Pflanzenschutztipp vom 25. Mai 2020

Gespinstmotten an verschiedenen Obst- und Ziergehölzen

Raupen der Gespinstmotte an Weißdorn
Raupen der Gespinstmotte an Weißdorn

An Apfelbäumen, Süßkirschen und an Ziersträuchern wie Pfaffenhütchen, Felsenbirne, Traubenkirsche und Weißdorn sind ein paar bis viele einzelne Gespinstnester zu entdecken. In Spinnfäden eingewoben. befinden sich mehrere Raupen die an den Blättern fressen und ihre Ausscheidungen. Die Verpuppung findet ebenfalls in dem Nest statt. Im Sommer schlüpfen weiße Motten mit schwarzen Punkten. Eine Bekämpfung ist möglich, indem man die Triebe mit Gespinsten entfernt und entsorgt. Manchmal sind große Teile der Hecke befallen, hier kann es zur Schwächung der Pflanze führen, in der Regel kann die Pflanze sich davon gut wieder erholen.

Mehltau an Apfel

Apfelmehltau
Apfelmehltau

Durch den weiterhin großen Unterschied zwischen der Tag- und Nachttemperatur bildet sich ein weißer Belag auf den Blättern des Apfels. Verursacht werden die weißen Flecken durch den Pilz Echter Mehltau. Im Vergleich zu gesunden Trieben sind erkrankte Triebe gestaucht. Bei starkem Befall können sie sogar von der Spitze her absterben. Der Apfelmehltau befällt ausschließlich Apfelbäume und gelegentlich Quittenbäume. Eine chemische Bekämpfung ist möglich, aber im kleinstrukturierten Garten nicht sinnvoll und die Gefahr der Abdrift auf andere Kulturen ist in Anbetracht der Baumhöhe nicht vermeidbar. Stark befallene Triebe sollten entfernt und entsorgt werden.

Minierfliegen und Miniermotten an Ziergehölzen

Minierfliege an Geißblatt
Minierfliege an Geißblatt

Auf den Blättern verschiedener Ziergehölze, u.a. Geißblatt und Flieder oder Stechpalme, aber auch an Blättern des Apfelbaumes und an verschieden Blumen/Stauden findet man helle feine Gänge. Die Miniergänge befinden sich zwischen der Blattober- und Blattunterseite, das grüne Blattgewebe wurde von den Larven der Minierfliege oder der Miniermotte gefressen. Eine chemische Bekämpfung ist jetzt nicht mehr möglich, da sie nur im Anfangsstadium erfolgreich ist. Da es sich aber in der Regel nur um vereinzelt befallene Blätter handelt, ist ein Befall tolerierbar. Größere Schäden entstehen nicht durch Minierfliegen und Miniermotten, mit Ausnahme der Kastanienminiermotte.

Nützlinge fördern

Insektenhotel
Insektenhotel
heimische Blumenwiese
heimische Blumenwiese
Honigbiene an Riesenlauch
Honigbiene an Riesenlauch

Letzte Woche wurde nun zum 3. Mal der Weltbienentag gefeiert und hat auf die Probleme der kleinen Bestäuber hingewiesen. Bienen und andere Nützlinge finden im eigenen Garten durch seine hohe Vielfalt an Pflanzen kleine Oasen. Um es den Nützlingen und Bienen – hier sind natürlich auch die artenreichen wilden Schwestern der Honigbiene, die Wildbienen gemeint – noch etwas schöner zu machen, kann man den Garten an ein paar ausgewählten Plätzen naturnahe gestalten:

  • Wildblumenmischungen aussäen, bzw. den Rasen an einer ausgewählten Stelle höher wachsen lassen und die Ansiedlung von heimischen Pflanzen (auch Unkräuter genannt) tolerieren. So kann man an z.B. bei einem Hanggrundstück durchaus eine kleine Wieseninsel lassen – die nur 1-2 Mal in Jahr gemäht wird.
  • Ein selbstgebautes oder gekauftes Insektenhotel aufstellen, besonders für die Nachkommen der Wildbienen sind diese meist gut geeignet.
  • Wenn man eine Hecke anlegen möchte, wie wäre es dann mit einer gemischten Hecke mit verschieden blühenden Heckenpflanzen. Hecken bieten viele Versteckmöglichkeiten und Rückzugsgebiete für Insekten.
  • Auch kleinere aufgeschichtete Steinhaufen oder Trockenmauern bieten Versteckmöglichkeiten für Insekten, im Herbst hilft ein Laubhaufen nicht nur dem Igel beim überwintern.
  • Stauden erst im Frühjahr zurückschneiden, um den Insekten Orte zum überwintern zu lassen.

Weitere Informationen zu Nützlingen und einzelne Steckbriefe finden sie unter www.hortipendium.de .

Aktuell:

Die App Flora incognita für das Smartphone ist ein schöner Begleiter bei ihrem nächsten Sparziergang in der Natur. Die automatische Pflanzenbestimmung für mehr als 4800 Pflanzenarten der mitteleuropäischen, wildwachsenden Flora von der Technischen Universität Ilmenau erkennt an Hand von einzelnen Fotos, welche Pflanze da am Wegesrand, im Wald oder auf der Wiese wächst.

Weiterhin findet man an vielen Kulturen große Blattlauskolonien, siehe auch den letzten Tipp vom 18. Mai 2020.

Quelle: Regierungspräsidium Gießen, Dezernat Pflanzenschutzdienst