Pflanzenschutztipp vom 01. Juni 2026

Apfelschorf

Die Infektion der Blätter mit dem Pilz Apfelschorf hat begonnen. Auf den Blättern sind zunächst runde helle “Wasserflecken” zusehen, diese Flecken werden graubraun und auch die Blattadern verfärben sich graubraun. Die Infektion erfolgt aus Pilzsporenlagern die auf alten Blättern aus dem Vorjahr sitzen. Die kleinen Pilzsporen werden ab Mai aus den Sporenlagern entlassen und können nach einem Regenguss auf den Blättern auskeimen und das Blatt infizieren. Da der Pilz auf anhaltende Blattnässe angewiesen ist, sollten die Bäume möglichst licht- und luftdurchlässig geschnitten werden. Die Früchte werden meist durch Sporen von den frisch infizierten Blättern befallen und hier bilden sich die typischen schorfigen, aufplatzenden, braunen und runde Flecken. Bei kleinen Bäumen (z.B. Säulenobst) und jungen Bäumen kann eine Behandlung mit einem Fungizid erfolgen. Derzeit sind nur Präparate mit Kaliumhydrogencarbonat zulässig. Die Behandlung muss in einem Abstand von 8 Tagen wiederholt werden, bis zu 5 Behandlungen pro Jahr sind zulässig.

Kirschen platzen auf

Gerade bei frühreifenden Sorten kam es durch die vergangenen Regenfälle vermehrt zum Aufplatzen der Kirschen. Doch wieso platzen die Kirschen eigentlich auf? Das kann 2 Ursachen haben. Einerseits führen starke Regenfälle zu einem größeren Wurzeldruck, der Baum nimmt in kurzer Zeit viel Wasser auf und verlagert es unter anderem in die Kirschen, diese können aufgrund des hohen Innendruckes platzen. Diese Ursache spielt aber die untergeordnete Rolle. In der Regel platzen Kirschen, weil in den Kirschen viel Zucker eingelagert ist. Über die Fruchthaut kann die Kirsche das anhaftende Regenwasser aufnehmen, der Zucker in der Frucht zieht das Wasser regelrecht an und bindet es im Fruchtfleisch. Die Fruchthaut ist einseitig durchlässig für das Wasser, dieser Vorgang wird auch als Osmose bezeichnet. Da bei reifenden Kirschen die Fruchthaut sehr dünn ist und rissig wird, je größer die Kirsche wird, führt die vermehrte Wassereinlagerung in der Frucht zum Aufplatzen der Kirsche. Wie kann man nun das Platzen verhindern? Den Baum vor Regen schützen ist nicht machbar, aber man kann die Kirschen möglichst vor dem Regen ernten. Bei der Neupflanzung sollte man auf Sorten zurückgreifen, die nicht zum Platzen neigen.

Link: Warum Kirschen platzen.

Maulwurf im Garten

Maulwürfe können zu unerwünschten Gästen im Garten werden, wenn Sie sich z.B. unterhalb der gepflegten Rasenfläche ansiedeln und ihre charakteristischen Erdarbeiten durchführen, erkennbar an den Maulwurfshügeln. Der Maulwurf selbst ist streng geschützt und steht unter Naturschutz (Bundesnaturschutzgesetz) und darf nicht bekämpft werden. Das Fangen, Verletzen und Töten kann mit einem hohen Bußgeld geahndet werden. Auch Lebendfallen dürfen nicht eingesetzt werden. Zudem ist das kleine Säugetier als Insektenfresser durchaus nützlich für den Gartenbesitzer, da er auch im Rasen lebende Engerlinge und andere Insekten frisst.

Was kann man also tun, wenn einem die Maulwurfshügel stören. Maulwürfe dürfen nur vergrämt / vertrieben werden. 

Die Unterscheidung zu Wühlmaus ist nicht ganz einfach an Hand der Hügel. Vereinfacht gesagt, befinden sich in der aufgeworfenen Erde auch Pflanzenwurzeln und sind die Hügel flacher, oft länglich und unregelmäßig, kann es sich um eine Wühlmaus handeln. Sind die Hügel frei von Wurzeln, kegelförmig, rund und hoch und befindet sich genau in der Mitte des Hügels ein rundes Loch, dann ist es wahrscheinlich ein Maulwurf.


aktuell:

Wer sich ein Citrusbäumchen für den Garten kaufen möchte, findet im Handel Exemplare mit reifen Früchten. Doch Vorsicht, diese Früchte sind oft stark mit Pflanzenschutzmitteln belastet und daher nicht für den Verzehr geeignet. Daher findet sich bei diesen Pflanzen manchmal der Hinweis “zur Dekoration”. Hier sollte man also vorsichtig sein und lieber die bereits am Baum hängenden Früchte entfernen und auf neue Citrusfrüchte warten, diese können dann auch verzehrt werden. Beim Kauf das Citrusbäumchen auch auf etwaige Schädlinge kontrollieren, häufig kommen Woll-, Schild- und auch Blattläuse vor, zum Teil findet man auch Thripse.

Link: Tipps zur Pflege des Citrusbäumchens

Gartentelefon – 0561 7299-377

Das Gartentelefon ist ein Beratungsangebot der Hessischen Gartenakade­mie. Bei Fragen zu einzelnen Kulturen oder dem Auftreten von Schädlingen und Krankheiten steht Ihnen das Team der hessischen Gartenakademie mit einer fundierten Beratung zur Seite. 

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Quelle: Regierungspräsidium Gießen – Pflanzenschutzdienst