Pflanzenschutztipp vom 08. November 2017

Empfindliche Knollen- und Zwiebelpflanzen ausgraben

Gladiolen, Gartenamaryllis und weitere empfindliche Knollen- und Zwiebelpflanzen werden nun ausgegraben und kommen in ihr Winterquartier. Da Dahlien erst ausgegraben werden, wenn das Laub welkt und abstirbt, wartet man in der Regel bis zum ersten leichten Frost ab. Um das Eingraben im nächsten Jahr zu erleichtern, sollte an eine kurze Beschriftung der einzelnen Pflanzen gedacht werden. Beim Einlagern sollten folgende Punkte beachtet werden, um das Durchfaulen der Knollen und Zwiebeln zu vermeiden: nur intakte und unverletzte Pflanzenteile einlagern, die Teile von anhaftender Erde reinigen und die Pflanzenteile müssen möglichst trocken sein. Die Pflanzenteile kommen in mit Zeitungspapier ausgelegte Kisten. Die Knollen der Dahlie können zusätzlich mit Sand abgedeckt werden.

Zwiebelgewächse wie Tulpen, Narzissen und Krokusse können jetzt noch eingegraben werden.

Beetvorbereitung im Herbst

Die nun abgetragenen und verwelkten Pflanzen werden mitsamt den größeren Wurzeln entfernt, ebenso das größere Unkraut und die Samenstände de Unkrautes. Sie können eingesammeltes Laub und krautiges bzw. dünnes Häckselgut auf dem Beet verteilen oder Sie geben grobzersetzte Komposterde hinzu. Nun kann das Beet grob umgegraben werden, die eingegrabenen Pflanzenteile verrotten langsam bis ins nächste Frühjahr und werden zu organischem Dünger für die Frühjahrsbepflanzung. Die grobschollige Erde wird nur etwas zerkleinert, den der Frost im Winter führt dazu, dass die Schollen aufbrechen. Dann muss im Frühjahr nur noch das Saatbett bereitet werden, da die Vorarbeiten bereits erledigt sind.

Kontrolle der eingelagerten Pflanzen im Winterquartier

Blattläuse an Oleander
Blattläuse an Oleander

Die Pflanzen im Winterquartier sollten regelmäßig auf Befall mit Schaderrergern kontrolliert werden. Häufig kann man den Befall mit Blattläusen, Spinnmilben, Wollläusen oder Thripsen feststellen. Bei Befall muss die befallene Pflanze separat gestellt werden und auch die nebenstehenden Pflanzen sind besonders zu kontrollieren. Bei leichtem Befall können die Schädlinge abgewischt werden bzw. die Pflanzen in der Dusche gut abgebraust werden, allerdings muss dieses Vorgehen in den Folgetagen mehrfach wiederholt werden. Im Handel gibt es eine Auswahl an anwendungsfertigen Präparaten u.a. mit den Wirkstoffen Rapsöl, Thiacloprid, Acetamiprid.

Zudem ist darauf zu achten, dass die Pflanzen nicht zu feucht stehen, da sie oftmals zurückgeschnitten sind und ohnehin aufgrund der geringeren Tageslänge weniger Wasser benötigen, kann es im Winterquartier schnell zu Staunässe mit anschließender Wurzelfäulnis kommen. Aber auch das Austrocknen der Töpfe ist zu vermeiden, da die Pflanzen aufgrund des geringeren Lichtes und der neuen klimatischen Bedingungen oftmals unter Stress stehen.

Aktuell: Der Flug der männlichen Frostspanner hat nun begonnen, jetzt ist die allerletzte Möglichkeit den Befall im nächsten Jahr zu mindern, indem man an den Stamm des Obstgehölzes einen Leimring anbringt. Somit werden die flugunfähigen Weibchen gehindert, in die Krone des Baumes zu klettern und dort ihre Eier abzulegen. Die (männlichen) Schmetterlinge fliegen ab Beginn der Dämmerung und sind zumeist die einzigen größeren Schmetterlinge die derzeit noch fliegen.

Quelle: Regierungspräsidium Gießen, Dezernat Pflanzenschutzdienst

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.