Zierstrauchschnitt

Fachgerechter Zierstrauchschnitt

Sträucher sind wichtige Elemente bei der naturnahen Gartengestaltung. Sie bieten Sichtschutz und sind Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten. Bei der Verwendung in einer Hecke ersetzen sie Zäune und Mauern und bringen als Solitärgehölze Farbe und Abwechslung in unsere Wohngärten. Je unbeengter und freier sich die Sträucher entwickeln können, umso natürlicher und schöner wird ihr Wuchs sein. In kleineren Gärten wachsen die Gehölze jedoch oft über den für sie vorgesehenen Platz hinaus. Zudem bilden viele Ziersträucher im Laufe der Zeit altes Holz, das in der Wuchskraft und Blühwilligkeit nachlässt, sie verkahlen und vergreisen. Deshalb ist es notwendig, in gewissen Abständen den Wuchs zu korrigieren und das alte abgestorbene Holz zu entfernen. Mit dieser Maßnahme fördert man die Blühbereitschaft und den Neuaustrieb von jungem Holz.

Grundregeln für den Zierstrauchschnitt

Voraussetzung für den Schnitt ist die Kenntnis und das Verständnis für die natürlichen Wuchseigenschaften der Pflanze. Zusätzlich gilt es, einige Grundregeln für den Schnitt zu beachten:

  • Wichtig ist ein gutes, scharfes Schnittwerkzeug, welches glatte Schnittflächen an den Pflanzen erzeugt. Gequetschte und ausgefranste Wunden verwachsen schlecht und sind Eintrittsstellen für Krankheitserreger.
  • Der Schnitt ist direkt an der Entstehungsstelle des zu entfernenden Astes oder Zweiges durchzuführen, um die Wundheilung zu fördern und eine „Zapfenbildung” zu verhindern.
  • Je schärfer der Rückschnitt durchgeführt wird, um so stärker wird der Neuaustrieb sein.
  • Um die Blühwilligkeit zu fördern und ein Verkahlen der Strauchbasis sowie den „Besenwuchs” zu vermeiden, ist es angebracht, wenig, aber gezielt zu schneiden und nicht an vielen Trieben und den Sprossspitzen herumzuschnippeln.
  • Der günstigste Zeitpunkt für den Schnitt ist die Ruheperiode im Winter. Eine Ausnahme sind die Frühjahrsblüher, die besser nach der Blüte geschnitten werden.
  • Die Art und Weise des Strauchschnittes richtet sich nach dem jeweiligen Wuchstyp.

Schnittgruppen bei Ziersträuchern

  • Bei Sträuchern, deren Neutriebe aus der Basis heraus, d. h. aus dem Boden austreiben (= basitoner Wuchs), schneidet man alle 2 bis 3 Jahre die alten Triebe bis auf den Boden ab. Dabei können Triebe von Sträuchern, die im alten Holz schlafende Augen besitzen, wie z. B. bei der Haselnuss, auf einen kurzen Stumpf zurückgenommen werden. Zu dieser Gruppe werden auch Sträucher gezählt, deren Neutriebe sich nicht nur hauptsächlich aus der Basis entwickeln, sondern aus den Knospen im mittleren Bereich älterer Triebe (= mesotoner Wuchs). Diese älteren Triebe werden auf einen jüngeren zurückgenommen und nur bei abnehmender Blühwilligkeit oder Verkahlung ganz an der Basis abgeschnitten. Dazu gehören u. a. Forsythie, Falscher Jasmin und Deutzie.
  • Sträucher, die sich baumartig aufbauen und nicht austriebfreudig sind, wie Goldregen, Zaubernuss, Radspiere und Perückenstrauch, lässt man am besten unbeschnitten. Lediglich zu dicht stehendes, krankes, altes und vertrocknetes Holz ist zu entfernen.
  • Sträucher, die an den diesjährigen Trieben blühen, wie Hortensie, Schmetterlingsstrauch, Spiraea x bumalda Hybriden und Johanniskraut, können im Frühjahr scharf zurückgeschnitten werden.
Herumschnippeln an den Triebspitzen führt zu unansehnlichem Besenwuchs und zur Verkahlung der StrauchbasisRichtig ist ein Auslichten an der Strauchbasis oder die Rücknahme alter, nach unten hängender Triebe auf junge Sprosse. Dadurch entstehen neue blühfreudige Triebe und der natürliche Wuchscharakter bleibt erhalten.

Verschiedene Schnittarten

Man unterscheidet den Pflanzschnitt, den Aufbauschnitt, den Erhaltungsschnitt und den Verjüngungsschnitt.
Beim Pflanzschnitt werden alte und beschädigte Wurzeln eingekürzt bzw. abgeschnitten und die oberirdischen Triebe zurückgenommen. Er dient dem besseren Anwachsen der Gehölze am neuen Standort und wird, ebenso wie der Aufbauschnitt, der die Entwicklung der Pflanze zum natürlichen Habitus unterstützt, meist schon in der Baumschule durchgeführt.
Der Erhaltungsschnitt durch Auslichten wird bei den erwachsenen Gehölzen vorgenommen. Je nach Wuchstyp werden trockene abgestorbene äste und Zweige entfernt, alte Triebe auf jüngere zurückgenommen oder ganze Triebe an der Basis herausgenommen. Diese Schnittart erhält, regelmäßig durchgeführt, die Blühfreudigkeit und Vitalität der Sträucher.
Der Verjüngungsschnitt ist ein radikaler Eingriff, durch den rundum überalterte oder sehr stark frostgeschädigte Gehölze entweder auf Stock, d. h. eine Handbreit über dem Boden oder auf einen kurzen Stumpf, d. h. 10-30 cm über dem Boden, zurückgeschnitten werden. Dabei ist es sinnvoll, in ein- bis zweijährigem Abstand altes Holz abschnittsweise zu entfernen und durch die so entstehenden neuen Triebe die Pflanze allmählich wieder aufzubauen.

Schnitttabelle häufig verwendeter Ziersträucher