün-rote Zeichnung leicht zu erkennen. Die Zikaden verursachen auf den Blättern kleine helle Pünktchen, in dem sie an den Stellen den Pflanzensaft aussaugen. Die Zikaden stehen im Verdacht den Erreger des Knospensterbens, den Pilz Pycnostysanus azaleae zu übertragen. Da die Zikaden sehr mobil sind und bei der kleinsten Berührung des Blattes aufspringen, ist eine Bekämpfung nicht empfehlenswert.

Aktuell:

Hier kann man erfahren, was man alles in seinem Garten tun kann, um Nützlinge zu fördern.
Broschüre vom Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e.V.

Quelle: Regierungspräsidium Gießen, Dezernat Pflanzenschutzdienst

Pflanzenschutztipp vom 21. April 2020

Apfelbaumgespinstmotte

Nest mit Apfelgespinstmottenraupen

Aktuell steht die Bekämpfung der Apfelbaumgespinstmotte an, in Südhessen ist Mitte nächster Woche ein günstiger Zeitpunkt in Nordhessen ist es von Mitte bis Ende der nächsten Woche soweit. Diese Schmetterlingsraupen bilden dichte und teils große Nester aus Gespinstfäden und darin fressen sie bevorzugt die Blätter ab. Im Haus- und Kleingarten wird nur bei einem starken Befall die Bekämpfung mit dem biologischen Wirkstoff Bacillus thuringiensis empfohlen. Kleinere Nester können (zumindest bei kleinen Bäumen) mit der Schere entfernt werden.


Buchsbaumzünsler 

Buchsbaumzünsler

Der Buchsbaumzünsler ist wieder aktiv. Zur Bestimmung des Falterauftretens können Pheromonfallen eingesetzt werden, mit denen die männlichen Buchsbaumzünsler gefangen werden.  Das derzeit einzige praktikable biologische Verfahren ist der Einsatz von Bacillus thuringiensis – Präparaten, wie z.B. XenTari, FLORBAC und Lizetan Raupen-& Zünslerfrei.  Bei frühzeitigem Einsatz gegen frisch geschlüpfte Larven sind i.d.R. ausreichende Wirkungen zu erzielen. Da die Raupen zuerst im inneren des Geästes auftreten, muss vor allem hier auf Frassschäden und Raupenbefall kontrolliert werden.

Wacholderblasenrost und Birnengitterost

Blasenrost an Wachholder

Jetzt im April bilden sich an manchen Wacholderarten, u.a. Juniperus sabinae und Juniperus chinensis auffällige gelb-orange gallertartige Gebilde an den dickeren Trieben. Es handelt sich hierbei um die Fruchtkörper des Wacholderblasenrostes, besser bekannt unter dem Namen Birnengitterrost. Vom Wacholder aus infiziert der Pilz die jungen Blätter der Birne.
Ausführliche Informationen zum Wacholderblasenrost bietet ein Artikel von Thomas Lohrer.
Eine Bekämpfung der Krankheit mit Pflanzenschutzmitteln ist an Wacholder nicht möglich. Während der Infektionszeit, die etwa mit der Vollblüte der Birne beginnt, kann mit dem Fungizid Duaxo Universal Pilz-frei (Wirkstoff Difenoconazol) die Infektion mit dem Pilz vermindert werden. Eine chemische Bekämpfung im Haus- und Kleingarten ist jedoch abhängig von der Größe des Birnbaumes und nur bei jungen und kleinen Birnbäumen überlegenswert, bzw. bei einzeln stehenden Bäumen.

Moos im Rasen und Tipps zur Rasenpflege

Moos im Rasen

Damit sich der Rasen nach dem Winter wieder gut entwickelt, kann jetzt mit den Pflegearbeiten begonnen werden: Laub und Moos entfernen, Rasenfilz entfernen und düngen um das Wachstum des Rasens zu fördern. Zunächst wird der Rasen kurz gemäht im Anschluss wird das Moos im Rasen und der Rasenfilz entfernt. Mit einem Vertikutierer wird die oberste Bodenschicht gelockert, Rasenfilz, Moos und Unkräuter entfernt. Bei stärkerem Moosbewuchs kann zusätzlich ein Moosvernichtungspräparat aus dem Handel eingesetzt werden. Es gibt auch Kombipräparate mit Dünger. In den derzeit zugelassenen Moosvernichtern ist einer der drei folgenden Wirkstoffe enthalten: Eisen-II-Sulfat, Essigsäure und Pelargonsäure. Mit keinem der Präparate kann das Moos nachhaltig entfernt werden. Die Wirkstoffe töten zwar das Moos ab, aber im Laufe weniger Wochen wächst in der Regel erneut das Moos auf der behandelten Rasenfläche. Besonders auf schattigen Flächen unter Gehölzen lässt sich Moosbewuchs nur kurzzeitig bekämpfen.

Sind die Rasenflächen sehr stark vermoost, so dass nur noch wenige Rasengräser vorhanden sind, kann eine Rasenneuanlage erwogen werden.

Aktuell:

Wer wissen möchte, wie gut der Boden durchfeuchtet ist, wird beim deutschen Wetterdienst  fündig. Hier kann man einen Überblick über Deutschland oder auf einen genauen Standort bezogen, die Bodenfeuchte bis 60 cm Tiefe sich anzeigen lassen.

 Link zum DWD

Zum Thema Gartenjahr gibt es eine schön aufbereitete Broschüre von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung. Sie heißt “Von Apfel bis Zucchini”  und kann hier bestellt oder heruntergeladen werden.

Quelle: Regierungspräsidium Gießen, Dezernat Pflanzenschutzdienst

Pflanzenschutztipp vom 14. April 2020

Gemüsejungpflanzen abhärten

Jungpflanzen geschützt unter Plastikschälchen

Um die Jungpflanzen vor Kälte und Verbrennungen zu schützen, müssen sie nun abgehärtet werden. Gut gelingt dies, wenn die gekauften Jungpflanzen nicht gleich ins Freie und in die pralle Sonne ausgepflanzt werden, sondern schrittweise an die neuen Umweltbedingungen gewöhnt wird. Eine gute Möglichkeit ist die Auspflanzung in Frühbeetkasten oder in Folientunnel, hier sind die Jungpflanzen vor Frost, direkter Sonneneinstrahlung und Trockenheit geschützt. Auf regelmäßige Lüftung muss geachtet werden. Auch die Verwendung von durchsichtigen Plastikschälchen, die zur Verpackung von Obst und Gemüse dienen, kann den auf dem Beet ausgepflanzten Jungpflanzen bei der Abhärtung helfen, siehe Bild. Auch hier müssen die Schälchen tagsüber mal entfernt werden, um die erhöhte Luftfeuchte entweichen zu lassen. Eine hohe Luftfeuchte und dauerhaft zu feuchtes Substrat fördert den Befall der Jungpflanzen mit Pilzen.

Beginn der Infektion mit Apfelschorf

mit Apfelschorf infiziertes Blatt

Bei den nächsten Niederschlägen werden die Sporen aus den mit Apfelschorf befallenen Blättern freigesetzt und es kommt zur Infektion der frisch austreibenden Blätter. Die Infektion geht von befallenem alten Laub unter den Apfelbäumen aus. Bei länger anhaltender Blattnässe ist die Infektion mit dem Pilz erfolgreich und es bilden sich anfänglich kleine runde Blattflecken aus, diese sehen aus wie Ölflecken. Später werden auch die Früchte befallen. Indem man das alte Laub aus dem Vorjahr gründlich entfernt und die Baumkrone jährlich auslichtet, verringert sich die Befallsgefahr erheblich. Eine Behandlung mit Pflanzenschutzmitteln ist im sehr kleingliedrigen und eng bepflanzten Garten nicht empfehlenswert. Bei Streuobstwiesen und vereinzelt stehenden Obstbäumen kann eine Behandlung mit Duaxo Universal Pilz-frei (Difenoconazol) erfolgen

Monilia-Spitzendürre an Sauerkirsche

Monilia-Spitzendürre

Zeigen die Blütenknospen des Sauerkirschen weiße Farbe muss mit Infektionen durch den Erreger der Monilia-Spitzendürre gerechnet werden. Befallsdruck besteht ab dem Stadium ‘Weiße Knospe’ bis zum Abfallen der Blütenblätter. Wer Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung einsetzen will, muss diesen Zeitraum mit 2 bis 3 Spritzungen abdecken.
Einsetzbar sind  folgende Präparate:

  • Duaxo Universal Pilz-frei (Difenoconazol)
  • Bayer Garten Obst-Pilzfrei Teldor oder Steinobst-Pilzfrei Baycor T (Fenhexamid)    

Misteln

weißbeerige Mistel

Die Misteln sind derzeit noch gut zuerkennen, in den gerade frisch austreibenden und wenig belaubten Laubbäumen. Besonders in den Obstbäumen können Misteln, wenn sie vermehrt vorkommen, schnell zum Problem werden. Sie bremsen das Wachstum des Baumes und machen ihn anfälliger bei Trockenheit. Die befallenen Äste sollen, soweit möglich, 30 cm vor der Mistel abgesägt werden. Alternativ kann man auch die Mistel mitsamt der Haftscheibe direkt vom Ast entfernen, diese Prozedur muss jedoch alle 2 bis 3 Jahre wiederholt werden, da die Mistel aus dem Ast erneut austreibt.

Aktuell:

Die überwinterten Kübelpflanzen können nun wieder schrittweise ins Freie gebracht werden. Jetzt ist nochmal ein guter Zeitpunkt die Pflanzen auf Befall mit Schädlingen wie Blattläuse, Spinnmilben oder Schildläuse zu untersuchen. Bei vielen Zierpflanzen kann nun auch noch ein Rückschnitt erfolgen, falls nicht schon geschehen.

Für die Haus- und Kleingärten ist eine umfangreiche Broschüre zum integrierten Pflanzenschutz erschienen. Diese Leitlinie wurde für den nationalen Aktionsplan Pflanzenschutz in Zusammenarbeit vieler Institutionen erarbeitet.

Leitlinie zum integrierten Pflanzenschutz im Haus- und Kleingarten

Quelle: Regierungspräsidium Gießen, Dezernat Pflanzenschutzdienst

Pflanzenschutztipp vom 8. April 2020

Frostschäden an verschieden Kulturen

Frostschäden an Bärlauch

Die nächtlichen Minustemperaturen haben den bereits weit ausgetriebenen Obstbäumen wie Kirschen, Aprikosen, Pfirsichen und Birnen geschadet. Bei diesen Kulturen und vielen weiteren sind je nach Lage Frostschäden an den Blütenknospen zu finden. Auch an Freilandzierpflanzen wie Hortensien, Rosen, Pfingstrosen, Magnolien usw. sind junge bereits ausgetriebene Blätter, Blüten und Triebe erfroren. Auf dem Bild ist Bärlauch abgebildet, hier hat der Frost die Bildung des pflanzeneigenen grünen Farbstoffes Chlorophyll gehemmt, deshalb weisen die Blätter weiße Flecken auf. Die Bildung des grünen Farbstoffes hat ein etwas höheres Temperaturbedürfnis als das Wachstum der Pflanze. Deshalb kann es bei leichten Frosttemperaturen dazu kommen, dass die Pflanze normal wächst, die Chlorophyllbildung ist aber bereits gestört. Auch bei anderen Pflanzen sind diese Art Schäden zu finden.

Rosenschnitt

Sternrußtau an Rose

Die Rosen treiben bereits kräftig aus, bei den derzeitig warmen Frühjahrstemperaturen. Je nach Lage können sie durch die nächtlichen Fröste bereits Schaden genommen haben. Jetzt kann noch der Frühjahrsschnitt vorgenommen werden. Der Schnitt fördert die Blütenbildung, den Neuaustrieb und die Vitalität der Rose, gleichzeitig kann mit dem Rosenschnitt auch die Ausbreitung des Sternrußtaues und des Rosenrostes vermindert werden. Wichtig ist hierbei, dass die befallenen Blätter und Triebe an der Pflanze entfernt werden und auch die auf dem Boden befindlichen abgeworfenen Blätter eingesammelt werden. 

Video zum Rosenschnitt von der ARD 

Johannisbeerblasenlaus

Johannisbeerblasenlaus
Johannisbeerblasenlaus

Auf den frisch ausgetriebenen Blättern der Johannisbeere sind rote blasige Verformungen zu finden. Auf der Unterseite kann man (evtl.) die grüne Johannisbeerblasenlaus und die weißen Häutungsreste erkennen. Nur bei sehr starkem Befall kann es zu Wachstumsstockungen führen, eine Bekämpfung ist in der Regel nicht notwendig.



Aktuell:

Vom Informationsdienst der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung ist eine detaillierte Broschüre zum Thema Nützlinge im Garten erschienen. Sie kann hier bestellt oder heruntergeladen werden.

Quelle: Regierungspräsidium Gießen, Dezernat Pflanzenschutzdienst