Pflanzenschutztipp vom 11. April 2019

Rosenschnitt

Falls nicht schon geschehen, sollte nun an den Rosenschnitt gedacht werden. Die vom Rosenrost oder Sternrußtau befallenen Triebe und Blätter müssen ebenso entfernt werden wie die alten Hagebutten.

Rosenrost auf der Blattoberseite

Die zu eng stehenden Triebe sollten ausgelichtet werden, damit die regennassen Blätter schnell abtrocknen können um die Infektion mit Pflanzenkrankheiten einzudämmen. Zusätzlich kann mit dem fachgerechten Einsatz von Fungiziden die Ausbreitung dieser Krankheiten und dem Echter Mehltau an Rosen gebremst werden. Mit einem geeigneten Präparat muss ab den ersten sichtbaren Symptomen behandelt werden. Hierfür stehen u.a. folgende Wirkstoffe zur Verfügung: Tebuconazol, Azoxystrobin und Difenoconazol

Steingärten sind schlecht für die Artenvielfalt an Pflanzen und Insekten

In den deutschen Vorgärten werden immer häufiger Steingärten angelegt. Der größte Teil der Fläche ist mit Kies, Steinen, Rindenmulch und gefärbten Holzschnitzeln oder Glassteinchen abgedeckt.

Steingarten

Ab und zu ist ein einzelner kleiner Strauch oder eine einzelne Grasstaude eingepflanzt. Diese Art der Gartengestaltung ist einfach zu pflegen, jedoch haben die Vorgärten einen entscheidenden Nachteil gegenüber blühenden und abwechslungsreich gestalteten Gärten – Insekten finden keine Nahrung und Pflanzen können sich hier nicht ausbreiten. Steingärten sind im Prinzip weitere versiegelte Flächen die für den Lebensbereich der Tiere und Pflanzen entzogen wurden. Um ein Zeichen gegen das Insektensterben und den Kleinvögel- und Amphibienschwund zu setzen, lässt man in seinem Garten natürlich gewachsene kleine Rückzugsgebiete. Ein Plädoyer gegen Steingärten hat nun der NABU verfasst.

Infektion mit Apfelschorf findet nun statt

frische Apfelschorfinfektion

Die Ausbreitung und Neuinfektion mit den Erregern des Apfelschorfs findet nun statt. Die Infektion geht von befallenem alten Laub unter den Apfelbäumen aus. Bei länger anhaltender Blattnässe ist die Infektion mit dem Pilz erfolgreich und es bilden sich anfänglich kleine runde Blattflecken aus. Später werden auch die Früchte befallen. Indem man das alte Laub aus dem Vorjahr gründlich entfernt und die Baumkrone jährlich auslichtet, verringert sich die Befallsgefahr erheblich. Eine Behandlung mit Pflanzenschutzmitteln ist im sehr kleingliedrigen und eng bepflanzten Garten nicht empfehlenswert.

Quelle: Regierungspräsidium Gießen, Dezernat Pflanzenschutzdienst

Pflanzenschutztipp vom 28. März 2019

Trauermücken bei der Aussaat

Im Aussaatkasten auf der Fensterbank oder um die Topfpflanzen fliegen winzig kleine schwarze Fliegen, die Trauermücken. Die Larven der Trauermücken leben in der feuchten Blumenerde und ernähren sich von den Wurzeln der zarten Sämlinge bzw. der Zimmerpflanzen, dadurch können Krankheitserreger leichter eindringen. Sie führen in der Regel nicht zu Schäden an der Aussaat bzw. der Zimmerpflanzen, aber sie können sich schnell vermehren und zu kleinen Schwärmen werden.

Trauermücken auf Gelbtafel

Eine dünne Schicht mit Quarzsand auf der Aussaat erschwert die Eiablage der Weibchen. Mit gelben Klebetafeln können die adulten Trauermücken gefangen werden. Die Blumenerde soll nicht übermäßig feucht sein, gerade bei den Zimmerpflanzen sollte moderat gegossen werden, sodass die Erde auch etwas abtrocknen kann. So wird die Entwicklung der Larven in der Erde gehemmt. Bei sehr starkem Befall kann die Aussaat von Zierpflanzen und  Zimmerpflanzenmit einem Präparat mit Azadirachtin behandelt werden.

alte Kohlpflanzen umbrechen – zur Eindämmung des Kohlmottenschildlaus

Kohlmottenschildlaus auf der Blattunterseite

Jetzt sollten die Beete wieder umgegraben werden und für die Aussaat bzw. die Auspflanzung vorbereitet werden. Die alten Kohlpflanzen müssen nun eingearbeitet oder kompostiert werden, um die Ausbreitung der Kohlmottenschildlaus einzudämmen. Durch die teilweise warme Witterung wurden bereits neue Eigelege an alten Kohlpflanzen gefunden.

Apfelblütenstecher an den Apfelknospen

befallene Blüte von Apfelblütenstecher

Die Apfelblütenstecher stechen in die Knospen um ihre Eier abzulegen. Die Knospen öffnen sich nicht, sie färben sich rostbraun. Die Larven entwickeln sich in den Blütenknospen und verhindern so die Bildung der Frucht. Mit der Klopfprobe kann man schauen ob die Rüsselkäfer vorhanden sind. Eine Bekämpfung ist im Hausgarten in der Regel nicht notwendig, chemische Präparate zur Bekämpfung stehen nicht zur Verfügung.

Aktuell: Der Brexit wirkt sich auch auf den Handel und die Zulassungsverfahren von Pflanzenschutzmitteln aus, beim BVL gibt es dazu genauere Informationen.

Quelle: Regierungspräsidium Gießen, Dezernat Pflanzenschutzdienst

Pflanzenschutztipp vom 04. März 2019

Rußrindenkrankheit an Ahorn
Die Rußrindenkrankheit wird vom Pilz Cryptostroma corticale verursachtundbefällt als Schwächeparasit durch Trockenstress sowie Hitze gestresste Bäume. Befallen werden meist junge Bergahornbäume, seltener Spitz- und Feldahorn. Betroffen sind oft Bäume in Parks, Gärten und Stadtbäume. Durch den heißen und trockenen Sommer 2018 konnte sich der Pilz in hessischen Wäldern stark ausbreiten.

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Beim abgestorbenen Baum reißt die Rinde längs am Stamm auf und darunter wird ein rußiger Belag sichtbar. Die Sporen dieses Pilzes können zu gesundheitlichen Beschwerden wie Reizhusten, Fieber, Atemnot und Schüttelfrost führen. Aus diesem Grund müssen befallene Bäume in Wohnortnähe gefällt werden. Derzeit sind in Städten u.a. im Rhein-Main-Gebiet und in Mittelhessen mehrere hundert Bäume gefällt worden und weiteren Verdachtsfällen wird nachgegangen.

Kräuselkrankheit an Pfirsisch
Die Kräuselkrankheit an Pfirsich wird durch den Pilz Taphrina deformans hervorgerufen, der auf den Knospen überwintert. Mit beginnendem Knospenaustrieb erfolgt die Infektion der Blätter mit dem Pilz.

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Die austreibenden Laubblätter haben eine blasig verformte Oberfläche und sind weißlich-grün bis purpurrot gefärbt. Auf der Blattoberseite kann sich ein samtiger Belag bilden. Durch ein anhaltend feuchtes Wetter beim Knospenaustrieb wird die Krankheit gefördert. Als Pflanzenschutzmittel steht Duaxo Universal Pilz-frei zur Verfügung, die Behandlung muss jedoch vor dem Knospenaustrieb erfolgen.

Kontrolle der Pflanzen im Winterquartier

Die Pflanzen im Winterquartier sollten nochmals auf Befall mit Schaderrergern kontrolliert werden, bevor sie bald wieder raus dürfen. Häufig kann man Befall mit Blattläusen, Spinnmilben, Wollläusen oder Thripsen feststellen. Bei Befall muss die befallene Pflanze separat gestellt werden und auch die nebenstehenden Pflanzen sind besonders zu kontrollieren. Besonders besiedelte Pflanzenteile sollen gleich entfernt werden. Bei leichtem Befall können die Schädlinge abgewischt werden bzw. die Pflanzen in der Dusche gut abgebraust werden, allerdings muss dieses Vorgehen in den Folgetagen mehrfach wiederholt werden.

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Im Handel gibt es eine Auswahl an anwendungsfertigen Präparaten u.a. mit den Wirkstoffen Rapsöl mit Pyrethrinen und, Acetamiprid. Zudem ist darauf zu achten, dass die Pflanzen nicht zu feucht stehen, da sie oftmals zurückgeschnitten sind und ohnehin aufgrund der geringeren Tageslänge weniger Wasser benötigen, kann es im Winterquartier schnell zu Staunässe mit anschließender Wurzelfäulnis kommen. Aber auch das Austrocknen der Töpfe ist zu vermeiden, da die Pflanzen aufgrund des geringeren Lichtes und der neuen klimatischen Bedingungen oftmals unter Stress stehen.

Aktuell: Bei den Waldbäumen und insbesondere bei den Fichten wurde regional ein massiver Borkenkäferbefall festgestellt. Ursache ist der heiße und trockene Sommer der besonders die Fichtenbäume geschwächt hat, gleichzeitig waren die Bedingungen für die Vermehrung der Borkenkäfer optimal. Da die Käfer die Standsicherheit des Baumes stark beeinträchtigen, werden die befallenen Bäume entfernt. Derzeit werden die Wälder auf Befall kontrolliert und es kommt zu gehäuften Rodungen.

Quelle: Regierungspräsidium Gießen, Dezernat Pflanzenschutzdienst

Pflanzenschutztipp vom 13. Februar 2019

Sortenwahl bei einjährigen Kulturen

Sonnenblumenkeimling
Quelle: www.selbsternte.at

Nun steht die neue Gartensaison und die damit verbundenen ersten Aussaaten im Frühbeet, Gewächshaus oder auf der Fensterbank kurz bevor. An die Aussaatplanung gibt es wie so oft verschiedene Herangehensweisen. Manche bevorzugen die altbewährten Sorten, von denen sie vielleicht auch selbst das Saatgut ziehen. Andere experimentieren gern und wählen besonders alte, rare oder exotische Sorten oder setzen auf Hybridsaatgut das bessere Erträge verspricht. Da man die vorherrschenden Witterungen in diesem Jahr nicht voraus ahnen kann, ist es sinnvoll frühe, mittlere und späte Sorten bei den verschiedenen Gemüsekulturen zu nutzen. Zudem ist der Anbau toleranter, robuster und für den Standort geeigneter Sorten ratsam.Hinweis zu resistentem Saatgut: Bei vielen gängigen Gemüse- und Zierkulturen gibt es Saatgut oder Pflanzen, die resistent gegen bestimmte Pilzkrankheiten sind wie z.B. echter und falscher Mehltau, Fusarium oder die Kraut- und Braunfäule (Phytophthora infestans – bei Tomaten). Diese Resistenz betrifft jedoch nur einzelne Rassen dieser Pilzkrankheiten. Wenn an Ihrem Standort andere Pilzrassen vorkommen oder sich die Pilzrassen geringfügig weiterentwickelt haben, kann die bestehende Resistenz der Pflanze gegen diesen Erreger aufgehoben sein und die Pflanze wird von der Krankheit befallen. Bei toleranten Sorten kann es ebenso zur Infektion mit der Pilzkrankheit kommen, jedoch kann die Pflanze trotz Befalls noch gute Erträge liefern. Bei altem Saatgut kann jetzt vor der eigentlichen Aussaat eine Keimprobe gemacht werden, um die Keimrate des Saatgutes festzustellen. Bei geringer Keimrate muss die Aussaatstärke dementsprechend erhöht werden. Die Lagerzeit des Saatgutes ist artspezifisch und kann von einem Jahr bis zu mehreren Jahrzehnten reichen. Generell gilt, öl- und eiweißreiches Saatgut ist länger haltbar als anderes Saatgut. Umfassende und nützliche Broschüre zum Thema “Integrierter Pflanzenschutz im Haus- und Kleingarten” vom landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augsburg.

Bewässerung(ssysteme) im Garten

Der letzte Sommer gilt als der trockenste Sommer seit Wetteraufzeichnung. Wie viele Niederschläge in diesem Sommer fallen werden, kann natürlich noch niemand vorher sehen, dennoch zeichnet sich seit den 2000er Jahren ein Trend zu wärmeren und trockeneren Sommern ab. Wenn der Garten in diesem Sommer umgestaltet werden soll, muss auch die Bewässerung mit bedacht sein. Gerade für kleinere Gärten gibt es einige praktikable Lösungen. Die klassischen Varianten: Regentonne, Bewässerung mit Trinkwasser aus der Wasserleitung aber auch die Tröpfchenbewässerung die in mehreren Systemen im Handel angeboten werden. Auch automatische Bewässerungssysteme mit unterirdischen Beregnern und Sprinklern und Computersteuerung werden mittlerweile für den eigenen Garten angeboten. Bei entsprechend großen Dächern bzw. anderweitig versiegelter Fläche kann sich der Einbau einer Zisterne lohnen, die mehrere tausend Liter Regenwasser fassen kann. Aus ökologischer Sicht sind die Bewässerung mit Regenwasser und wassersparende Systeme wie die Tröpfchenbewässerung zu bevorzugen. Während der Urlaubszeit in den Sommerferien kann sich ein zeitgesteuertes Bewässerungssystem lohnen. Um die beste Lösung für seinen Garten zu finden, kann man sich an ein GaLa-Bauunternehmen wenden. Weitere Informationen gibts u.a. hier: http://www.garten-magazin.com/nachrichten/205/gartenbewaesserung.html

Quelle: Regierungspräsidium Gießen, Dezernat Pflanzenschutzdienst

Pflanzenschutztipps vom 22. Oktober 2018

Leimringe gegen Frostspanner

Frostspanner
Frostspanner

Ab Mitte Oktober können Leimringe zur Bekämpfung des Frostspanners angebracht werden. Mit Beginn der ersten Frostnächte sind die hellen Faltermännchen in der Abenddämmerung und nachts auf der Suche nach einem Weibchen. Im Scheinwerferlicht der Autos kann man die fliegenden Kleinschmetterlinge besonders gut erkennen. Die Frostspanner schlüpfen aus ihren Kokons die sich im Boden befinden. Die Weibchen sind flugunfähig und kriechen die Baumstämme hinauf, um an jungen Trieben ihre Eier abzulegen. Auf diesem Weg in die Baumkronen kann man die weiblichen Frostspanner mit Hilfe von Leimringen fangen, bevor sie ihre Eier ablegen. Sie werden nach Gebrauchsanleitung fest am Stamm der Gehölze und ggf. auch am Baumpfahl befestigt. Die Leimringe sollten regelmäßig auf festen Sitz und ausreichende Funktionstüchtigkeit kontrolliert werden. Verschmutzte oder eingetrocknete Leimringe sind zu erneuern.

Topfpflanzen fertig fürs Winterquartier machen
Nun sinken die Temperaturen merklich und es wird herbstlich. Besonders nachts sinken die Temperaturen stark ab. Die Topfpflanzen müssen jetzt auf ihr Winterquartier vorbereitet werden. Hier haben wir ein paar allgemeine Tipps vorbereitet. Dürre Blätter und Zweige sowie die Blüten und das Unkraut in den Töpfen werden gründlich entfernt. Die meisten Kübelpflanzen können auch um 1/3 zurückgeschnitten werden siehe Übersicht. Kontrollieren Sie ihre Kübelpflanzen auf Schädlinge wie Blattläuse, Schildläuse, Wollläuse und Spinnmilben sowie auf Ameisennester. Zur Bekämpfung können Sie bei Tagestemperaturen um 15 °C noch systemisch wirkende Präparate mit den Wirkstoffen Thiacloprid und Acetamiprid einsetzen, Kontaktmittel mit den Wirkstoffen Rapsöl und Pyrethrine sind noch bis 5 °C verwendbar. Der Topfballen darf nicht durchnässt sein. Da die Pflanzen in ihrem Winterquartier in der Ruhephase sind, verbrauchen sie nur sehr wenig Wasser, ist die Erde zu feucht entstehen Wurzelfäulen die zum Absterben der Pflanze führen können. Die Pflanzen sollten hell und nicht zu dicht gedrängt im Winterquartier stehen. Der Raumtemperatur im Winterquartier richtet sich nach der Herkunft der Pflanzen: mediterrane Pflanzen 5-10 °C, tropische Pflanzen 10-15 °C.

Quelle: Regierungspräsidium Gießen, Dezernat Pflanzenschutzdienst

Pflanzenschutztipp vom 22. Oktober 2018

Leimringe gegen Frostspanner

Frostspanner
Frostspanner

Ab Mitte Oktober können Leimringe zur Bekämpfung des Frostspanners angebracht werden. Mit Beginn der ersten Frostnächte sind die hellen Faltermännchen in der Abenddämmerung und nachts auf der Suche nach einem Weibchen. Im Scheinwerferlicht der Autos kann man die fliegenden Kleinschmetterlinge besonders gut erkennen. Die Frostspanner schlüpfen aus ihren Kokons die sich im Boden befinden. Die Weibchen sind flugunfähig und kriechen die Baumstämme hinauf, um an jungen Trieben ihre Eier abzulegen. Auf diesem Weg in die Baumkronen kann man die weiblichen Frostspanner mit Hilfe von Leimringen fangen, bevor sie ihre Eier ablegen. Sie werden nach Gebrauchsanleitung fest am Stamm der Gehölze und ggf. auch am Baumpfahl befestigt. Die Leimringe sollten regelmäßig auf festen Sitz und ausreichende Funktionstüchtigkeit kontrolliert werden. Verschmutzte oder eingetrocknete Leimringe sind zu erneuern.

Topfpflanzen fertig fürs Winterquartier machen

Nun sinken die Temperaturen merklich und es wird herbstlich. Besonders nachts sinken die Temperaturen stark ab. Die Topfpflanzen müssen jetzt auf ihr Winterquartier vorbereitet werden. Hier haben wir ein paar allgemeine Tipps vorbereitet. Dürre Blätter und Zweige sowie die Blüten und das Unkraut in den Töpfen werden gründlich entfernt. Die meisten Kübelpflanzen können auch um 1/3 zurückgeschnitten werden siehe Übersicht. Kontrollieren Sie ihre Kübelpflanzen auf Schädlinge wie Blattläuse, Schildläuse, Wollläuse und Spinnmilben sowie auf Ameisennester. Zur Bekämpfung können Sie bei Tagestemperaturen um 15 °C noch systemisch wirkende Präparate mit den Wirkstoffen Thiacloprid und Acetamiprid einsetzen, Kontaktmittel mit den Wirkstoffen Rapsöl und Pyrethrine sind noch bis 5 °C verwendbar. Der Topfballen darf nicht durchnässt sein. Da die Pflanzen in ihrem Winterquartier in der Ruhephase sind, verbrauchen sie nur sehr wenig Wasser, ist die Erde zu feucht entstehen Wurzelfäulen die zum Absterben der Pflanze führen können. Die Pflanzen sollten hell und nicht zu dicht gedrängt im Winterquartier stehen. Der Raumtemperatur im Winterquartier richtet sich nach der Herkunft der Pflanzen: mediterrane Pflanzen 5-10 °C, tropische Pflanzen 10-15 °C.

Quelle: Regierungspräsidium Gießen, Dezernat Pflanzenschutzdienst

Sonnenbrand auf Apfel
Sonnenbrand auf Apfel
Gallmilben an Ahorn
 Ab Mitte Oktober können Leimringe zur Bekämpfung des Frostspanners angebracht werden. Mit Beginn der ersten Frostnächte sind die hellen Faltermännchen in der Abenddämmerung und nachts auf  Ab Mitte Oktober können Leimringe zur Bekämpfung des Frostspanners angebracht werden. Mit Beginn der ersten Frostnächte sind die hellen Faltermännchen in der  
Abenddämmerung und nachts auf der Suche nach einem Weibchen. Im Scheinwerferlicht der Autos kann man die fliegenden Kleinschmetterlinge besonders gut erkennen. Die Frostspanner schlüpfen aus ihren Kokons die sich im Boden befinden. Die Weibchen sind flugunfähig und kriechen die Baumstämme hinauf, um an jungen Trieben ihre Eier abzulegen. Auf diesem Weg in die Baumkronen kann man die weiblichen Frostspanner mit Hilfe von Leimringen fangen, bevor sie ihre Eier ablegen. Sie werden nach Gebrauchsanleitung fest am Stamm der Gehölze und ggf. auch am Baumpfahl befestigt. Die Leimringe sollten regelmäßig auf festen Sitz und ausreichende Funktionstüchtigkeit kontrolliert werden. Verschmutzte oder eingetrocknete Leimringe sind zu erneuern. der Suche nach einem Weibchen. Im Scheinwerferlicht der Autos kann man die fliegenden Kleinschmetterlinge besonders gut erkennen. Die Frostspanner schlüpfen aus ihren Kokons die sich im Boden befinden. Die Weibchen sind flugunfähig und kriechen die Baumstämme hinauf, um an jungen Trieben ihre Eier abzulegen. Auf diesem Weg in die Baumkronen kann man die weiblichen Frostspanner mit Hilfe von Leimringen fangen, bevor sie ihre Eier ablegen. Sie werden nach Gebrauchsanleitung fest am Stamm der Gehölze und ggf. auch am Baumpfahl befestigt. Die Leimringe sollten regelmäßig auf festen Sitz und ausreichende Funktionstüchtigkeit kontrolliert werden. Verschmutzte oder eingetrocknete Leimringe sind zu erneuern.

Kelterfest-in-Wolf-2016-Plakat

Pflanzenschutztipp vom 04. September 2018

Ansicht von Paris aus dem Weltraum von Alexander Gerst/ESA
Ansicht von Paris aus dem Weltraum von Alexander Gerst/ESA

Schäden durch Trockenheit

Die anhaltende Trockenheit hat eine Reihe von Schäden in der Landwirtschaft aber auch im städtischen Grün und im Wald hinterlassen. Die Pflanzen die nicht bewässert wurden, hatten ausgeprägten Trockenstress – dies wirkte sich auf die Blüten- und Fruchtbildung aus und die Erträge sanken deutlich. Junge Gehölze und Pflanzen die erst im letzten Herbst bzw. in diesem Frühjahr gepflanzt wurden, sind bei unzureichender Bewässerung vertrocknet. Einige Pflanzen nahmen auch Schaden durch die anhaltende Hitzeperiode trotz Bewässerung. Bei Stauden und Zierpflanzen kam es zu Sonnenbrand auf den Blättern und bei Obstgehölzen trat Sonnenbrand auf den Früchten zu, im  Beerenobst – z.B. die Brombeeren – vertrockneten die Beeren am Strauch ohne richtig auszureifen. Gerade bei Gehölzen kann die Dürre auch noch Folgen für die nächsten Jahre haben, da im Sommer die Knospen fürs nächste Jahr angelegt werden. In den Wäldern sind Holzschädlinge wie der Borkenkäfer auf dem Vormarsch.

Sonnenbrand auf Apfel
Sonnenbrand auf Apfel

Apfelwickler

Die warme und trockene Witterung führte zu besten Entwicklungsbedingungen für Insekten. So konnten sich diverse Wickler-Schmetterlinge bestens vermehren und dies führte zu einem hohen Anteil an madigen Früchten im Steinobst. Auch im nun erntereifen Kernobst sind vielen Maden des Apfelwicklers zu finden. Der Flug der 2. Apfelwicklergeneration geht in Hessen gerade zu Ende, sodass in den Äpfeln die ab September geerntet werden auch Maden enthalten können. Durch Pheromonfallen die die männlichen Wickler-Falter einfängt, kann man den Flug im eigenen Garten beobachten. Eine Minderung des Befalls im nächsten Jahr kann durch den Einsatz des Wellpapperings gelingen. Durch den langen heißen Sommer können sich auf den Früchten auch Sonnenbrandflecken gebildet haben. Diese Flecken sind typischerweise rund, dunkelbraun bis schwarz und nur an Früchten aus dem äußeren Kronenbereich zu finden.

Aktuell:

Die EU hat nun beschlossen die Anwendung der in letzter Zeit umstrittenen neonicotinoiden Wirkstoffe Imidacloprid, Clothianidin und Thiamethoxam im Erwerbsanbau nur noch im Gewächshaus zu zulassen. Die Anwendung im Freiland wird zum 18. September 2018 widerrufen. Im Zusammenhang mit diesen Wirkstoffen stehen Fälle von Bienenvergiftung. Für den Hobbyanbau sind diese Wirkstoffe seit einiger Zeit nicht mehr zugelassen.

Quelle: Regierungspräsidium Gießen, Dezernat Pflanzenschutzdienst

Pflanzenschutztipp vom 28. Mai 2018

Krankheiten und Schädlinge an Rosen

Derzeit kann man in den Rosen ist eine Vielzahl an Krankheiten und Schädlingen finden. Der Schönwetterpilz Echter Mehltau breitet sich verstärkt aus und auch Rosenrost ist häufig. Die Rosen sind dabei von einem weißen mehligen Belag überzogen, sowohl Blätter, Knospen als auch der Trieb sind betroffen. Bei Rosenrost sind besonders an den Blättern und Trieben orange rote Pusteln verteilt. Befallene Pflanzenteile großzügig abschneiden und entsorgen. Bei ersten Symptomen können Fungizide eingesetzt werden. Auch viele verschiedene Raupen und Blattläuse fressen und saugen an den Pflanzenteilen. Die Raupen der Blattrollwespe verursachen das Einrollen der Rosenblätter, in den eingerollten Blättern sitzen die Larven der Blattrollwespe. Die Larven des Rosentriebbohrers bohren sich unterhalb der Knospe in den Trieb und führen zum Welken und Absterben der Knospe. Für beides stehen derzeit keine Insektizide zur Verfügung, jedoch verursachen diese in der Regel nur geringe Schäden.

 

 

Kirschfruchtfliege in Süßkirsche

Einstichloch von Kirschfruchtfliege

In den heranreifenden Früchten der Süßkirsche können sich Kirschfruchtfliegen einnisten. Die Fliegen legen in der reifenden Frucht ihre Eier ab, die Maden ernähren sich vom Fruchtfleisch. Zur Bekämpfung stehen keine Insektizide zur Verfügung. Das Aufstellen von gelben Leimtafeln ist eine Möglichkeit zur Überprüfung, ob Kirschfruchtfliegen vorhanden sind und kann die Anzahl der befallenen Kirschen evtl. verringern. Die Kirschessigfliege ist eine eingewanderte Verwandte der Kirschfruchtfliege, diese legt ihre Eier in die reifen Früchte ab, die Maden entwickeln sich sehr schnell und verursachen schnell faulende Früchte. Sie breiten sich immer weiter in Deutschland aus. Hier können Sie Monitoringstandorte in Hessen mit den Fangzahlen einsehen.

 

 

Gallmilben an Ahorn

Gallmilben an Ahorn

Auf den Blättern verschiedener Ahornarten und anderer Laubbäume sind eigenartige, oft röhrenförmige oder auch kugelige oder filzige Gebilde blattober- oder blattunterseits. Sie werden durch sehr kleine Gallmilben verursacht, die mit bloßem Auge nicht erkennbar sind. Eine Bekämpfung ist meist nicht nötig, da es sich nur um eine optische Beeinträchtigung der Bäume handelt.

 

Quelle: Regierungspräsidium Gießen, Dezernat Pflanzenschutzdienst

Pflanzenschutztipp vom 15. Mai 2018

Durch die anhaltend warme Witterung im April und Mai haben sich nicht nur die Pflanzen in kürzester Zeit entwickelt. Auch  Insekten treten wieder verstärkt auf. Blattläuse und Raupen treten in vielen Kulturen auf.

Apfelgespinnstmottennest

Gespinstmotten im Apfel- und Birnenbaum

In den Zweigen und an den Blättern sind Gespinste zu finden. Es sind Raupennester mit vielen Raupen der Apfelbaumgespinstmotte. Oftmals treten viele Raupennester in unterschiedlichen Stadien auf einem Baum auf. Die Raupen fressen die Blätter bis auf die Blattrippen ab. Der Schmetterling ist recht unscheinbar und tritt ab Juli auf. Wenn die Raupen noch ganz klein sind kann ein Bacillus thuringiensis-Präparat eingesetzt werden.

Buchsbaumzünsler

Buchsbaumzünsler

Die jungen Buchsbaumzünslerlarven beginnen nun mit ihrem Fraß, an einigen Standorten wurden sie bereits gesichtet. In den befallsgefährdeten Regionen sollten die Buchsbaumpflanzungen auf Befall kontrolliert werden. Der Buchsbaumzünsler breitet sich stetig von Süddeutschland in Richtung Norden aus und ist bereits in Hessen vertreten. Zur Bekämpfung im Garten stehen die chemischen Präparate Dipel ES Raupen-Frei und Schädlingsfrei Careo Konzentrat zur Verfügung. Wichtig ist ein frühzeitiger Bekämpfungstermin gegen die jungen Larven.

Quelle: Regierungspräsidium Gießen, Dezernat Pflanzenschutzdienst

Pflanzenschutztipp vom 04. April 2018

Moos im Rasen und Tipps zur Rasenpflege

Endlich kommt der Frühling in Schwung und die Temperaturen steigen wieder an. Damit sich der Rasen nach dem Winter wieder gut entwickelt, kann jetzt mit den Pflegearbeiten begonnen werden: Laub und Moos entfernen, Rasenfilz entfernen und düngen um das Wachstum des Rasens zu fördern. Zunächst wird der Rasen kurz gemäht im Anschluss wird das Moos im Rasen und der Rasenfilz entfernt. Mit einem Vertikutierer wird die oberste Bodenschicht gelockert, Rasenfilz, Moos und Unkräuter entfernt. Bei stärkerem Moosbewuchs kann zusätzlich ein Moosvernichtungspräparat aus dem Handel eingesetzt werden. Es gibt auch Kombipräparate mit Dünger. In den derzeit zugelassenen Moosvernichtern ist einer der drei folgenden Wirkstoffe enthalten: Eisen-II-Sulfat, Essigsäure und Pelargonsäure. Mit keinem der Präparate kann das Moos nachhaltig entfernt werden. Die Wirkstoffe töten zwar das Moos ab, aber im Laufe weniger Wochen wächst in der Regel erneut das Moos auf der behandelten Rasenfläche. Besonders auf schattigen Flächen unter Gehölzen lässt sich Moosbewuchs nur kurzzeitig bekämpfen.

Sind die Rasenflächen sehr stark vermoost, so dass nur noch wenige Rasengräser vorhanden sind, kann eine Rasenneuanlage erwogen werden.