Kelterfest am 03. Oktober

Der Obst- und Gartenbauverein Wolf lädt für den 3. Oktober zu seinem Kelterfest ins Dorfgemeinschaftshaus am Eichwald ein. Der Verein möchte seinen Besuchern zeigen, wie die Früchte der heimischen Streuobstwiesen den Weg ins Glas finden. Die Veranstaltung beginnt um 11 Uhr. Wer möchte, kann Äpfel aus dem eigenen Garten zum Keltern mitbringen. Für das leibliche Wohl werden ländliche, kulinarische Köstlichkeiten rund um den Apfel angeboten. Der Obst- und Gartenbauverein freut sich auf zahlreiche Besucher am Tag der Deutschen Einheit.

Jahresausflug zur Mohnblüte nach Germerode – von Jasmin Röder

Beim diesjährigen Jahresausflug des OGV Wolf, zu dem wir auch wieder Gäste vom Gesangverein  Männerquartett Wolf begrüßen durften, hieß es, früh aufzustehen, um in Richtung Germerode am Hohen Meißner aufzubrechen. Unser Ziel in diesem Jahr war die beeindruckende Mohnblüte, für die diese Region bekannt ist. Felder mit rosa und pink leuchtenden Schlafmohnblüten, soweit das Auge reicht. Die üppige Blütenpracht wird dadurch erzielt, dass pro Feld bis zu 3kg Mohn über mehrere Tage hinweg ausgesät werden. Der Besucher hat dadurch die Möglichkeit, die Mohnblüte über mehrere Wochen hinweg zu besuchen und zu genießen.

In Germerode angekommen, war uns das Wetter noch hold und wir konnten unsere Mohnblütenwanderung trockenen Fußes begehen. Es standen uns ebenfalls 3 Planwagen für eine gemütliche und lehrreiche Fahrt durch die Mohnfelder zur Verfügung. So konnten die Planwagenfahrer nicht nur Interessantes über den Schlafmohn erfahren, sondern lernten auch Erstaunliches über die Region. Zum Beispiel brennt der Meißner schon seit Jahrhunderten: die Kohle unter dem alten Tagebau entzündete sich vor langer Zeit und ist nicht zu löschen. Das Feuer wird immer wieder angefacht, da der Meißner sehr löchrig ist und das Feuer so immer wieder Sauerstoffzufuhr erhält.

Nach einer ca. einstündigen Wanderung/Planwagenfahrt erreicht man die Mohntenne. Hier gibt es zahlreiche Leckereien zum Sofortverzehr oder als Mitbringsel für zu Hause: Mohnbratwurst, Germknödel mit Mohn, Mohnkäse, „Aale Worscht“ mit Mohn, Mohnschnaps und Mohnlikör um nur ein paar Spezialitäten zu nennen. Natürlich haben wir es uns nicht nehmen lassen, uns hier einen Augenblick niederzulassen um den Ausblick auf die Mohnfelder noch ein bisschen länger zu genießen. Auch hier war uns das Wetter, oder doch Frau Holle?, noch wohlgesonnen. Die Märchengestalt Frau Holle war es dann auch, die uns am Bus erwartete, um uns zu den „Orten der Frau Holle“ zu begleiten. Als kundige Fremdenführerin hatte sie so manchen Schwank zu erzählen wodurch die Fahrt zum sagenumwobenen Frau Holle Teich sehr kurzweilig war. Sie erzählte uns auch, dass Frau Holle eigentlich eine sehr alte Göttin sei, die viele verschiedene Namen hat, z.B. Holla. Der Holler-Busch, also der Holunder, ist ihr heiliges Gewächs. Über Jahrhunderte entschuldigten sich Bauern bei der Göttin Holla, bevor sie einen Holunderstrauch ausrissen, da sonst Unglück oder Krankheit ihre Familie getroffen hätte. Diese Göttin ist Herrin über die Jahreszeiten und regiert über das Wetter. Von den Brüdern Grimm wurde sie zu einer Märchengestalt „degradiert“. Uns war die Göttin jedenfalls wohlgesonnen, denn es regnete immer nur stärker, wenn wir im Bus unterwegs waren.

Nach der geführten Busfahrt stand eine Kaffeepause im Berggasthof Hoher Meißner auf dem Programm. Dieser sehr schöne alte Gasthof, Kurhessens höchst gelegener Gasthof auf 750m,   bietet normalerweise einen wunderschönen Ausblick. Leider hatten wir diesmal nicht so viel Glück, der Berg lag im Nebel, was aber irgendwie zur Märchenstimmung passte, die Frau Holle zuvor verbreitet hatte.

Der krönende Abschluss unserer Fahrt fand am Abend in der Burg Badenburg in Gießen/Wettenberg statt. Ebenfalls in märchenhafter Kulisse, neben Ritterrüstung oder altem Braukessel, ließen wir uns die Burgknochen schmecken oder die Schippe Dreck, ein Fleischgericht das auf einer „Dreck-Schippe“ aus Holz serviert wurde. Von den riesigen Ofenkartoffeln sagte eine Vereinskollegin, sie habe noch nie so eine gute Ofenkartoffel gegessen. Dieses Restaurant, das in der Lage ist, eine ganze Busgesellschaft unterzubringen und freundlich und zeitgleich zu bedienen, können wir anderen Ortsvereinen nur weiterempfehlen!

Die Heimfahrt verlief sehr ruhig, die Eindrücke der Mohnblüte wirkten noch nach und mit Sicherheit drückte auch der ein oder andere Hosenknopf nach dem üppigen Mahl in der Badenburg. Einmal noch verließen wir den Reisebus um ein Erinnerungsfoto an diesen ereignisreichen Tag zu schießen. Frau Holle war zu dieser späten Stunde wohl schon im Feierabend oder schüttelte woanders ihre Betten aus, wir wollten es uns aber nicht nehmen lassen, auf diesem Wege den Landesverband Hessen und die OGV Ortsvereine zu grüßen.